Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 18 (16.12.1928)
- Date
- 1928-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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Jeden Bücherwunsch erfttllt Ihnen die SCHWÄBISCHE BÜCHERSTUBE Schneider & Truckenmüller Charlottenstr. 1 / Telephon 250 34 feinen Glaubensbrüdern jüdisches Wissen vermitteln will. Die Marannen haben die Inquisition überdauert, sie sind, wie Ehrenpreis schreibt, „eine historische Verkörperung des Dornbusches, der brannte, ohne verzehrt zu werden." — So führt uns Ehrenpreis von Erlebnis zu Erlebnis, in die Prunkbauten der Alhambra, auf die Hänge des Albaycinberges, wo seit vier Jahrhunderten Zigeuner ihr Dasein fristen, an die Stätten, wo Boabdil, der letzte Sultan, von Granada und der Alhambra Abschied nahm, und die Kreuzflagge am Torrs de la Vella gehißt wurde. Wir erleben ein Stiergefecht und freuen uns des machtvollen Protestes, den Ehrenpreis um der Menschlichkeit und Barmherzigkeit willen an Primo de Rivera richtet. Wir streifen durch die uralten Judengassen von Tolü»o und' schauen im Geiste Jahrzehnte jüdischer blühender Kultur. Abraham Jbn Esra und Jehuda Halevi erwachen zu neuem Leben, wir verspüren, wie die Schwungkraft ihrer Verse und der Rhythmus ihrer Lieder aus einer Landschaft und einem Himmel strömten, die von ewiger Sonnenflut erfüllt sind. In Cordova begegnen wir dem Lebens- und Kulturkreis, in dem Maimonides wirkte und lesen voll Interesse, was Ehrenpreis über' Maimonides' Stellung zum Judentum zu sagen weiß. Hier ist eine neue Würdigung des großen Gelehrten zur Diskussion gestellt, eines Mannes, der „in den aristotelischen Weisheitshöhen von Cordova heranwuchs", und dessen Geist wahrhaft universell war. In Algeciras nimmt Ehrenpreis von Europa Abschied. Seine Reise führt nach Marokko, und auch dort zeigt er die historischen und soziologischen Zusammenhänge zwischen den okzidentalen und orientalischen Völkern mit bewunderungswürdigem Feinsinn auf. In seinem Schlußkapitel „Von Tausendundeiner Nacht zu Ton Quichotte" faßt er seine Eindrücke nochmals zusammen: Hier lernen wir den Kulturphilosophen und historischen Deuter zugleich kennen; ergriffen und erhoben legen wir ein Buch aus der Hand, das zu den besten der letzten Jahre gerechnet werden muß. * Noch ein Wort über den Heine-Bund selbst, der dieses hervorragende Buch herausgegeben hat. Der Heine-Bund ist eine jüdische Buchgemeinde in Berlin (Berlin W 57, Pallasstraße 10—11), die es in der kurzen Zeit ihres Bestehens verstanden hat, eine Reihe ausgezeichneter jüdischer Schriften ihren Mitgliedern zu bieten und viele Freunde zu gewinnen. Wir erinnern nur an die Bücher „Gestalten und Momente aus der jüdischen Geschichte" von Prof. Dr. Elbogen, ,,Tas unbekannte Heiligtum" von Aimö Palliöre, „Juden aus der deutschen Bühne" von Arnold Zweig usw. - Bücher die größtes Interesse gefunden haben. Das neueste Verlagswerk des Heine-Bundes ist eine großangelegte ,Lüdisch^ Kunstgeschichte" von Karl Schwarz, die mit zu dem Wertvollsten gehört, was diese jüdische Buchgemeinde bis jetzt vorgelegt hat. Tie Mitgliedschaft beim Heine-Bund bietet eine Fülle von Anregung und Belehrung und kann allen Freunden des guten jüdischen Buches warm empfohlen werden. — llans