Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 18 (16.12.1928)
- Date
- 1928-12-16
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- [Seite] (sequence 2)
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innen 'in’ilniltmm’ durch dir oWoBbet riebe nicht mehr möcilidi. Gerade hier, wo die cigenllichc liefere Ursache der Zeilerkrankung z» Tage tritt, midie» hie Heilungsveeindie einfepen. Tie ge »lauten Eheanbahnungen, die gesdilossene» Trüb eheversidierungen und die Täligkeil der Braniau: Ilattuuge-veieiiie können hier nicht helfe». Mit den -,ivei aber gar fünftausend Mark einer A-niti iiu'reviulTi'iunji .'der eine* Brautittpeadinni: ifr i e>u uilage eine Eaesdiiieüiiiig nach nicht erniög!,rl» Tie iverdeu flir die inneichiung usw. ver au-.-gadl, vilde» aber keinen Hände-, durch dessen ,stn-.erirag da: Eiiikominen eine» Eaegailen neu neneiveei gesteigert erscheint, vier kann nur die 'ia»ieradscha>l-eeh!. auerding: in einem anderen Tinne aie dein aineriUiuischen, helfen. T:e iveiian: nlenviegende Zahl der eaesäv'gen iudi'chen Ä'adchen lit beruflich iaiig, hat aber den riir:t.’Mirfiiien-(flirret;, mit dem Eingelien her o h die Berussiäligkesi -auszu geben, uni gang bau. 17!'nerbe dee Ehegatten ui. leben. Tie er Ehrgeiz ,n. -d -elnan, da-: auf de» erneu Anblick scheinen mag, da: Unheil der ehefähigen weiblichen Cs» imb v'ii dem Xilemma, ob Tauienleben ober dln ldfigkeil, iollie die Enisdieidung der denken ■: fiidiicl'en Teau nicht zu schioer fallen. Ta-' chidbleni der Ehelosigkeit in zu einem guten 7eü ifeiöfi, loemi die oor der (rhe erwerbstätige A-uui IN der erbe eeiveibsiallg oleibt. Tag Die eriberbende .Tran auch ui der (rhe verusslätig '.leibt, uiir daniii an der wirlschaiilichen Eehal iiing de: geiileinsainen Hause: au ihrem Teile i»I!!dtig in, in die neue Torderung der Manierad ul'a'üicl'kei! Tn die Tian drans;en die Kon . e. . .' .- i i n v e e i :, der Cberraobiiier . i'.: 2' ‘di-ii'i:. re:'; durch S Pansen. Es in,.wie '.'l'i.ii: cha'uek ui einem Ponvori;u diesem ein --'.garugeu cheiiebnche sagt, „ei^ '-Mang durch große Httiergriinde, ein 46eg durch die Religionen der l.:elineerländer. durch diese Mnltnre», die sich au> der iberischen Halbinsel in einer unvergleidi l>rb farbigen und lebendigen Bewegung. in den Bauwerken uralter, ilüsternder Städte lrefsen ..." chfaren: Ehrenbrei-: erlebt Spanien: Ten madernen enrobäischen Staat soivohl wie den Sdauvlap einer Jahrtausende allen iMeichidue, da: Land iriedboller, gefegneler Entwicklung und die Sialien Iinmeilschljchstee polili-chrr und reli giöie. Verirrung. Zwei Seelen hat diese: Land, ziee, Heide» da: Buch! Orient und Okzi de n i. Raiionalismu: de: Westens verbindet sich mit d'tlichem phanlasievollen lMedankenslug in grandioser Synthese. okziSenlaler Wirklichkeilssinn verschmilz! mit orientalischer Einbildungskrast zu inner zwseivälligen und doch homogenen Mullur. v.'iit ossenen Augen und wacher Seele rein Eh -ei prei: durch Spanien, mit jüdischem Scharfblick und jüdischer Begei'ier»ng:krast gibt er sich diesem schone»! 1,'aiide hin, dem Z u d e nein besondere» Gepräge und Tormal gegeben haben. Mag man itfv, wa: Ehrenpreis sieht und schildert bewußt „jüdisch" gesehen, ja, vielleicht auch verzeichnet sein, den l>uderung:njürdig in da: jüdische Herz, da» sich inbrünstig einem Lande üisnel, da» in der Geschichte der Juden eine solche, wen» lischt ausschlaggebende Rolle gesvielt hat. Tie Liebe zur jüdische» universalen (Memeinschasl in der hervorstechendste Zug diese» R» ebnches. Je de: Urteil, da: Ehrenprei: fällt, in menschlich ge recht, jede Beirachtung au: dem Jdeenkrei: der Geschichte verständlich gemacht. Turch Madrid, Toledo, Lissabon, (Granada, Malaga, Eordova usw. sühn Ehrenpreis' Weg. Ueberall steift bald drohend bald lichtvoll die jüdische Bergangeuhcil aus: Znquisilionselend und Tage hüchner »ulturblüte, winklige, geheimnisvolle Zudengaifen, in denen die Bedrängten dem 230 - futrcmiii de: Manne:, so werde sie in der Ehe