Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 16 (16.11.1928)
- Date
- 1928-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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203 brr Wüste wächst Israel am Widerstand bti kanaaniti schen ökflnrr«, in bet rntnrrvrnbrn Prriob« Df« Hel < leniSmus richtet sich bas Bolk am Heldenmut brr ' Makkabäer auf — Not ist notwrnbig. Den Juden drr Diaspora rrstcht rin geistige« Jrrusalrm - srrn vom Lande brr Bätrr vrrbinbrt sir r i n r Hoffnung tinb t i n Schicksal. Mohammrb in Arabien, Torqurmaba in Spanirn, Haß üdrrall, wo Jubrn wohnen unb doch sie existieren loritrr. Tausrnbr fallrn brm Progrom zum Opfrr, Tausrnbr lirgrn auf brn Kampsstältrn bes Weltkrieges, mörbrrischrr Haß schmäht srlbst bir jübischen Opfrr des Krieges — aber immrr härtrr wirb bas Erz. „Nur »ril wir Jubrn blribrn wollrn, hassrn sie uns. . ." «brr bas Bolk erstarkt an birsrm Haß, brr seine Lebensgarantie, seine — biologische Notwenbigkeit ist. Wir gehen nicht nach Palästina, weil uns bort bir Ebbe erwartet, aber wir bleiben, wo wir stehen, weil Qual unb Haß um unserer Erhebung unb Erlösung willen notn>enbig sind. Liegt in biesen Ausführungen für uns, bie wir doch aus baS Menschliche >m Menschen unb bamit aus Besinnung unb Erkenntnis rechnen, nicht ein trostloser Pessimismus? So wirb sich wohl mancher der Hörer bei biesen Sätzen bes Referenten gefragt haben. — Aber Tr Karl Lieblich' läßt eine Möglichkeit offen, bie i» ihrer Perspektive auch wieber auss Biologische abzielt und nicht aus dem Bereich bes Themas, sondern mehr als kritische Apostrophierung bes Bortrags (wenigsten« nach unserer Auffassung) gegeben würbe: Art kämpft nicht gegen Art, lehrt die Natur. In dieser Erkenntnis liegt bie Losung der Menschheit aus dem Kamps zur Befreiung. Hätte sich, so gestatten wir uns noch abschließend zu fragen, in einigen tausend Jahren Menschengeschichte biesc« Art Gesetz nicht schon lange durchsetzen müssen? Warum ist da» biogenetische Muß stärker als bas sittliche Wollen der »pecies Mensch? Bielleicht werbe» diese Fragen mit so vielen anderen die bas Thema mit sich brachte, an einem Abend behandelt und beantwortet, der ausschließlich der Aussprache über Tr. Karl Lieblich« glänzendes Referat Vorbehalten ist. Wir sind überzeugt, baß eine solche Veranstaltung stärkstes Interesse finden würbe. — Ter Bortrag Tr. Karl Lieblich« weckte den leb- .hafte» Beifall der Zuhörer, bie den Saal der Stutt-. gart Loge bis auf de» letzte» Platz gefüllt hatte». 8.8t. Stuttgart. Zionistische Arbeitsgemeinschaft. Am 31. Oklobcr bs. I«. sprach Leopold Marx, Cannstatt, über „Versuch einer Einführung in bie Gedanken Welt Martin B u b t rWir verweisen aus unsere Besprechung in Nummer 15 vom I. November bs. Js. Stuttgart. Am l. November bs. IS. konnte Lion S u ß m a n n, Seniorches der Mech. Trikotwebcrei Stuttgart, Ludwig Maier u. Co. A.