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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-10-16 · 14 (16.10.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
14 (16.10.1928)
Date
1928-10-16
Page
[Seite] (sequence 6)
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nuamiiniii - 174 - nmtiimmiKH!iinmu!iii II1MJIII IMlMMIMWEEEEEIWIWIIlM«» Stuttgarts schönste Vergnügungsstätte HZaviNon Exceßftor Schloßftr. 40 a Fernsprecher Ar. 216 39 BK8IHM gcuheimer, eine Etemeindevrrsammlung cinberuscn, damit über Maßilahmen zu einer wirksameren Bekämpfung der Bänder- und Hausbettelci beraten würde. Leopold Hilb berichtete eingehend über di« derzeitigen Berhallnisie, die eine Abhilfe dringend notivendig erscheinen ließen An Hand statistischen Materials wies Leopold Hilb auf di« steigende Inanspruchnahme der Armenkasse hi», dir aus freiwilligen Beiträgen der «^emeindemitglieder gespeist würde. Als besonders lästig werde die Tatsache cmpsunden, daß die Wanderbettler nicht nur> die Kasse in Anspruch nehmen, sonder» auch Hcusbetlclei beiriebe». Tie Ausführungen de/ Referenten sandei. die lebhafte Zustimmung der Ber iammlung Es wurde beschlossen, den Aanderbettler» zwar nach wie vor ein« Unterstützung zu gewähre», ihnen jedoch Merkblätter ju überreichen, in welchen über die zukünftige Art und Beile der Unterstüpungsgewädrung genaue Angaben gemacht werden. In den 'Merkblättern iperde vor allem daraus bingewiesen, daß jede küustigc Zuwendung die Einstellung jeglichen Hau»- bcttc; 5 zur Boräuesepung habe. Ten Gemeinde Mitglieder» wird dader driiigeud nahe gelegt, aus solidarischen w e erziederischen Gründen die praktische Auswirkung ge nannler Maßnabmcn iveitgebcnd zu unterstützen. ES wurde eiii besonderer Ausschuß sür den Aandcrarmen verein gciväkll Ter Bor'itz wurde Rabd Tr Cohn übcrlillge», z» seinem Llellrerlreier wurde Religionsoder lehrer Ädl» . bestimmt Nachdenkliches über jüdisches Jugendwandern. Es war ein sonniger Auguntag. liiecn bc'rieg man die Bahn, die in kurzer Zeit den von der Last des Arbeiislebens Befreiten zum duftige» Lchivarzmald führen sollte. Tie Wage» wärest mit jugendlichen Wanderern stark gefüllt, junge Bnrschen, srohgestimmie Mädels, die Rucksäcke und sonstige Feldausrüstung oben auf den Ge väckhaltern! (5s waren jüdische junge Leute, Kameraden, die von der Rheingegenü kamen, in einer Centrale zusammengestellt, um gemein sam Sckwarzwaldrouren zu unternehmen. Ein lustiges, ständig belebtes Häuflein! Sie stiegen an der Endstarion aus, sammelten und ordneten sich zum geschlossenen Zuge, marschierten stramm durch die gut belebte Sommerfrische und sangen dabei ihre Wanderlieder. Man konnte meinen, echt teutonisck.es Blut flösse in ihren Adern! Respekt vor diesem jugendlich frischen und froh gemuren Zusammenhalten, vor diesem strammen Ehorgeist, der völlig Unbekannte zusammenbindet zu gemeinsamem Genießen der Natur, zu gemeinsamem seelischen Erleben und zu geistigem Ber stehen. Gewiß hat Erwin Bär 'Ci. B Zeitung iil. August recht, wenn er bei den Kameraden „Körverlick kcit ilnd Geistigkeit" in schöner Harmonie. verbunden sieht. Erzieherisch ungemein wertvoll ist diese kameradschaftliche Fühlung, sie bedeutet sür das spätere Leben dieser Jugend eine Kraftquelle aus der hohe ethische Gewinne und Leistungen sür die Arbeit des „Teutf'ch mms und Judentums" entsprießen können. „Teulschtum und Judentum" eine schöne Pa role der Kameraden! Tas jüdische Bewußtsein ivird unbedingt gestärkt. Allerdings ist nach Er ... , V I Iausburö I'.J)irliartlstral.'t‘ Ou O D | * § | I ^eincn I | \\ asclic | | . \u.s.stattunöen | win Bär „irgend eine Formulierung vom Jüdischen dem Bunde nicht möglich!" Ich habe die Wahcheit dieser These gerade bei dem Zusammentreffen mit jenen frohbeschvingten Wandervögeln in ihrem vollen Umfange kennen gelernt. Ich interessierte mich sür die religiöse Seite der Kameradschaftlichkeit! Ich erfuhr nun zu meiner Ueberraschung, daß am Sabbath genau so biwakiert, genau sy gekocht wird w-ie am Wochen tage, daß es also auf der Wanderung keinen Sabbach und keine Sabbathruh« gäle, daß man an Speisegesetze natürlich sich nicht holten könnte und das Fleisch von überall her beziche! Ich dachte unwillkürlich daran, wie unsere Borsäuren anders gewandert sind: Auch gegürtet, auch einen Wanderstab in der Hand, aber doch mit dem Blicke aus ein Lpfer und auf den ungesäueclen Brotteig, der ein Opfer der Genusses darstellte! Solcher Lvfergeist fehlt sreilich der kamerad schaftlicken Jugend! Könnte man nicht „Deutsch tum und Judentum" bei den Kameraden gut zu