seine Kameradin. Bur für die Zeit, in der sie al» Mutier dem Kinde gehört und »ttilterpflichlig verhindert 'in, übernehme der Watte die wirk scnaiiliche Erhaltung de: Hause:. Tür diese Zeit mag eine Persicherung oder Türsorgeeinrichtung hrlseud einireten. Tie eigentlichen häuslichen Perrichkungen überlasse man der Hausangeslellten, uni die Mrast der Hausfrau für de» Mikerwerb freiziihalten. Tie Trau ist des (Balten Kamerad im besten Sinne und vollauf gleichberechtigt, wenn sie mit ihm oder neben ihm ivie vor der Ehe beruflich arbeite!. Ter selbstverdiente droschen ivird langsamer ausgegeben als der vom Maune in: Hau: gebrachte. Ta: selvstverdienle Min duiigsstück wird mit anderen Augen betrachtet als da: von dem Maune gekaufte. Tie so oft angc priesene Bescheidenheit und Bedürfniseinschrän kung in der Ehe ist sofort au: dem Reiche der ideellen Torderung Wirklichkeit geivorden, wenn die Trau au ihrem Teile mikerwirbl. Eltern und Erzieher, vor allem die Trauen selbst können an der Berwirklichung dieser Wo danken erst Mitarbeiten, die eine der wichtigsten Tragen der Gegenwart der Lösung näherführi. Tiese Losung heistt Mameradschastsehe im alten Sinne, aber im neuen (Meiste, indem die Trau der wirtschaftliche» Torderung der - (Megenwart gehorsam, nicht in völlig ungerechtferliglem Bichl: tun ihre Zeit und Mrast vertändelt, sondern kameradschastlich mit dem (Matten für die Erhaltung de: Hause: erwerbstätig arbeitet. Ta: wäre die rechte Mameradschastsehe und zugleich eine Losung eine: Zeilvroblem»! Tlammenlvd entgegen zitterten, und strahlende Tyuagogen, ungebrochene Zeugeii kiesen religiösen Trieden:. Zn der Madrider Bationalbivlivthek sallen die Tchatten der Znquistlion düster in Ehrenpreis' . Teele. Zn Predigtsammlunge», Protokollen, päpstlichen Bullen und todbringenden Erlasse» des S tntn «»kkic-i« sprechen Zahrhunderte furchtbarsten uienschlichen Elends zu uns. Par dem Edikt über die Austreibung der Zuden aus Tpanie», von Terdinand und Zsadella am lstl. März 1492 unterzeichnet, hat Ehrenpreis eine erschütternde Bision: Er hart den Todesschrei aus hunderttausend Meh le». sieht Scharen verzweifelter Gestalten durch de» Sannenbrand Andalusiens ziehen, die Thora rollen in der Hand. Auch unser Blick schweift zu rück und lief'in der Seele fühlen wir: Mit euch Heimattreuen Tlüchtlingen, verbindet uns eine (Memeinschaft des (Mlaubens, des Schicksal? und der .Hossnung. Weiler erzählt Ehrenpreis von den spanischen Zudenpogromen, welchen Tausenden zum Opfer sielen, von den Disputationen zwischen chvhen kirchlichen Würdenträgern und Rabbinern, die mit unerhörter Pracht der schaulustigen Menge van Thron und Mirche geboten wurden. Tas Ergebnis war immer wieder der schwelende Scheiterhaufen und das Sch'ma der sterbenden Märtyrer. Po» höchster Aktualität, bezeichnend für den neuen, jedweder Zntaleranz abholden Geist de» modernen Spanien» ist ein Gespräch, de» Ehren ' preis mit dem spanischen Diktator Prima de Rivera sühn. „Wir arbeiten!" das ist die Le bensformel des neuen Spaniens, die der Staats mann immer wieder wiederholt. Auf die Frage de: Persassers, wie sich Spanien zum Problem der religiösen Gleichberechtigung verhält, gibt Pli »,a de Rivera zur Antwort: „Jedermann steht es in unserem Lande frei,- seine Religion in voller Ungezwungenheit auszuüben. Wir müssen van diesen dunklen Erinnerungen wegkommen. Lassen wir die Geschichte Geschichte sein, wir müssen ge meinsam sür eine bessere Zukunft arbeiten." Ta: stärkste Erlebnis Ehrenpreis' war seine ' Bekanntschaft mit den M a r r a n e n, einer religiöse» Gemeinschaft, deren Anfänge in die Zeiten der Znauisilion fallen. Tie gründliche Darstellung de: Marranismu: durch Ehrenpreis, der fein Wese», seine Möglichkeiten und seine Bedeutung an Ort und Stelle studiert hat, sind sür die jüdische Religions und Multurgeschichte von allergrößter Bedeutung. Der Marrane ist, wie ihn Earl Gebhardt desiniert, „Matholik ohne Glauben und Zude ohne Wissen, aber doch Z u d e