Lterndeim. Das gute Buch um Fast hllt Im reldier Auiwabl vorrätig RICHARD KAUFMANN BudihamdluBg mmd Antiquariat SdtloBstmBe 37 / Telefon 2>H Das jüdische Buch. In neuerer Zeit hat sich die hübsche Sine eingebürgert, die Knaben am Tage der Barmizwa seiec durch ein Buchgeschdnk zu erfreuen. Tem jungen Menschen soll an diesem Tage ein Geschenk gemacht werden, das ihn noch nach Jahren an den festlichen Tag und an den Geber erinnert. Wenn jemals so hat an diesem Tage vorerst und vor allem das jüdische Buch das Vorrecht auf dem Gabentisch. Tas Buch soll ja das sittliche Bewußtsein des Knaben stärken, edle Anregungen in ihm wecken, bleibende Werte in ihm vertiefen und ihn geistig fördern. Tie Werke der Klassiker der Weltliteratur werden diesen ernsten Zweck sicher gut erfüllen. Aber ihnen gleichberechtigt sollte an diesem Tage das jüdische Buch erscheinen, vor allem die Werke der jüdischen Tcnker und Tichter von Juda Halevi und Maimonides an, die wir in guten deutschen Uebersetzungen besitzen, bis zu Steinthal, Lazarus und Hermann Cohen. Aber neben diesen Großen und Größten gibt es eine beträchtliche Reihe mustergültiger jüdischer Bücher erzählenden und belehrenden Inhalts, die vollauf geeignet sind, den jungen Barmizwaknaben zu erfreuen und ihm fürs Leben wervoll zu werden. Tie Perlen jüdischer Dichtung liegen in trefflichen Ausgaben von Sachs, Karpeles, Heller u. a. vor. Geeignete Auslesen aus dem jüdischen Schrifttum bieten die Sammlungen von Jacobson, Gut und Theodor Rothschild. Tie jüdische Geschichte chird in fesselnden Tarstellungen und doch durchaus volkstümlich von Graetz, Brann, Baeck, Philipp son, Müller, Fuchs u. a. geschildert. Talmudische Sagen und Legenden bieten die hübschen Sammlungen von Kuttner und Bin Gorion. Wertvolle Bericht des Israelitischen Fürsorgeamtes über de» Monat November Rauft Wohlfahrtsmarken bei de« Israelitischen Fürsorgeamt, Hospitalftraße 36 Sprechstunde« der Fürsorgerin: 6°n%!;irtafl, \ wxm- Uhr Mittwoch, Freitag nachm, von 3—5 Uhr Das Israelitische Fürsorgeamt hat im Monat November unter Mitwirkung der angeschlossenen WohltätigkeitSvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen.M 1042.15 einmalige Unterstützungen.. 265.78 Gesundheit-- und erholung-fürsorge . . ., 257.45 AnstaltSfürsorge.. .. 98611 Winterfürsorgc. 1609.75 Durchreisende. 167.46 An 21 Erwachsene und 7 Kinder wurden insgesamt 112 Kleidung-» und Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt da» Fürsorgeamt Mt. 230.— von: Herrn Moritz Bauer; Firma Gutmann & Marx. Cannstatt; Herrn Loui» Hirsch, Jahrzeitspende; Frau Bertha Levi; Frau Sofie Marx; Frau Bertha Rosenfeld. Jahrzeilspende; Herrn Stephan Strauß, anläßlich seine» 70. Geburtstage». Zur Wtnterfürsorge sind Geldgaben eingegangen von: Herrn Rudolf Bernheim; Firma Gehr. Bieringer; Herrn Dr. med. Max Cramer; Herrn Berth. Göttlich; Herrn Jul. Hirschfelder; Herrn W. Hofhetmer; Herrn Heiar. Strauß. Plan einer jüdischen Wohngemeinschaft für alleinstehende Männer nnd Frauen des gebildeten Mittelstandes deutscher Staatsangehörigkeit (Siehe redaktioneller Teil unter .Stadtverband des jüdischen Frauenbundes") (^Rossen | ln Pfundpackung frisch eingetroffen. Be- D Stellungen fOr Peßadi nehmen wir jetzt schon entgegen. Gleichzeitig empfehlen wir