Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 14 (16.10.1928)
- Date
- 1928-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/4904101-5441815-5443041--1995-4905975- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
diesen in die Gmbe geworfen haben. Hier und dort ist etwas Jungwald. Doch sind alle diese Anpflanzungen jüngsten Datums. Wir kommen nach Migdal. Bor dem Orte thront ein riesiger italienischer Bau. Ich erkundige mich nach meiner Ankunst in Tibenas diesmal aber besser nach eineni Hotel und geh« in das bekannte und vorzügliche Hotel Hnßler. Dort gibt es schmackhafte Fische vom See. Ich geh« noch ein wenig am See spazieren, und wieder erstrahlt der Sternenhimmel in seiner ganzen Pracht. Schon um 5 Uhr wollte ich aufstehen, ober das Bett ist zu gut. Erst um halb 6 Uhr bringe ich mich aus den Fckiern. Um halb 7 Uhr fahre ich mit einem Omnibus nach Samach, welches an der transjordanisch-palLstinenfische Grenze liegt. Zuerst nach der herrlichen Kolonie Kinnereth. Wie schön ist es so in aller Herrgottsfrühe am See entlang zu fahren. In Kinnereth wird viel Biehzucht getrieben. Das Auto ist schlecht besetzt. Noch an einer Kolonie geht es vorbei, deren Name mir aber leider entschwand.. Wir fahren über den gerade aus dem See kommenden Jordan. Samach Nur Araber sich man hier. Der Chauffeur, der hier eine Stunde hält, will mir alles zeigen. Biel Polizisten au- Transjordanien siebt man, und auch Flieger tummeln sich in den Lüsten. Wie ich später erfuhr, hatte Ilm Saud zu dieser Zeit Transjordanien den Krieg erklärt. Ich gehe mit dem Chauffeur an den See. Wir setzen uns in ein leeres Boot. Ach, wie herrlich ist es im Sonnenscheine auf der glatten See sich iw Boote zu schaukeln. Bevor wir wieder zurückfahren, kaust sich der Chauffeur etwas und hängt es vorn an den Kühler. Nach näherer Betrachtung ergibt sich, daß an der Schnur, welch« um den Kühler gebunden ist, ein Zwiebelkern, ein kleiner Korkpfropfen und eine Perle hängen. Ich frage den Chauffeur, was dies bedeuten soll, Er antwortet: ich habe dies bei einem Zauberer gekauft und, wenn ich während der Fahrt dies vor Augen sehe, werde ich viel verdienen und Glück haben. Zufällig fahren auf dem Rückweg viele Leute mit dem Omnibus, und nun meint er triumphierend, recht zu haben. Wieder fahren wir den See entlang, an den heißen Quellen vorbei nach Tiberias. Ein alter Jude vermaaßert auf dem Markte die Bananen einer jüdischen Händlerin, natürlich den Mäher (Zehnten) für sich beanspruchend. Nach einem kräftige» Frühstück nehme ich mir einen Platz in einem Auto nach Jerusalem. Kaum sind war fünf Minuten gefahren, werde ich von großer Müdigkeit überfallen und schlafe, bis plötzlich wie eine Königin der Städte Jerusalem mit seinen Kuppeln und Minaretten vor unseren Augen erscheint. In weiteren fünf Minuten fahren wir in die Stadt ein. <m H* WM M tümS Verein zur Abwehr des Antisemitismus Jahresversammlung. Am 30. September fand in Berlin die alljährliche Mitgliederversammlung statt, die vom Borsitzenden. Reichsminister a. D. Dr. Gothein, geleitet wurde. Nach Begrüßungsworten gckiachte er mit ehrender Anerkennung der kürzlich verstorbenen Ausschußmitglieder Kommerzienrat Haeberlein-Nürnberg, Fürst Lichnowsky-Kuchelna und Studienrat Trenkner-Cadenberge. Der Vorsitzende stellte die ordnungsgemäße Einberufung der Versammlung fest und betonte, daß sie hauptsächlich formalen Charakter habe, um die geschäftsordnungsm ästige Erledigung des Geschäftsjahres 1926/27 nachzuholen; eine größere Tagung sei für den Spätherbst geplant. In seinem Tätigkeitsbericht umriß der Geschäftsführer Dr. Horlacher die Aufgaben des Vereins. Im Vordergrund stehe die Aufgabe der Aufllärung über die Unrichtigkeit und die nicht seltene Verlogenheit der antisemitischen Behauptungen; die Aufklärung darüber, daß der Antisemitismus als politisch«, religiöse und gesellschaftliche Erscheinung nicht vereinbar sei mit den Tugenden, aus denen gesund« Politik, echte Religion, wahre Gemeinschaft aufgdbaut sein muß; die Aufklärung darüber, daß der Antisemitismus eine doppelte Gefahr darstellt: für unser nationales Leben wegen der innenpolitischen Zerfleischung und der außenpolitischen schädlichen Wirkung, ein« Gefahr aber auch für di« Moral des Einzelnen, da Ueberheblichkeit, Verrohung, Haß