Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 14 (16.10.1928)
- Date
- 1928-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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- 171 - Jeden Bficherwuntch erfüllt Ihnen die SCHWÄBISCHE BÜCHERSTUBE Schneider & Truckenmüller Charlottenstr. 1/ Telephon 250 34 Lutz Themal billigt das Eintreten jüdischer Sportler in paritätische Bereine in kleineren Gemeinden, „in denen schon an und für sich die Existenz jüdischer Sportvereine in Frage gestellt ist" und dann, wenn es sich um besonders gute Sportler handelt. Zu dem ersten von Lutz Thema! angeführten Fall möchte ich mir die bescheidene Anfrage erlauben: „Warum sollen jüdische junge Leute in kleineren Orten paritätischen Vereinen beitreten, in größeren Gemeinden aber nicht?" Fühlen sie sich denn in diesen Orten nicht auch „körperlich unterlegen"? Oder sind sie nur an solchen Orten körperlich unterlegen, wo jüdische Vereine, die ursprünglich rein gar nichts mit Sport zu tun hatten, diesen als Werbemittel für eigene Interessen eingesührt haben oder wo der Reugründung jüdischer Sportvereine keinerlei technische Schwierigkeiten im Wege stehen? Was hat es denn überhaupt für eine Bewandtnis mit dieser eingebildeten Krankheit, die Lutz Thema! „körperliches Unter'egenhxitsgefühl" nennt? Wer, wie ich, einem paritätischen Sportverein angehört, kann sich, so oft ihm dies anscheinend schlagkräftigste Argument für die Daseinsberechtigung jüdischer Sportvereine entgegenhallen wird, eines leisen Lächelns nicht erwehren. Wir, die wir in die paritätischen Bereine gegangen sind, um der Umwelt zu beweisen, daß wir nicht schlechter sind als unsere andersgläubigen Altersgenossen, bekommen nun auch von jüdischer Seite das antisemitische Märchen von der körperlichen Untauglichkeit der jüdischen Jugend zu hören. Bis jetzt hat mir noch kein gesunder, kräftiger jüdischer Junge gesagt, er fühl« sich seinen andersgläubigen Kameraden körperlich unterlegen. Gewiß, es gibt schwächliche Jungens, aber gibt es nur jüdische schwächliche Jungens? Schwächliche Jungens bilden eine Ausnahme. Berechtigt aber eine solche Ausnahme auch zur Absonderung der gesunden jüdischen Jugend von ihren andersgläubigen Altersgenossen? Ich glaube nicht! Wenn Lutz Thema! einmal einen paritätischen Verein genau ansieht, so wird er finden, daß der Durchschnitt seiner jüdischen Sportler dem Durchschnitt der andersgläubigen Bereinsmitglieder vollkommen ebenbürtig ist. Wozu sind die jüdischen Sportvereine .also da? Sie haben meines Erachtens nur dort eine Existenzberechtigung, wo es jüdischen Sportlern unmöglich gemacht wird, in die betr. paritätischen Bereine zu gelangen oder wo ihnen eine unverständige Vereinsleitung den Aufenthalt im Verein durch schikanöse Behandlung unmöglich macht Von Vereinen, dir dem Deutschen Fußballbund oder der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik angeschlossen sind, ist mir kein einziger derartiger Fall bekaisnt. Wir dürfen uns, die wir sowieso schon genügend isoliert sind, nicht auch noch in ein freiwitliges sportliches Ghetto zurück