Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 14 (16.10.1928)
- Date
- 1928-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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senster-Wettbewerb habe» sich auch die jüdischen Geschäftshäuser beteiligt, wofür folgende Finnen mit der silbernen Plakette ausgezeichnet wurden: Freudenbergrr u Cie. <Jnh. Willy Böhm), Adolf Hrimann am Markt, Modenhaus, Georg Lcndt, Warenhaus, I Ostertag. Herren-Konsektion, Seidenpapiersabrik Eislingou, Moriz Fleischer. Tie silberne Plakette war die höchste der zur Berleihung gekommene» Auszeichnungen. Ter Verein Mcrkuria hielt am SamStag, den 6. Oktober im Hotel Detlelbachrr sein Simchasthvlu-Kränzchen ab. Fräulein Lotty tzaus- Meister crössnele de» Abend mit gesanglichen Tar bsetungen. Sie bot rin sehr gnt zusammengestelltcs Progrcmund wurde von Franz Gruber in ausgezeichneter Weile begleitet Besondere Erwähnung re> diene» die mit großem Beifall ausgenommenen dellamatorischc» Borlrägr von Fräulein Margot GuI - m a»11. Tann kan, »ach guter alter Sitte der Tanz ausgiebig zu seinem Rechte. Tic unermüdliche Kapelle hielt Jung und Alt in bester Stimmung bis nach l Uhr zusammen! wie man hört, soll auch dann der Tanzbcdars noch nicht bei allen Anwesenden gedeckt gewesen sein. Tie Merluria hat mit dic>r Beranstaltung gleichzeitig auch die von Grund auf renovierten Räume ihres Stammlokale« Hotel Tcttelbacher eingtweiht und dadurch ihren Mitgliedern eine ange-- nehme Uebcrrafchung geboten. Durch den sehr zwecks mäßigen Umbau wurde der für Festlichkeiten zur Brrsüguirg stehende Raum nicht unwesentlich vergrößert; die Innendekoration ist sehr geschmackvoll und modern, sodaß jetzt unsere jüdischen Vereine für ihre Veranstaltungen den schönsten Saal unserer Stadt zur Verfügung haben werden. Clppin^e«. Fabrikant Samuel Bergmann feierte am 9. Oktober in körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag. Ter Jubilar kann auf «in arbeitsreiche« Leben zurückdlicken und ist als tüchtiger Kaufmann in weiten Kreisen sehr bekannt und bebeliebt/ Er ist der Gründer der hiesigen Korsettsabril Bergmann u. Sohn, aus der er sich im hohen Aller von 72 Jahren in de» tvohlvcrdienten Ruhestand zurückzog. In den hiesige» Tageszeitungen wurde des Jubilars in herzliche» anerkennenden Worte» gedacht. Heilbron«. Am 7. .Oktober d. Js. hielt d.r Bund jüdische: Jugend „M o n t e s i o r e" seinen SimchaSthora - Ball in der Adlerbrauerei ab. Man sah d eSmal von einer össentlichen Einladung ab, sodaß nur die Jugend sich zu einigen Stunden froher Geselligkcit - 173 - einsand. Bi« zun, Schluß der Veranstaltung herrschte eine ausgezeichnete Stimmung, di« nicht zuletzt einer Reihe heiterer Tarbietungen zu verdanken war. Heilbron«. Bezirksrabbincr Dr. Beermann «rösfnete die diesjährige Vortragsreihe der Volkshochschule mit einem Referat über jse» Tolstoi. Eine den Saal bi« auf -den letzten Platz füllend« Hörerschar solgle den nach Inhalt und Form ausgezeichneten Ausführungen des Redner« mit großem Interesse und dankt-: ihm durch lebhaften Beifall. Lanphti«. Ter hiesige Frauenverein vereinigte seine Mitglieder am Abend de« zweiten Tage« Chaul« Hammoed zu einem gemütlichen Beisammensein. Bei