und Oberflächlichkeit gezüchtet werden. Gefährlich sei.auch jene bequeme Mechode, alle Schuld an unerfreulichen politischen, Wirtschaft- - 175 - lichen und sozialen Zuständen und Borkomm- I nissen den Juden zuzuschirben, anstatt bei sich s selbst die Schuld zu suchen und aus der Selbsterkenntnis die Kräfte zur Arbeit an der besseren Gestaltung der Dinge zu schöpfen. Wie diese Ausllärungsarbeit in Wort und Schrift, durch Borträge und durch Verbreitung von „Abwehrblättern" und Broschüren gepflegt wurde, wies dann der Referent im einzelnen nach. Die Auflage der „Abwehrblätter" wurde wesentlich erhöht und die Verbreitung als Aufklärungsmaterial stark erweftert. In großem Umfange wurden Aufllärungsbroschüren verteilt, und zwar in vielen Zehntausenden von Exemplaren vollständig kostenlos. Die veranstalteten Bortragsversamnilungen waren besonders eingehend vorbereitet worden, sodaß ihre Auswertung gute Ersolge zeitigte. Erfreulich sei, daß in immer größerem Maße aus allen Tellen des Reichs Ansorderungen von Aufllärungsmaterial oder Wünsche nach größeren Aktionen einlaufen. Der Abwchrkampf ist ein schwerer Kampf, da die Vielgestaltigkeit und Schwierigkeit des Problems mit oft unzureichenden finanziellen Mitteln angepackt werden müsse, der Kamps sei gar manchmal auch niederdrückend angesichts der unlauteren Mlltel, mit denen di« Gegensefte kämpft. Aber immer Wickler erwachse neuer und starker Impuls zur Weiterarbeit aus dem Geftthl, daß es ein Kampf ist für Wahcheit und Gerechtigfeit, daß es gilt, unser Volk von etwas Krankhaftem zu befteien. Ueber die finanzielle Gestaltung im Berichtsjahr berichtete der Schatzmeister, Dr. Her- - mann Fischer, M.d.R. Sowohl der Tätigkeitsbericht als der Rechnungsbericht wurden von der Versammlung einstimmig genchmigt. Ebenso erledigte sich der dritte Punkt der Tagesordnung „Entlastung des Bor- I , standeS für die Verwaltung im abgelaufenen ‘ j Geschäftsjahr" durch einstimmige Annahme der - beantragten Entlastung. Die wegen Ablaufs der Mandatszeit ausschei denden Vorstands- und Ausschußmitglieder wurden sämtlich einstimmig wiedergewählt, .nämlich in den Vorstand die Herren: Reichsminister a. D. Dr -Ing. e. h. Georg Got hein, Berlin; Rechtsanwalt und Notar Dr. Hermann Fischer, 1 M. d. R., Berlin; Rechtsanwalt Willi Braubach, Berlin; CANNSTATT _yorfecnSnuiS'Nlifcl W gefen Orlpp« and Nalsarkraakunpaa Drogerie LWeäde, KOnUslr. 46 (Man a <h / e genau auf Hamanmmmer) » Caf« «Sehwetiikyorvt IM M AR KT $ TR. 24 / TELEFON Nr. 5*012 ■ EIGENE KONDITOREI IM Pünktlicher Versand nach aoswirts Conrad Schräg / Cannstatt Seflerstra$e 2 Mehl en gros la r. 10,11, SO a. 100 Ko. Mckea / Uefermag frei Haas WW Nir irilc Hlkl«><ibr1k«l<■ . AUfecwlhrtc .. ■■ Auto RcparatarwerkstiMlc Einbau n. Regulierung v. PALLAS Unterdruckförderern and Vergasern EUGEN BEUTTER misol^Tbbuttbr Cannstatt, KarlstraBe 18 a, Telefon 51202 Karl Kunze KAnlgstrefce 4« / Telefon 91124 nomiiopalhisdiE Zentralapolheke Hofrat U. mayer Cannstatt, Walblingerstr. 7 Einzige rein homfiopalhisfte Apotheke Württemhergs Lager feiner, moderner Pelzwaren Erstklassige Mabarbelt Umarbeitungen GÖPPINGEN R ADIOHAUS S v. GEHLEN S KIRCHSTRASSE 1 i Lieferung v. Radioanlagen u. Einzelteilen KARL SEYBOLD / TMwfbiMamt «MMritAre CiatUHaagni •Irftr. Cfati-, «traft* m. CI«aaloaiagra ^»riratRtaaBawirarr GÖPPINGEN /■-SSÜfSSEK Verkaafsgescfclfti LANQESTRASSE II Cal* and Conditoret FEZER gegen, dem« Haaptparfaot Feine to Oeaaertaaekaneoa SoksksTat» tgeililairto FBOPORA a «. espnrr ■ AuPaOee: OmSaO «an(« 1 Das Spezial-Geschäft für M Glas, Porzellan, Steingut JUNDH A Bfirobedarf BSromaschlnm Mromftkel GOPPINQIN FRIEDEICHSTRAStE SS FERNSPEECHEa Nr. SZJ E.h.heyder ZlegcUtr. 23/1., Telef. S07 M _ Decfcdednmgsnt | Aspfca I l'OuAlll BliisaMetteraalagea ). Kapphan fUnmenstr. 11 Telephon 105 OMNtri Mi RmhdSMU U BlUKB LW AilMEOblDMQS früz Krams Fernsprecher Nr. 1127 Reparatni werlutStte / Auio-ZubehÄr Lager in allen rtnsrhlEgtgcn Artikeln ipd - Sctve - Mer cefks-Bcaz arImrsMIc A. Bartholome INH. > EUGEN HOSPACH FEKNSPKECHER Nr. IM IHiran Modtra« Awg«N|ils«r Dampf»Kfcherei tdifra 488 mischt m» fraget! •mrasMc, •atfriaeafpomaecei Afrh-Ie», 9>Mi|» ksfrcalM chliesser i FRrteawe „Mul11 Langest!1. 13, Telef. 863 BtMfil ✓ DMUttSStl / FMt