durch seinen Willen." Diese Be gtisssbe'i nmung iri-.t auf die ma:ra i chea Se't.n de: modernen Spaniens und Portugals in vollem Maße zu. Por Zahrlausende» schwuren sie unter dem Truck der Mirche den jüdischen Glauben ab und traten aber nur scheinbar zum Matho lizismus über. Zhr Leben war ein Dasein der Angst und Qual. Z» unterirdischen Gewölben er° sülllen sie die Gebote der jüdische» Religio», stets in Gesahr, entdeckt und zur Berantwortung gezogen zu iverde». Zn der Lessentlichkeit traten sie als Matholiken aus, aber im Düster spanischer Gassen sasteien und beteten sie, getreu dem Worte der Thora. Zm Lause der Jahrhunderte ging natürlich vieles vom religiösen Traditionsgut ver loren. Aber bis auf den heutigen Tag haben sich die Marranen den Zusammenhang mit der väterlichen Religion bewahrt, und Marcus Ehrenpreis gibt eine interessante Darstellung ihrer re ligiosen und gesellschastlichen Situation. Sein Tührer ist Ingenieur Samuel Schwarz aus Lodz, der bei geologischen Untersuchungen in den portu gischen Bergen die Marranen entdeckt hat und ihr Tührer geworden ist. Schwarz sührt den Verfasser in eine marranische Tamilie, einfache Schusters leute, und dort erlebt Ehrenpreis auch ein Stück Judentum und heroischer Glaubenstreue. Es ist eine Begegnung voll dramatischen Ernstes und jü bischer Zukunstshossnung, ein Gleichnis für die innere sittliche Mrast des Judentums, das, durch Bol und Tod getragen und gelebt, einer kleinen Schar den Weg gewiesen hat. „Wir sind ja so glücklich," sagt das weibliche Oberhaupt der Fa milie, eine ehrwürdige Greisin, „den einzigen Gott anbeten zu dürfen und die Lehre Moses zu erfüllen. Es waren harte Zeiten für uns, als die Inquisition noch Macht im Lande hatte." Er greifend und interessant zugleich ist, daß die Mar ranen, meint ihnen auch freie Religionsausübung zugestanden ist, dennoch ängstlich ihr religiöses Gut Andersgläubigen gegenüber verbergen. Auf ihnen lastet noch der furchtbare Truck der Jnqui sition. in ihren armseligen Hütten und Gassen wohnt noch das Grauen, und die Sonne des Südens hat sie zu freien Menschen noch nicht erwecken können. Und nun sitzt Marcus Ehrenpreis, der Lberrabbiner von Stockholm, in der kleinen Schuhmacherwohnung der Juderia von Lissabon und lauscht dem Gebete der alten Matranin: ,,Grand« Dens de Israel, Adonai Sebaot, Melo (lol liaarcs Quebodo, o lorle de lodas as armas, Senhor do Gen e da Terra: Großer Gott Israels, Herr Zebaoth, die ganze Erde ist vollvon Deiner Herrlichkeit, Tu, der Tu stärker bist als alle Waffen, Herr des Himmels und der Erde"... Sie betete in portugiesischezr Sprache. Das Hebräisch haben sie im Laufe der Jahrhunderte vergessen. — Tie erste offizielle Judengemeinde bildeten die Marranen vor wenigen Jahren in der alten Stadt Oporto; ihr Begründer ist Kapitän Barros Basto, der Sohn einer Katholikin und eines Marranen. Dieser Barros Basto ein anderer?alliöre — trat formell zum Judentum über und stellt den Führer der modernen Marranenbewegung dar. Seit einem Jahrzehnt wohnt er in Oporto und nimmt dort eine geachtete Stellung als Gesängnisdirektor und Pressezensor ein. In unermüdlichem Eifer gründet Basto eine Marranengemeinde nach der anderen, schasst Kultusgeräte, übersetzt und versaßt Gebetbücher, und ist Redakteur der marranischen Zeitschrift „Ha Lapid" (Tie Fackel), mit der er Das Land zwischen Orient und Okzident. Eine Buchbesprechung. “jil SCHIEDMAYER PtanoforMtabrtk v. J. u. P. 8ohl*dmay«r STUTTGART, Neckarstrasse 13, eck« umchstraM« FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETE TAUSCH STIMMUNGEN BEQUEME TEILZAHLUNGEN Ptmiortolwr SM41/4S ititNmmiNiiiiiiiiiuiiifflwiHHiliHnliHtwHRHiHRtfflWiHHniiiiiwiititwiltitiiititiHiilUHHiiitKiiiimiiiHiittiiiiiiiiinuiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiHiittniiiHiiiiiiiiinniitiiininHmimiiiHifflitiHiilRiHHiiitiitiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiifiiiiimiiiMtiiintnminmiHiKiiiiiiiiiiiiiifiifiHiiiiiiiiMfmiiiimiiiiH PRIX mm-tvim