dieser Gelegenheit rezitierte Frau Dr. Oppenheim, Frankfurt, Eichcndorssche und Goetheschc Gedichte und laS, um die Zuhörer in da« ostjüdische Milieu einzusühren, eine stimmungsvolle Geschichte von Perez vor. Alle Tarbietungen waren künstlerisch vollendet und ernteten bci den zahlreichen Anwesenden reichen Beifall. Zum Schluß wies die Vorsitzende, Frau Rabbine: Tr. Treitel, aus den schweren Verlust hin, den der Landesverband durch den jähen Heimgang seiner verdienstvollen Vorsitzenden, Frau Henle, erfahren hatte, zu deren Ehrung sich die Anwesenden erhoben. Ter Frauenrerein beabsichtigt, wie bisher während de« Winters allmonatlich für seine Mitglieder gesellige Zusammenkünfte zu veranslallen, durch die bei fröhlichem Zusammensein mit geistiger Anregung auch das Geineinschastsgesühl gestärkt wird. Lauphei». Im ehrwürdigen Alter von 77 bezw. 69 Jahren dürfen die Eheleute Heinrich ' Hcumann und Frau E l c m e n t i n e geb. Regensteiner am 28. ds. MtS. das seltene Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Heinrich Heumann, Inhaber der Kleidersabrik E. Heumann hier, ist heute noch täglich beruflich tätig und versieht ehrenamtlich die Kassier-' stellt der Chewra Kadischa. Auch seine Gattin, die ihre LiebeStätigkcit mehr in der Stille - entfaltet, erfreut sich einer seltenen körperlichen und geistigen Frische. Auch von dieser Stelle dpm hochverehrten und allgemein geachteten Jubelpaare «in herzlich „Massel low! Ad mcoh wcessrim schonoh'». Schwab. Hall. Mit der Leitung der Mädchenschulen der AgudaS Jisroel in Palästina ist Fräulein K a r o l a R a ch m a n n aus Schwäbisch-Hall betraut worden. Fräulein Rachmann war bereits pädagogisch am Mädcheu-Gymnasium in Kowno und in Berlin tätig. Sie hat ihre Tätigkeit in Palästina am 1. Oktober ausgenommen Tübingen. Am 28. Oktckber d. I». feiert Gustav Hirsch, da« älteste Mitglied unserer Gemeind«, den _\_ HO. Geburtstag. Gustav Hirsch, dessen Eltern al« die erste jüdische Familie im Jahre 1852 von Wankheim nach Tübingen zogen, wurde im Jahre 1877 zum Vorsteher und 1878 zum ehrenamtlichen Grmeindepsleger der Gemeinde Wankhcim-Tübingen gewählt und beNeidetc beide Aemtcr ununterbrochen, auch nachdem 1882 Wankheim in eine Filial- und Tübingen in die Hauptgemeind« umgewandclt wurde, bi« zum Jahre 1925, wo da« hohe Lebensalter ihn zwang, sich von der öffentlichen Tätigkeit zurückzuziehen. Gustav Hirsch hat sichum die jüdische Gemeinde Tübingen große Verdienste erworben. Er hat ihr seine Fähigkeiten und seine Arbeitskraft jahrzehntelang in selbstloser Weise zur Verfügung gestellt. An der Umwandlung der ursprünglichen Filialgemeindc Tübingen in die Hauptgemeinde im Jahre 1882 sowie an dem in demselben Jahre erfolgten Bau der Synagoge in Tübingen hatte er den hervorragendsten Anteil. So verkörpert Gustav Hirsch ein halbe« Jahrhundert Tübinger Gemeindegeschichle, und sein 80. Geburtstag wird nicht nur für ihn und seine Familie, sondern auch für die ganze Gemeinde ein Freudentag sein. Mögen dem Jubilar noch viele gesegnete Jahre beschirden sein. Ulm. Au: den 29. September d. I«. hatte der Vorsitzende de« hiesige,: WohltätigkeitSverein«, I. 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