ziehen. Lutz Thermal sagt, daß gute Leistungen jüdischer Sportvereine sehr viel zum Ansehen des Judentums beitragen. Das ist ganz richtig Aber ich glaube, damit ist die Notwendigkeit jü bischer Sportvereine noch nicht bewiesen. Haben nicht gute Leistungen jüdischer Sportler, die An gehörigen eines paritätischen Vereins sind, die selbe Wirkung gehabt? Wenn Lutz Themal als Beispiel den Wiener Sportverein „Hakoah" an führt, so dürste dieses Beispiel etwas unglücklich gewählt sein. Meines Wissens ist die „Hakoah" ein paritätischer Verein, der nur ursprünglich rein jüdischen Charakter hatte. Nur nebenbei möchte ich bemerken, daß die Glanzzeit dieses Vereins auch vorbei zu sein scheint, denn im Laus der letzten Saison mußte die erste Fußballmannschaft des Vereins in die 2. Spielklasse absteigen. Glaubt Lutz Themal nicht auch, daß das Mitwirken der Gebrüder Grünseld in der Ligamann schaft des Sportvereins „Stuttgarter Kickers", das Lausen des Langstrecklers Kohn für den Berliner Verein „Teutonia" usw. das Ansehen des jüdische! Sports mindestens ebenso fördert wie die Glanzleistungen jüdischer Sportvereine? Sport weckt das Gemeinschqstsgesühl, so sagt Lutz The mal, ganz mit Recht. Wir müssen aber nicht das Gemeinschaftsgefühl unter uns Juden wecken dieses ist schon lange wach sondern das Ge meinschaftsgesühl zwischen Juden und Nichtjuden. Ties läßt sich nicht durch Absonderung, sondern nur durch Vereinigung mit andersgläubiger In gend erreichen. Der gemeinsame Kamps nicht der getrennte um ein gemeinsames Ideal ist es, der das Zusammengehörigkeitsgefühl erweckt! Judentum ist eine Religions- und keine Sportgemeinschaft! _ (-'-> Das Israel. Fürsorgeamt N»iBfWtmii)iuaHfnninimHinniHinnHuiiMMiii«MHHU«nnRMnH«initi wendet sich an seine Freunde und Gönner mit der Bitte ujn Spenden für che Winterveisorgung seiner Hilfsbedürftigen. Eine große Zahl von Familien der Gemeinde befindet sich in bitterer Armut und muß mit Brennmaterial und Kartoffeln versorot werden. Vielfach sind die Anforderungen, die an das Fürsorgeamt gestellt tuerden. f£s kann sie nur erfüllen, wenn ihm die Hilfe seiner Freunde und Gönner zuteil wird, auf die wir stets rechnen durften, w nn es galt, Not und Elend zu lindern. Spenden werden erbeten auf Postscheck- Konto IS *93. Der herzliche Dank des Fürsorgeamts ist allen gütigen Gebern gewiß. \ J OUtö bw (fumumbut’ Stuttgart. Ei» Freund des Jüdischen Lehr- Hauses Stuttgart ersucht uns um Ausnahme folgender Ausführungen: In diesen Tagen öffnet das Jüdische Lehrhaus wiederum seine Pforten für das nunmehr beginnende Wintersemester. In der seinerzeit stattgesundenen tyründungsversamntlung habe ich Zweifel darüber geäußert, ob das geplante Uitcrnehmen von Bestand sein werde. Meine Zweijel bezogen sich nicht auf die Qualität dessen, was den Hörer» geboten werde-- würde, denn ich wnßte, daß sich ausgezeichnete Kräfte zur Beringung gestellt hatte«; ^rohl aber legten mir gewisse Erfahrungen der Bergangcnhcir Zweifel darü.c, nahe, »b das bei den Hörer» vorauszusetzende und zu Anfang vorhandene Interesse genügend start und nachhaltig sein werde. Ich