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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-12-16 · 18 (16.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
18 (16.12.1928)
Date
1928-12-16
Page
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— 232 - OlnG H* OfamiHidiH* I Stuttgart. £ t p u ii fl de« Israelitischen Vor H chor ni 11‘ -3 am;">. tf jtmbtr. Itr öiscnt lictii- Teil dir Sitzung wurde faft au»id)licfilidi durü, dcn t'fndit dcr Finanzadicilung »»«gefüllt, dcn L«kar >»>i»dich,Id crstailcic. Er teilte zunächst mir, daß dic bc: dcr Spiirfaife rubcnden Slilt»ng«gclder auTg.'iPtrte! u ordcn j,»d wurde ioDiinn bricbloiif«, B»H ent il'ri-rtifnP Bern Antrag dcr Finanzabtcilung dic ^in «en dcr Nachkriegsüiiiungen ioiori jeweilig zu Pcßach , ricilr ir-crdcn iollcn und rwar io, daß dcm Trür- . irrpeam: •’>" Prozent. Bern TiivviitiontzsondS -ö Prozcni uu.i fern Bcrcin für den lägltrtifii Gottesdienst 2.i i Prvzciii nu Pcrtcilung überlassen ivcrdcn. Borher iollcn Pi.-iciii de« Ncnocrlragc« der Stiitungsgeldcr für 'i'cniMUiiiu,vIofti'n abgezogen ivcrdcn. Ti.' Zinsen de« ' jjlrtt l!'27 iollcn au«nabm«weisc anläßlich de« Eha- »ukkasene« ncrgcdc» wcrdcn. Tic Zuwciiungcn an das j luriorgc.rmi iollcn besonder« vcrrciir und nicht iu dic lviistigc» regelmäßige» Stipendien verrcchnci ivcrde». T>c >Sräbtru»ierdaliung«stistungcn iollcn wic bisder .lcl'.cniii vcrwallck wcrdcn. Tic Ictztwilligc Lus nmi, Pf-> iciigc» gommcrzicnraic« Adolf Wolf ui c-.,nc von Mark ‘»MH" wcrdcn dcm Fried u.'ivi-rnciic^unAsionds zugewiesen. Tic Adolph Eß unacr Siiitung im Bel rage von Mk 2<»üi für zwei l lnlcrl riicnc Sunagogenvlätzc wird dcm Lnilungswnds '.ngcil-cic» T:c Pcusiouicrung dcr con pcr Gemeinde .„igriicillcn Beamten fall n,chl mehr dci cincr Per ii.vcrungsIaHc criolgcn. iondcr» »nmiliclbar von dcr uicmcindc üdciiiommcii wcrdcn. Bei dcr Gelegenheit ardcu dic Pcnsionsvcrtzällniisc für Frl. Graf und ,i, «inächrcr Engclmcycr bcfvrochcn und beschlössen. ■>;.-cm.Lbcrrcchnuugsrar Mcner Mitteilung übcr meb > . lSräberstiiiungc» und mcdrcrc eingcganqcne Schrift a.-mai!',. wurde dic C ctfi-ml ictifcit dcr Sitzung ..iiliB.'lH'' Stuttgart i' < i t t, , B 2t u c r b a ch 8 crcin. Am i~ Ja'ivmbf. c 3sprach Rechtsanwalt Tr. Will» £ iii i, .. i s über „T i c g e > c I l i ch a i t l i ch e £ i f 1 i ii ii .' . v 3 »den i u T e ui i ch I a n d " Ta- 22c icnrlichc dcr inlereffanlcn Referates fei kurz aufgczeigr: Trci joziologifche Theorien, so führte der Redner au«, bemühen sich, da« Wesen der „Gesellschaft" zu crgründcn. Ta abcr dic mcnfchlichc Gesellschaft al« politische, re ligiöic und gciellfchastlichc Gemeinschaft in Erscheinung tritt, sällt er der Wissenschaft schwer, scstumriiicnc Systeme zu bilden und die verschiedenen Theorien unter einem geistigen Gesichtrpunkt zusammenzusassen. Wäh rcnd der Staat auf Recht und Gesetz beruht, snßt dic (ücsellschast aus Macht und Gewohnheit. Tieic beiden Faktoren haben auch dic jüdische Gemeinschaft aus« stärkste beeinflußt und ihr die soziologische Prä-, gung verliehen Ter lange tiamvs uni dic. slaatrdürgerliche Gleich berechtiguiig der Juden ivurdc durch die Weimarer 8er saining beendet l ibrc ge'cllichastlichc Gleichberechtigung ist aber narb wie vor Problem. Tic Ursachen liegen in dcr Umwelt und im jüdischen Individuum selbst. Wenn