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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-12-01 · 17 (1.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
17 (1.12.1928)
Date
1928-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
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- 222 - im voraus, daß hier zwei verschiedene Denker, $n>ei verschiedene Weltatsschauungen sich gegen übertraten, daß vielleicht an eine Annäherung der verschiedenen Ausfassungen, aber nicht an eine lieberem stimmung zu denken war! Heiclc legaun zieib.wußt, bestrebt e ne Klärung der Begrisfe Form und Freiheit zu geben. Er ging davon aus, daß man bei dem erie» Tis kusjionsabend nicht zwischen geschichtlicher und persönlicher, zwischen objektiver und subjektiver Religion unterschieden habe, und knüpfte daran die Frage nach der Grenze zwischen beschichte und Leben, zwischen «üemeinschait und Individuum, zwischen Form und Freiheit. Wie weit hat die objektive Religio» ihre (Geltung? Tic Lpannung zwischen den Begriffen.' objektiver Religion und subjektiver Religiosität beschäftigt die kirchlichen «Gemeinschaften ebenso wie das einzelne Indioi dnum. Ter Religiöse empfindet die durch Tradition und «beschichte beeinflußte Form oft als Hem muug des religiösen Erlebnisses, ebenso wie die tradilioirelle Religion sich durch das religiöse Er lebnis des Einzelnen gestört sieht. Buber anerkennt die Spannung, diesen.«tonslikt nur mit Vorbehalt und führt diesen üonflikt nur aus die Mangelhaftigkeit beider Lobären zurück. Tee heutige Mensch i't nicht mehr urwüchsig reli giös: er gibt ich nur Mühe, gläubig zu sein. Für Buber be'uiu ein so großer Unterschied zwischen Form und Freiheit nicht. Tic Grenze zwischen Individuum und Gemcinschasi in für ihn eine lockere. Für ihn gibt es keine religiöse Freiheit ohne Form und keine' Form ohne Freiheit. Richl in den strengen Begriffen Form oder Freiheit, sonder» in dem, was dazwischen liegt, sieht er das Wesentliche. Statt Freiheit möchte Buber religiöse Freiheit, religiöse .Hingabe, Intention, Gerichien'eiii gesetzt wissen. Buber erblickt in den kleinen lüeuieinschasien, die oft nur aus wenigen Menschen begehen, eine Möglichkeit, das sub jckliv religiöse Empfinden des Einzelnen mit der objekuven Religion in Einklang zu bringen. Tiefe kleinen «Gemeinschaften erscheine» ihm sehr wichtig. Sie stehen oft als Bindeglied zwischen stirche und Individuum. Auch für Hefele bedeutet Freiheit nicht Auf hebung der Fcrni. Aber er scheidet zwischen absoluter Freiheit und (Gebundenheit. Tiefe Freiheit resp. «Gebundenheit in nicht von der Geschichte, sondern von der Natur gegeben. Jeder Mensch hat einen Punkt, wo er absolut frei in. Tiefer Impuls tritt nur gelegentlich ins Bewlißlfein. Wenn der Mensch nicht mehr in Worten und Bildern' denkt, wenn er nicht mehr das Bedürfnis hat, sich milzultilen, dann in er absolut frei. Tas ist die Religion des inneren letzten Schweigens. Tiefe Religiosität hebt sich ab von dem, was Form ist. Wenn aber der Mensch in Worten und Bildern spricht, die andere geschaffen haben, dann ist er nicht mehr irei, dann hat er die Grenze der inneren Freiheit überschritten. Bube^s kann >nir dieser wortlosen Stille, mit dieser schweigenden Religiosität nicht das Wirken und Wesen der Religionsstifrer in Einklang bringen. Tie Stiller aller Weltreligioncn berufen sich aus das Wort als Impuls. Sie find angesprochen, „berufen" wordei«. Ter Gehalt dieser Ansprache ist objektiv, subjektiv ist nur ihre Form. .Hefele bittet die Religionsstifter als religiöse «Genies Her Ausdruck war ungünstig gewählt) als Ausnahmcmenschen betrachten zu wollen, weil die Religionsstifrer den subjektiven Impuls in ein objektives Gesetz. umgebogen haben. Jeder Ludwigsburg. EUGEN lllllilitntUBBBNII KOTT- ({ iiimwfliittiiiii v MANN AUTOwmiiiiniHwiiiii MOBILniuiiiiiiHiuiiiiu HAUS lEEUMIIIHilintll TELEPHON 3792 MHHUHItlillllHIII A. REINECK Telephon 3001 - AlleenstrsAe 8 Damenu. 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