Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-12-01 · 17 (1.12.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
17 (1.12.1928)
Date
1928-12-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/4904101-5441815-5443047--2044-4906021
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

- 221 -- H Butter- U. KlSU- #ilburburg*tr. SS (Ecke Undenspttrstr.) Ä SpUZlalgUSChMft Wueferung /rrf amf™* IfemüL «o» aunMst Frlsbur-OascbBft Johaaaasstr. 39 Uta MD»- mt stammt Bubikopfaohaltt W. Pflti« Haarwaacbca Oidalitra,Hi(la|< WILHELM FEUERSTEIN MÖBEL-WERKSTÄTTEN STUTTG ART - D E 6 E R LO C H Ftrmprtchtr 72374 Kirchstraft« 36,3-5 Anfartlgung aparter Möbel in bekannt solider Ausführung Innenausbau* Modern.Wand* u. Deckenvertäferungen Sie sudten aparte Kleider, Mäntel, Hilfe xu billigen Preisen und finden es im NODERAON DER DAME INH.: HERMANN STRENHZ' Marienslrafte 12 a ZahlunfiCTleiditening er-ntutll (ertetiei Korbmöbel Kindermöbel Puppenwagen Buntlackmöbel In gröOter Auswahl G. Mayer Schulstraße 2 Moderne Radio-Anlagen Neu aufgenommen: Musik-Apparate Neueste 3challplatten RADIO-FRANK / BOT“0H“TB«“ L TELEFON 63229, 64295 Verlängern Sie Katalog oder Vertieterberadi tTritlH63574EfVtll MotllSS6i!(ikirfstr.32 Paine Maßarbeit In Schuhwaren Qeneralvertr. kittechnischer Erzeugnisse Lehrwerkstätte für das Kitt-Verfahren Honoato ■•dollo A. KREMM UND EN STRASSE Nr. 1 Vornehme Handarbeiten Spez. i Gobelins u. Kelim Sämtliche Materialien Bllllao Proiaol CHR. STATTMANNS NACHF. '« Stattgart Telefon 27 734 Kfinlgsbau Beste Jn* und Ausländische Fabrikate Herrenhäte Sport- und Automützen Aparte Damenhüte für Straße - Reise - Sport 17. November d. Js. halt« die hiesige Ortsgruppe de» 9i. j. F. an die ganze Gemeinde Einladungen ergehen lassen. Diese schon seit Jahren geübte Gepslogenheit hat auch jetzt wieder gezeigt, daß die Mitglieder der Ulmer und Neu Ulmer Gemeinde beim 3tj Fgerne zu Gaste sind. Den guten Besuch auch aus Kreisen dar Gemeinde durste der Borsitzende des Bundes, Tr. Franz Hirsch, in seiner Begrüßung als besonbers erfreulich bezeichnen. Sämtlichen Mitwirkenden, die zum Gelingen des Abends beitrugen, wurde reicher Beifall gezollt und der Dank des Vorstandes für ihre künstlerischen Darbietungen zum Ausdruck gebracht. Nicht zuletzt galt dieser auch dem Bergnügungsausschnß selbst, der seine Aufgabe vortrefflich gelöst hatte. Ul«. Das Jsr. Vorstcheramt hat in seiner letzten Sitzung aus Antrag von Rabbiner Tr. Cohn 400 Mar/ zur Anschaffung von Büchern aus der Bibliothek des verstorbenen Rabbiners Dr. Straßburger bewilligt. Diese Bücher sollen mit den bereits vorhandenen den Grundstock der neu elnzurichtenden Gemeindcbibliothek bilden. — Rechtsanwalt Dr. R. Hirsch! hat für dieselbe di« Gesamtwerte von Gabriel Rieser gestiftet. Besitzer von Werken jüdischen Inhalts, die von ihnen nicht mehr benötigt werden, werden gebeten, sie ebenfalls dem genannten gemeinnützigen Zweck zuzuführe». Tie Namen der Stifter werden in den Büchern vermerkt. Stuttgarter Religionsgespräche Aeligionsges^äche im 20. Jahrhundert, klingt daö nicht wie Widersinn in einer Zeit, die für alles Religiöse scheinbar abgestorben ist? Trotzdem hat es das Jüdische Lehrhaus Stuttgart gewagt, zu öffentlichen Zwiegesprächen über Judentum und religiöse Fragen der Gegenwart einzuladen — und das kaum Glaubliche traf ein: sie kamen alle, der lustige Spötter und der nachdenkliche Grübler, der ungläubige Zweifler und der religiös Empfängliche, Männer von Geist und Frauen von Welt, um das neue Schauspiel zu genießen, zwei ernste Männer über ein religiöses Problem in Rede und Gegenrede zu hören. Wie beim ersten Abend war auch beim zweiten der gewählte Raum übervoll von einem Hörerkreis, dem man innere Spannung vor einem Erlebnis anmerkte. Man war gespannt, gerade den Traditionalisten Hermann Hefele, den Verfasser des ,»Gesetzes der Form", im Dialog mit dem Subjektivisten Martin Buber über „Form und Freiheit" zu hören. Man fühlte, daß es zu einer ernsten Auseinandersetzung kommen würde. Tie weitgehende Uebereinstimmung zwischen Michel und Buber hatte die Aussprache des ersten Abends in ein Frage- und Antwortspiel aufgelöst. Diesmal war eine tiefe Gegensätzlichkeit in den beiden Sprechern des Abends gegeben, und das