auch dcr kausmänniichc Berus sich heute wieder großer Gellung und Wertschätzung erfreut, so ist auch der jüdische gausman» zu sehr an dcn Berns ge sciscli, um Ehrenämter zu bekleiden. Auch hat dcr Jude ein gewisser Mindciwcrtigkeiisgesühl noch nach wie vor zu überwinden, um in breiter Lesjentlichkcit zu wirke», Für den deutschen ^üdeu darf aber nur dic Eignung entscheidend sein l ^Glaubt er, einer Sache dienlich sein zu können, dLtkn ist c« seine abiolutc Pflicht und sein gjziskute« Recht, daß er sich für sic cinsetzk. Auch Rathcnau, der schon in frühe rcn Jahre» diesen Standpunkt vertrat, wurde nur von seinem Pslichlgcsühl geleitet, al« er deutscher Außen mininrr ivurdc. Auch da» paritätische Pri» zip ist nach. Ansicht de« Redner« dort untauglich, wo jüdische Belange in geschlossener ^ronl verlrelen ivcrden müssen. Ter kampfbereite Jude muß vsclmcdr überall, wo er seine »räftc enisalie» kann, au« der Rciervc herau«trcten. Ter geicllschasllichc Anliscmiii«mu« komiiil übern'.' zum Au«drurk, wo der Richtjudc mit dem- ^udcn nicht vcrlcbien will, wcil er Jude ist. Tiefer Antiicmitism»« richtet sich sowobl gcgen die 3uden als kompatlc «.Vasic al« auch gegen dic Einzelperiönlichkeit. Er de dient sich bierz» de« bekannten Material«, da« au« der Rasiciilehrc »iio. gezogen wird, hält abcr einer wisse» Bankcommandite Siegmund Ueii i n uns liiiMlä,, iMntr.nt. umu immmm) h- ■< irlliirti «iM. schastlicher Untersuchung nicht Stand. Der gesellschasllicii. Judenhaß wird ebenfalls durch Macht und Gewohnhej! auf» stärkste bestimmt. Blwußle und . gewollte Gegensätzlichkeit, Haß und Zwietracht sind seine Folgen. Bei aller Ancrkcniiung der jüdische» Lrganisationcn, dic e« sich zur Ausgäbe gemacht habe», (Gegensätze zu Überdrücke» und dic Umwelt über dcn Wert dcr antisemitische» Be strrbunge» auszuklären, wird die beste Abwehr doch i» dcr jüdischen Einzelperiönlichkeit selbst liegen, die i» schlichter Pslichtersüllnng ihre» Posten auSsüllt »nd gleich in welchen Berufen — ihre besten »räftc snr da« Wohl der (Gesamtheit einsetzt. Tann >vcr den wir eine« haben, wo« un« niemand raube» kann: da« Bewußtsein, daß wir unsere Pflicht getan habe». — In einem Schlußwort nahm Rechtsanwalt Tr. Sckiinarz nochmals zum „innerjüdischen Antisemitismus" Stellung und erntete dcn lebhaften Beifall einer zahl reiche» Hörerjchasi. H. St. Stuttgart. Bkrthold Auerbach B e r e i n. Ein sehr aktuelle« und interessante» Thema, „Jude n l u ni u >'d Psychoanalyse", wurds am 4. De zembcr d. I« von Tr. Fritz Bauer behandelt. Ter Redner erweiterte sein Thema dadurch, daß er mehr über dic Religion in ihrer Beziehung zur psychoanalytisck.en Wissenschaft sprach, versuchte aber doch den Nachweis zu führen, daß die ltultformen de« Judentums wie dic anderer Religionsgemeinschaften von der Psychcanalyse aus sehr einfache Formeln gebracht werde» könne». Inwieweit dic Psychoanalyse damit Reckt hat, inwieweit, sie überhaupt exakt-naturwisscn schastlich positive Erkenntnissc zu vermitteln imstande ist, lassen wir dahingestellt. Sicher ist, daß sic al« thera peutifcher und pädagogischer Faktor wertvolle Ausschlüsse vermitteln kann. In dem Augenblick abcr, da sic die empirischen Wege verläßt und aus philosophische 6afö, Konditorei und «Näckerei KARL ECKART Telephon 62692! 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