einer Harmonie verbinden, nicht nur geistig, son dern auch praktisch? Sanitätsrat Ries sprach im Gemeindeblatte von der „Hygiene des Wanderns" und von den mannigfachen gesundhei'lichen Ge fahren. Ebenso könnte man von der jüdischen Hygiene des Wanderns sprechen und von den mannigfdche» Gefahren, die diese bedrohen!,lln seres Erachiöns könnte bei aller jugendlichen Frei heit und Fröhlichkeit der Wanderlust auch das jüdisch hygienische Moment volle Berücksichtigung sindeu! Es gehört dazu nur ein ernster Wille, pietätvolles Empsinden, ideales Denken, und strammer jüdischer Chorgeist! Es wäre das auch ein erzieherisches Moment von größter Bedeu tung, und es könnte dazu beitragen, die Ethik des jugendlichen Zusammenhaltens auf eine hö Here Warte zu stellen! Wenn jüdische Kameraden wandern, so sollten sie nicht daran vergessen, daß sie auch aus der Wanderschaft jüdische Ideale zu vertreten haben, und daß sie sich auch noch heule der Losung der Bibel erinnern sollten: Mit heute der Losung der Bibel erinnern sollten: „Mir unserer Jugend und mit unseren Alten wollen wir ziehen!" Bez.-Rabb. Dr. Kroner-Oberdorf. Eine Dreitage - Tour in Palästina. Bon Helmut Friedman», Stuttgart, (Schluß» Durch die Altstadt. Hier herrscht buntes Treiben. Meinem kleinen Begleiter will ichein lleines Geschenk für seine Führerdienste kaufen. Doch dieser wünscht Geld. Ich frage ihn: Wieviel willst du denn und waS willst du dann mit dem <Keld ansangen. Er wünscht einen Piaster (20 Pfg.) und möchte sich zu einem Paar Schuhe sparen. Ein Blick auf die alten Schlafen an seinen Füßen genügt» mir zu sagen, daß dieser Junge ein Paar Schuhe dringend benötigt. Nachdem ich ihm verschiedene Piaster gegeben habe, verläßt er mich mit strahlendem Gesicht. In der Nähe spielen ein paar jüdische Jungrns, da kommt, wie man «S oft im Lande sieht, ein 6-jährrger Fellachenjunge im Galopp auf einem Esel herangeritten. Da der Junge kleiner und jünger als die Juden sind, fühlen Letztere den Mut, den kleinen Araber vom Esel herunterzuwersen und zu verprügeln. Wenn immer von Araberüberfällen geschlichen wird, so ist nicht zuletzt die Schuld bei den Juden zu suchen. Und wie friedlich könnten Araber und Juden zusammen leben, wie eS vor dem Weltkrieg der Fall war. Ich bestelle mir einen Platz in einem Auto I nach Tiberias. Jüdische, aber jargonsprechende Polizisten übergeben dem Chausseur einen Strafbefehl. Sie wollen 5 Shilling, der Chauffeur handelt aber solange, bis «r den Strafbefehl mit 1 Shilling zu bezahlen braucht. Im Galil, sowie im ganzen Lande, wird in den Kolonien noch viel Jargon gesprochen. Safch besitzt uralte Bauten, aber auch schon hübsche moderne Billen. Sehr viel sicht man di« alten Juden mit PeauS, langem Bart und Stremel, doch das jüngere Geschlecht hält das nicht mehr für notwendig und rasiert sich mit „Rotbart" und „Bismarck'" (Made in Germany). Alte Araber tragen auf den Rücken gebundene Ziegenfelle mit Wasser gefüllt. Dies malerisch« Bild I sicht man in jedem Dorf des Landes. ' Am Gericht halten wir, denn ein Polizeileutnant will mit seiner Gemahlin mitfahren. Im Gericht ist ein Araber verurteilt worde», und die Fellachen drängen sich gegen das Gerichtsgebäude, um das Urteil zu erfahren. Ein Teil strömt eilends aus dem Gebäude zurück, und gleich darauf drängt eine Menge Polizisten mit Bajonetten die Menge hinweg. Dort hört man die Frau des Verurteilten schreien und klage» und händeringend herumlaufen. Würdevoll stehen die Beduinen und Fellachen da, mit ihrer malerischen Tracht in stolzer Haltung. Jetzt wird der Verurteilte bestraft. Er bekommt Rutenstreiche auf die bloßen Fußsohlen. Ein paar englische Richter erscheinen, die sich in einem bereitstehenden Auto verschanzen. Die Polizei ehrenparadiert vor dem Wagen der Engländer. Böller Wut stehen die Araber dabei, sich aber wottlos Und ruhig verhaltend. Nun steigt der Polizeioffizier mit seiner verschleierten, aber sonst ganz modern gekleideten Frau in den Wagen. Bergab. Kuhherden sind auf dem Wege. Und langsam fährt das Auto an den friedlich weidenden Tieren vorbei, während sich die Nacht aufs Land herniedersenkt. Auf der Strecke.wird eine Stelle zeigt, an ihr sollen die Brüder Josefs NEU EROFFNETI „flUUII niHWHIVIII VI Ul VyillMIIIIII« besorgt das Laden von Akkumulatoren jeder Art im Abonnement zu ungewöhnlich günstigen Bedingungen bei kostenloser Abholung una Zustellung. — verlangen Sie sofort mittelst Postkarte Vertreterbesudi. A IT T TT A t* Akknamlatoren-Großladeetatlon „aiUJLii RMMMa llpau« Io. 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