Gegenspiel traf ein: „Das Wasser war viel zu tief", die Entfernung zwischen den beiden so groß, daß die Disputation ein Streiten war ohne gegenseitige Verständigung. Noch mehr — die Disputanten sprachen aneinander vorüber, so daß das Ergebnis der Aussprache die scharfe Antithese war, nicht, wie die meisten Hörer glaubten, zwischen Katholizismus und Judentum, sondern zwischen Katholizismus und Buber. Daß die Aussprache den Hörerkreis unbefriedigt ließ, lag aber nicht nur daran, daß die beiden Sprecher von verschiedenen, zäh festgehaltenen Voraussetzungen ausgingen, so daß schon darum ^ine Annäherung unmöglich war, sondern daß sie fortgesetzt wurde, obwohl sich die Unvereinbarkeit des Standpunktes der Beiden bereits in den ersten Minuten der Aussprache ergeben. Es ist doch schließlich sinnlos, daß zwei ernste Männer zweiundeinhalb Stunde an einander vorübersprechen. Wenn Buber erklärte: Jn jede/ Freiheit ist Form und in jeder Form Freiheit, so war alle Gegensätzlichkeit für ihn behoben und die Aussprache eigentlich erledigt, für welche Hefele als Thema vorgeschlagen: in wie weit sich die objektive Religionssorm gegenüber der Freiheit der subjektiven Religiosität behaupten kann. Gerade diese Scheidung zwischen Form und Freiheit lehnte Buber ab. Hefele blieb aber bei seiner Auffassung von der Möglichkeit der Trennung beider, indem er aus das Allerpersönlichste in der Religion, die sciotilla animae, das Seelenfünkchen absoluter Religiosität hinwies, das in den Reli gionsstiftern der Impuls gewesen. Aber auch das gab Buber nicht zu; er leugnete vielmehr Liesen Impuls in den „stisterischen Menschen". Aus naheliegenden Gründen wollte er das Beispiel Jesus izjcht in die Diskussion ziehen und so lenkte er dieses auf die biblischen Propheten ab, in denen dieser Impuls nicht in der letzten Zone der Stille gewohnt, die sich vielmehr auf die Anrede Gottes, die ihnen geworden, bezogen haben. Damit war die eigentliche Aussprache zu Ende. Sie führte noch zu einer Plänkelei über den Begriff des religiösen Genies, den Buber mit Recht als eine Schöpfung der materialistischen Wissenschaft für das eigentliche Gebiet der Religion ab lehnte, und über die Sanktionierung der objektiven religiösen Form durch die Geschichte, die aber nicht als Werturteil gelten darf. Die Aussprache endete in einen Monolog Bubers über das Tier opser der Bibel und über seine, persönliche Einstellung zur religiösen Orthodoxie und zum Liberalismus, einen Monolog, den Hefele mit einigen liebenswürdigen Dankesworten für diese Darte^ gungen unerwartet abschloß. Ter folgende Bericht schildert die Entwicklung des Gespräches im einzelnen: Dem zweiten Gesprächsabend, der im Rahmen des Jüdischen Lehrhauses stattfand, sah man mit besonderem Inter esse entgegen. Ter erste Diskussionsabend Buber- Michel litt, wenn man so sagen darf, darunter, daß beide Redner in den wesentlichen Punkten übereinstimmten. Das Gespräch Buber—Hefele sowie das Thema „Form und Freiheit" sagten schon uiHimimmimiimiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiim!: I Modenhaus | Stuttgart, Fürstenstr.1 Gegenüber der Hauptpost, am SchloBplatz | Bekanntes Einkaufs-Haus fQr gediegene | § Damenbekleidung und Wäsche, mit leistungs- I fähigen Spezial-Abteilungen. Strümpfe, sei* i § dene Unterwäsche, Trikotagen, Schürzen, Badewäscfae, Strickwaren usw. a Große i | Spezial-Abteilung für Harran-Artlkal § Bielefelder Hemden / Feine Unterzeuge § | Kravatten/Kragen/Pyjamas /Taschentücher 1 äiiiiiiiiiiiimniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiin : Stt. GB0I3 cWitme j Spezialgeschäftfür feine '^Landarbeiten 5 l Stuttgart, Qoststrafte 7 j "Behjon A-3L 22414 l E.&M. RICHNO WSKY Eberhardstr. 23 / Gegr. 1334 Haus für Gelegenheitskäufe ln Brlllanlan / Parlan QoM> und Silbarwaran mutrillu»Oitnte Chrtsilan Grober Oemelfiltipp MrlDaxer Sllberborditrabe 97 Tronfcf ti »t« 4a Fmigr«k 1S0S4 TtpMkfaad beaarabmu •oesttui I1 Grioin Sttatt Forststraße 62A Feine Herren««. Damengarderobe -Nlhmaechineii Torzfl(llcliei dentiches Fabrikat f6r Haoshalt -——itrlo Wliptl, Coiradt&ChL, Stuttgart, Kraaprlizstnfte 22 Esslingen, Untere Metzgerbachstraße 9 ► Aaf Woaaek •rMcbtarto ZiMu|iMti|n|n I 4 rtNwgerAfcjY, Üpg

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.