-G. in körperlicher und geistiger Frische seinen Hfi. Geburtslag seien,. Ter Ju- Itzlar, der Ehrenbürger der Stadl Böblingen ist, hat sich t^>tz schwerster Schicksalsschläge in seiner Familie bis in« hohe Greisenalter eine selten^ Tatkraft bewahrt, der auch der große Aufschwung stines Hauses zu verdanken ist. Der Festtag gab weiten Kreisen Gelegenheit, ihm ihre Wertschätzung zu bezeugen. Stuttgart. Jella Lepman« Märchenspiel „Der singende Pfennig" ist vom Württembergischen LanbeStheater in Stuttgart durch Bermittlung des ChronosBerlage« in Berlin (Bühnenvertrieb der Teulschen Verlags - Anstalt) zur Uraufführung erworben worben. 1 Stuttgart. Tie Einlösungssrist für bie (Gewinnlose der Wertlotterie zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden. Frankfurt a. M., Holzgraben 2, 8, ist bis zum 15. Januar 1923 »er länger! worden. Eßliugeu. Ter Verein israelitischer Lehrer in Württemberg veranstaltet sieiwillige Forlbil dungskurse. Tie Gegenwart verlangt auch vom R e l i gionSunterricht, baß er nicht nur Kenntnisse ver mittle, sondern den jungen Menschen auch erziehe. Tas setzt voraus, baß der Lehrer nicht nur bie Stossgebiete beherrscht, um bie es sich beim Religionsunterricht han bell, sondern baß er auch bie neuen Ansichten über bie Kräfte bes Kindes, über den Bildungsvorgang, über die Erziehungssakloren, kurz, über bie großen Probleme der Erziehungswissenschaften kennt unb beherrscht. Wen» die neue Zeit eine andere Einstellung zwischen Lehrer unb Schüler verlangt, bann muß der Lehrer als der Haupl beteiligt» auch bie Pflichten kennen, die sich ^»is der Neu gestallung des Verhältnisses zwischen ihm unb dem Schü ler ergeben. Dieser großen Ausgabe sind bie geplanten Kurse gewidmet. Au« dem großen Arbeitsgebiet ist vom Lehrerverein zunächst bie Psychologie gewählt worben. Später sollen Stoffe au« dem eigentlichen Unterricht« gebiet folgen. Al« Tozenl ist Studienassesior Tr. C o n r a b - Eßlingen gewonnen worben, der sich in seiner „Psychologischen Jugendpsleg i", erschienen bei Vanbenhoeck unb Ruprecht, Göllingen, al« guten Kenner der zu behandelnden Fragen eriviesen hat. Tie Kurse sind öffentlich. Eltern unb alle, die sich für diese Fra gen interessieren, sind herzlich zur Teilnahme eingela den. Besonders willkommen sind Aerzte,-benn bie Bor tragsfolge zeigt, baß hier Erzieher unb Arzt gemeinsam interessiert sind. Ter Knrs beginnt Sonnlag, den 18. No vember, nachmittags um 2 Uhr, im Gemeindehaus i» Stuttgart. Ta« Programm kann bortselbst eingesehen werden. Eßlingen. Am 27. Oktober b. I. veranstaltete der hiesige Jüdische I u g e n d v e r c i n im „Württemberger Hos" eine Feier, zu der bie gesamte Gemeinbe eingelabcn war. Unsere Jugend, zu der auch bie Kinder de« Waisenhauses zählen, bol ein abwechs lungSreiche« Programm unb erntete mit ihren musikalischen Darbietungen sowie kleinen Theaterstücken herzlichen Beifall, der nicht zuletzt auch dem um den Abend hochverdienten Lehrer Weil vom Waisenhaus galt. \ Schwäbisch»Gmiinb. Auf Einladung der h esigen Ortsgruppe de« R.J.F. hielt Tr. meb. Franz Hirsch, Ulm, einen Bortrag über „Ziele unb Arbeit des Reichs bunbes jüdischer Frontsoldaten". Ter Redner verstand eS, durch seine vollendeten Ausführungen bie zahlreichen Hörsr zu fesseln unb erntete lebhaften Beifall. Im Mittelpunkt der sich anschließenden Aussprache stand bie S i e b l u n g S fra g e. Fabrikant Alfred Uhl mann bankte dem Redner .für seinen Bortrag und bat ihn, weitere Borträge folgen zu lassen. 