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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-11-16 · 16 (16.11.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
16 (16.11.1928)
Date
1928-11-16
Page
[Seite] (sequence 6)
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MimitiimiiMiiiiHHiiHiimiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiiHiiniwniiHiiiHiuiiiiiMiuiiiiMwwpntiiHHiiiiiHHHiinnnmmHUMHwiiHiwmHn D Stuttgarts Z schönste Äergnügungsftätte . "lmminiml UN,„I.IM,„M,»,«,»,«-..MW. — jSatriKIoti Cxcelsror Schloßstr. 40 a Fernsprecher 3tr. 216 39 in jüdischen .«reisen, die 'ich zu drei Vierteln aus stauslcutcn zu>ammcni,tzen. während der Rest von Aka deniikern beslrine» wird, aus» stärkste bemerkbar. Tic zunehmende Fndiisirialiiierung treibt die chrisrliche Be völkerung immer mcbr in die kaufmännischen Beruse, woraus, sich iii.' den jüdischen stausmann eine er sctnvene Eristeuzmöglichkeit ergibt. Aui dem Lande machen stapiial»»! und fehlen&e Ausbildunzsmöglicki feiten ein Fonkonimen immer ichiverer. Tazu sebll un ierer Luvend da» altjüdiickie Teilten und Hübten und die sittlich religiöse strai't im stampfe ums Ta-ein. Abbilje ist hier dringend nolivendig. Möglichkeiten dierzn erblickk der Redner iu der Rückkehr zu einiacheren und gc'ünderen Lebensformen, Neuorientierung >n Be russsrage» und vor allem auch in der Unierstüxunq derjüdischen Geichästsiveli. für die 'c» Pilichi .in, jiiPiifln' Angestellte auszunehmen. Be>ondcrc» Intcrenc sanden die. AussüKrungen de» Reierenken über die so zialcn Mißstände Tie ge'ell'ck,ältliche Schichtung de» Fudinliiin», die Ueberbaiiduabme der Mischehen, der zahlenmäßige Zurückgang der jüdischen Bevölkerung da» alle» üud Erick»'i»unge», die aus» ichwerste zu den len gebe» und die nufere jüdiiche fugend flar in» Auge jaiien niust, ivenn iie iicki und ibre jüdische Eltstenz nichl ausgeben null Tie Zugendbünde >ind die gemein ianie Ba>i» und stiajlauetle, die jeden einzelnen mil iozi'aleni Empiinden ersüllen must Tie Fugendvereiue sind serncr dazu dernsen, durch Vermittlung ,üdischeii Äis'ens der fugend den Anschluß an da» echi-jüdiicl>e Llde» der früheren Tage z>i erleichtern. Aber hierzu ist auck! die Unterstützung der Aelteren dringend erior deri»a>, wie übeihaup: der Erfolg aller dieser Be sirebunge» an>» engste mit der Hilfe voii Elternhaus, Sckiule iiutzJ'iemeiude verknüpit ist. Wenn Alt und Fung iicki um die Erreichung eine» jüdische» Ledensideals aenieiuiam müben. dann Iverdcn alle Röte der Jugend, die ja aucki die Röte der Aeliereu iivd, verschwinde» lind Mit der Wiedererweckung de» Religiösen wird das Judentum voij Wurzel aus gesunden Ta» inbaltlich und iorniell ausgezeichnete Referat fand den dankbaren, Beikai: d,r Hörer. Hierauf erstatteten die Tele gierten der ei.iz.lueu luüriiembergische» Fugelidvereine Bericht über die von ihnen geleistete Arbeit E» svra chen: 'iii den ..Benhold Auerbach Beiein" Tr. Ei» st e i(n. sür den »Bund jüdischer Engend „Montcjiore", Heilbronn, Tr. Lu? Rviengarl und Carola R ri », >ür Ulm Hcrm a n n Straßburger, sür Estliugen Lberlehrer R o l b > ch i l d, sür Göppingen Walter L ö n> e n st e r n, sür .Cord Adolf Lau d a >l e r, sür Lauvbeim F a n » n «ab u, sür Buchau \j i r s ch, für Rottweil Bella Straßburger und! sür Haigerlock) ist u st a v 5 p i f r. Aus allen Berichten ■ ging hervor, dast in sämtlichen jüdischen Iugendvercincn Württembergs ein ernster Arbeitswille besteht, der, wenn der Landesverband die nötige Anregung und Unter» stühung gibt, sicherlich sür das Judentum reiche Früchte nagen' ivird. Ei» Teil des Nachmittag» war der Aussprache über das Tagungs Referat gewidmet. Anschlie stend erstattete Lberlehrer Adler den stassenberichl de» Landesverbandes. Ten Schluß der Tagesordnung bildete die Neuwahl des Vorstandes. Es wurden gewählt: Lberiekrclär Julius Wistmanu zum l. Vor iitzenden und Redakteur Hans S I c r n h c i ui zum Schriftführer und staffier. Ausichußmilgliedern wurden bestimmt: Tr Walter Ei » st e i n, Stuttgart, ist u st a v S v i e r. Haigerloch, Carola Reis, Heil bron» und Hermann Straßburger, Ulm. Ter »eugewgsilte Berbandsvoriitzendc dankte noch de» um die jüdische Jugend so vcrdieiilen srühere» Vorständen, Rabbiner Tr. EoK», Lberlehrer Adelsheimer und Lderlebrer Adler, die au» dringlichen Gründe» aus eine Wiederivaln verzichten inustien, und schloß die Tagung mit dem Ausdruck der Hoiiaung aus eine »eitere ersprießliche Tätigkeit. II. d>t. Stuttgart. B e r l K o l d Auerbach Verein. „Mensch, stürbest du nicht gern, ivas nützt dir dann dein Lebe», das