unsere I bekannt große Auswahl für aUe festlichen Z Gelegenheiten in Torten und Kleingebäck. | Schnitfbrot und Berthes. I Bäckerei, Konditorei und Cafe bB.Halmann,T^r^4 JäKiiiMiiLittUflilkiiun (Umlc Holt*. rl-Nördlio gen) Idyll. Im Walde gelegen / / Sonnig und staubfrei Streng rituell / Prospekt / Erstkl. Referenz. UM—li irtUMigcr Fernruf Nr. 119 Ami Bopfingen In Wdrttemlterg Erzählungen schufen Loewenberg, Herzberg, Men dele Mocher Sesorim. Scholaum Alechcm, Perez und viele andere. Gute Anthologien aus dem heiligen Schrifttum der Bibel bieten die ij Bücher Zieglers. Bleibende Anregungen schaffen die Veröffentlichungen des Verbandes der deutschen Juden. Alle diese Bücher sind Werke blei benden Wertes, zu denen der herangereifte Jüngling und der Mann noch später gern greifen wird. Mit diesen Büchern ist also die Absicht des Schenk kenden erfüllt, dem jungen Menschen etwas Bleibendes und dauernd Wertvolles .geschenkt zu haben. Ein gleichgiltiges Buch wird den Knaben kaum fesseln. Er wird das Buch bald in den Winkel werfen und mit dem Buche auch dessen Spender vergcsscn. Diese Erwägung sollte die Schenkende« zu ernster Vorsicht mahnen. Wer einmal den Gabentisch eines Barmizwaknaben überschaut, dem sind schon sicher unter den geschenkten Büchern solche ausgefallen, die man sich scheuen sollte zu verschenken: Zeitromane voll krankhafter Erotik, v Tageserzeugnisse, über die man im besten Falle lächelt, die^gber für einen halbreifen Jungen Gist bedeuten. Ten Gipfel der Geschmacklosigkeit erreichen allerdings rein antisemitische Bücher als Geschenke zur Barmizwafeier. Fast auf jedem Gabentisch kann man neben Königs antisemitischer Literaturgeschichte, einem Bilderbuche übelster Sorte, Günthers Rassenbuch sehen, das, wissenschaftlich wertlos, sich die Aufgabe gestellt hat, die Minderwertigkeit der Juden nachzuweisen. Soeben ist im Gotteshause dem Knaben die Einzigartigkeit scines Judentums gekündet worden, soeben ist ihm die heilige Bedeutung des Tages und seine Verpflichtung dem Judentum gegenüber bewußt geworden — und jetzt, kommen Anverwandte und Freunde und bringen ihm strahlend judenseindliche Bücher als Gabe fürs Leben! Tas jüdische Buch hat aber am Barmizwatage sein besonderes Recht auch deshalb, weil es zu anderen Gelegenheiten nicht verschenkt wird. Zu allen anderen Geburtstagen und Festgelegenheiten werden dem Knaben weltliche Bücher geschenkt werden. Ter Charakter der Barmizwaftier fordert aber, geradezu das jüdische Buch. Es ist die einzig wirklich berechtigte Gabe an diesem Tage Darum schenkt dem jüdischen Knaben an ihm das gute jüdische Buch! Berfhold Auerbach-Verein Dienstag, den 18. Dezember, Stuttgart-Loge Calwersfr. 89 Hihs., abends 8*4 Ohr spricht Oberrcdmungsrat M. Meyer Thema: „Zur Bibelkritik" Um sahlreidten Besuch wird gebeten Großes, schön möbliertes zweibefttiges Zimmer mit oder ohne rituelle Pension, Stadtzentrum, an junges Mädchen zu vermieten. Off. u. P. L 11 an d. Oemeindcztg. Oualltötz-OrtglNal« aus Baron Rolhsdillds weltberühmten Welnkellerelen In Rlschon le Zion Fomsto Tafel-u. D«MRrtwalR«,WalRbrancl Likör«. Hervorragende »»««IeIrrIWRIRR für Diobotllior, Blutarm«, Krank« und Magonlaidand«. AIUlnvrtH«b für Deutschland: lmport-a«s.-Palästina m. b. H. Berlin W57, B0iowstraße89