8. Eäppinge». Ter aus dem früheren Israelitischen Ingcnbvcrein hervorgegangene „Jüdische Jugend» b u n b" hat seit Mai dieses Jahres seine Tätigkeit wieder ausgenommen. Neben regelmäßigen Heimabenlen und Sonnlagsjahrlen bestand diese in der Beranstal tung von Vortragsabenden, an denen stub. jur. Wal t e r L ö tv e n st e i n über „Psychologische Grundbegrisfe" reserierte. Auch fand ein Tiskussionsabend über bar Thema „Was ist mir Jugendbewegung?"' statt. Tas jetzige Programm behandelt die (beschichte der Jude» in neuester Zeit. Tie Führerschaft setzt sich zusammen aus: stub. jur. Walter L ö w e n st e i n. Hebe R o s e n I h a l unb Max Rothschild. — CAppingen. In der Vortragsreihe, die der Verein „Merkuria" gemeinsam mit dem Kaufmännischen Ver ein abhäll, sprach am Tonnerstag den 8. bs. Mt«, ini Bereinshaus Tr. Kurt E l w e n s p o e k, Tramatnrg am Württ. LanbeStheater, über „Tie Welt der Balla den" (Ernstes unb Heiteres!. Ter sehr beifällig auigc nommcne Bortrag, dem sich Rezitationen des Referenten anschloßen, war von den Mitgliedern de» Vereins unb ihren Angehörige» sehr zahlreich besucht. Im Lause de« Winterhalbjahrs werden noch mehrere derartige Vo? träge abgehalten werben. €«>lbre>». Reichsbund j ü b.i Frontsolba - len. Tie für de» 21. Oktober b. Js. einbernsene G e n e r a l v e r s a m in l n n g tvar derart schwach besucht, daß am Z.-November b. Js. eine außerordentliche G.B. ftattsinben mußte. Ersrculicherwcise war diesmal säst die Hälfte der Bundesmilglieder erschienen. Tie stattgesu» denen Neuivahleii zeitiglen folgendes Resultat: Borsitzender wurde der seitherige Führer des hiesigen R.j.F. E u gen B i c t o r, ein erneuter Beweis dafür, daß. man seiner vorbildlichen Leitung da« alte Berlrauen entgegen brachte. I» den Ausschuß wurden gewählt: Karl Kahn, Fritz K i r ch h e i m e r, Artur M a r s ch a l l und Aböls Oppenheimerl. Für ein noch ahzuhaltendes Essen owic ein Stistnngssest wurde ein Bei gnügungsausschnß eingesetzt. Schließlich wurde für bie am 24. November b. Js. in der Synagoge statlfinbenbc Gefallenen G e b c ii f f c i t r rol ähliges Erscheinen empfohlen. Heilbron«. Am 27. Oktober d. Js. crötfnctc der Ver ein „Einklang" in glanzvollem Auitakt bie Festreihe der diesjährige» Wintersaison. Man bars der Leitung des Vereins da« aufrichtige Lob zollen, daß Arrangement und Moderne Radio-Anlagen Neu aufgenommen: Musik-Apparate Neueste Schallplatten RADIO-FRANK / ,ora“’“ums“40 L TELEFON 632 23, 64295J Verloagea >le Katalog oder Verlrderbeiadl Pelzwaren gut and preiawert bei AUG. RÜGAMER 10 NEUE BROCKE 10 Umarbeitungen, Neuanfertigungen In eig. Kürschnerei FZZZTf E l»>»le Btnnlttimg ,. V natneitim «faWg anf.Ufn futm/rm 7Tinl«n, ewtlp,0»«e«aach. «MftlS, XCLM9I5 Die feine Zigarre |Zu Hause und unterwegs nur vom CIGARREN-HAIST M O LTK E S TR A S SE 23 and GARTENSTRASSE 4Z MM «rlttMt ■ ■■■■■■ Bel Kimtea Sonderprell«t ■■■■■■■ mnwmunit ii Bruicr. MuMHeilerg NEUE STRASSE 44, FERNSPRECHER Ml «7 Neuest eingerlcht. Betrieb für Hotel-, Familien-, Herrenu. 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