Leben wird dir erst durch deine» Tod gegeben . . ." io kündet Angelus Silesizis in seinem , Euerubiniickien Wandersmann'' und spricht damit nn\ »igstens ,'orm.il gedanklich ans, ir-as Tr. starl Liebl i a> seinem am >>. November d. F. gehaltenen Vor trag über Judenhaß und Zuoenichickial" leitmoliaiich zngliinde legte. Wir sage» „sorinal gedanklich", weil iur Tr. starl Lieblich eine ziviugende Notwendigkeit, ei» scstnnirissenes biologische» „Mutz" auch im Wci st,gen entscheidend ist 'und weil ivclthislorische ei" st and.' seiner Beweisführung »ach nicht» iveilcr iind als Erscheinungssorinc» einer sinnvollen, eigengeietzliche» Biogencse. Wir wollen hier nicht eiilicheidcn, ob eine solche Belrackiiungsweise in der Lage ist, auch die Homogenität de» Geistige» in der Welt restlos zu erklären wen.i wir auch grundsätzlich zugebcn, dast entwick,»ngs geschirbtlicki gesehen, eine Radizicrung der Prinzipien „Siosi" und „Geist" durchsührbar ist. Fiiwicweit erakl wissenschaftlich die Hnpolbese de» biologische» und „ack, Lieblich aucki des geistigen Entivicklungszwangs beule noch haltbar ist, könneii wir im Rahme» dieser kurzen Betrachtung nicht untersuchen. - ~r Wir wollen hier gleich eines vorauSnehmen unj> sind überzeugt, daß wir hiermit im Sinne jedes Hörers urteilen: Sowohl formal wie feiner gedanNichen Turlü» führung nach war das Referat Tr. Larl Licblichs eine meisterhafte Leistung: ein Bortrag, dessen sprachlicher Ausdruck bis ins Tetail von einer nur einem T i ch t e r eigene» künstlerischen Elestaltungskrast durchglüht und geprägt werde» konnte. Es war in wahrstem i Sinne des Wortes ei» Genuß, Tr. «arl Lieblichs so! ganz unpathetischen, dafür aber trotz der säst dich > terischen Gestaltung des Borlragsstofscs - umso präziseien Ausführungen zu lauschen. — Tr. «arl Lieblich ist der Ansicht, daß Antisemitismus „eine Notwendigkeit unseres Blutes" aber auch „unsere Auserwähltheit" ist. Er leitet seine Beweisführung dadurch ein, daß er die biblische Erzählung des . Turmbaus zu Babel, der ja die Sprachcnvcrwirrung zur Folge hat, für den Anfang eines Zeitalters erklärt, i» dem erstmalig die seelische und geistige Tif- > fercnzicrung der Völker in Erscheinung tritt. Wenn ' der Redner nun weiter sagt, daß diese Scheidung nicht j a!» Strafe sür die Vermessenheit des himmelstürmenden Menschengeschlechtes, sondern als das „Umsichgreifen einer göttlichen Tatsache" gewertet werden muß, die in ihrer gewollten Gegensätzlichkeit jetzt biogenetisch die t^arantie sür die Erhaltung der Menschheit birgt, so ist er von dem interessanten Versuch, die materielle und geistige Prägung der Großwelt sowohl wie di« der ' «leiiiwclt von einem cigengesetzlichen Zwang abhängig zu j iiiache» nicht mehr weit entfernt. Tr. «arl Lieblich : unternimmt diesen Versuch auch und zeigt, wie d i e Charaktere der Völker, die sich nicht verstehen und; nick» verstehen dürfen, wie in dieser Völkergemein-; ichait die Juden selbst wieder einer naturgcsetzlich; bestimmten Eristenz unterworfen sind, die ihre histo-! rische «oniinuität letztrndig einer ewigen Antithctfk der! Geister verdankt. Wie in der Tier und Pflanzenwell die Spaltung des Lebens, die so oft Bitternis ist,; nalurnolwcndig für die Erhaltung der Arten ist, so bedeuten fiir den Menschen und auch sür den j ü d i * s di c » Menschen stampf und Abwehr stets neue st rastauellen und Lcbcnsimpulse. stlar und überzeugend zeigt dies der Redner anhand eineskurzen Strciszugs durch die jüdisch^ Geschichte. Wellenberg folgt auch hier auf Wellental, religiöse Lauheit venvandclt sich im Ansturm feindlicher Mächte in goltcrfüllte Bereitschaft, alle guten Bolksinstinkte entzünden sich an der Bitternis des Lebens zu verheißungsvoller Entwicklung. Aegyptens Fron läßt dem Volke eine» Moses erwachsen, nach zweifelndem Gang i^l Commerzu. Privat-Bank Aktiengesellschaft Filiale Stuttgart DOERTENBACH &CIE. Königstraße 43 » Stuttgarter Gewerbekasse A.G. (Handels-und Qewerbebank) Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien Filiale Stuttgart Disconto-Gesellschaft Filiale Stuttgart Bank Spar- Konten ZINSSATZ 6% Dresdner Bank Filiale Stuttgart iMb WÜRTTEMBERG ISCHE VEREINSBANK Filiale der Deutschen Bank Zftt. {B0I3 'Witwe <Spe3ialges<£äfifür feine '^Landarbeiten Stuttgart, tfostslraße 7 Tptltjon <S.-Dl. 22414 SCHAUFENSTER- Reklame ANSCHRIFTEN / GLASSCHILDER ENTWURF FÜR GESCHÄFTSDRUCKSACHEN A. MIEI I. 34 Qt^oltnrcnu vornehmer 'fL/oitnraniiie INHABER: JOSEF HESS cJlutlßarl FERNSPRECHER 2869S BLUMENSTR. 36a pt. NllUlllfillillllllllj

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