bin nun in der Lage, über zwei der im Lehrhaus abgehaltcncn Kurse aus eigener Erfahrung zu urteilen, nämlich über den Kurs von Stadtrabbiü^r Tr. Rieger „Tic Weltrcligionc», ihre Stifter und ihre leitende» Ideen", und über den Kurs von Bezjrksrabdtner Tr. B c e r m a n » über den Propheten ^Jeremias. Mein Urteil kann nur ein uneingeschränkt lobendes sein. In beide» Kursen haben die Vortragenden einen derart weite», von allen Vorurteilen freien Standpunkt vertreten und ein derart umsasiendes Wissen an den Tag gelegt, daß die Teilnahme an diesen Borträgen sich zu einer Quelle reichster Anregung gestaltete. Was insbesondere die Lektüre des Propheten Jeremias an- BcnioM Auerbach-Verein Dienstag, den 23, Oktober 1928 Stuttgart-Loge, Calwerstr. 39 Hhs., abends 8.15 Uhr Vortrag von Leopold Marx, Cannstatt „Vmodi einer Etafthnm* ln die Gedankenwelt Martin Bobers“. Dienstag, den 50. Oktober 1988 Stattgart-Loge, Calwerstr. 33 Hhs., abends 8.15 Uhr sm »Neuerscheinungen auf jü> Zf nCIUldDCna. «Usch-llter»rtschem Gebiet*. Referent: Redakteur H. Sternheim VEREIN JÜDISCHES LEHRHAUS STUTTGART Gtsprält iter Jidtitn ul reliitüe friin der Ecieuurt. Das erste Gespräch findet statt am Sonntag, den 21. Oktober 1928, abds. 8 Uhr Im Saal des Hauses des Deutschtums. Erdgeschofi, Eingang Karlsplatz, aber Religion und Volkstum zwischen Dr. Martin Bllbcr und Wilhelm Michd i Weitere Gespridie: am Sonntag, den 13. Nov. 1928, abends 8 Uhr Ober .form und Freiheit* zwischen Dr. Martin Bober u. Dr. Hermann Hefele, im groben Saal des Oberen Museums, am Sonntag, den 17. Februar 1929, aber .Religion und Revolution' zwischen Dr. Martin Bober und Theodor BSoerle, am Sonntag, den 5. Mir* 1929, Ober .Weltbund der Religionen' zwischen Dr. Martin Bober und Prof. Wilhelm Haoer. Eintrittskarten zum ersten Gespräch zum Preis von RM. I — sind erhältlich in Stuttgart: In H. Undcmann« Buchhandlung. Stiftstr. 7, In der Bücherstube Bülow, Rotebühlslr. 21 und bei der Geschäftsstelle, Hospitalitr. 36; In Cannstatt: im Schuhwarenhaus Josef, Seelbergstrolle 11 und in H. Reitzcls Hofburh- und Musikalienhandlung, KOnigstr. 54. Unsere Mitglieder und Hürer erhalten gegen Vorzeigen der Mitglieds- bzw. Hörerkarte Eintrittskarten zum ermäßigten Preis von 50 Pfg. nur bei der Geschäftsstelle. Junges kinderloses Ehepaar sucht bcschlagnahmcfrcic 3-4 Zimmer «Wohnung in guter Stuttgarter Wohnlage. Off. unter P S. 201 an die Exped. der Isr. Gemeindezeitung. Stuttgart. Für erstklassige Collection in Leinen- und Baumwollwaren, Steppdecken, Tapisserien, Fabrikation von Bettwäsche, sucht hiesige Firma Vertreterinnen) zum Besuche zahlungsfähiger Privatkundsdiaft, Hotels, Krankenhäuser usw. Günstige Conditionen, verteilhafte Bedingungen. Off. erb. u. Ae w. <37 a. d. Exp. d. Oetik-Ztg. M KiMil LlßM (Ultra (Linie Muttgert-Nardllngen) Idyll, im Walde gelegen / / Sonnig und staubfrei Streng rituell / Prospekt / ErstkL Referenz. LeUuug: PrL Una later Fernruf Nr. 119 Ami Dopfingen in Württemberg HIEDMAYER Ptanotortofabflk v. J. u. F. Sotiladmayer STUTTGART, Naokarstrasse 12, Roico uiriotiatraaaa FLUQKL / PI ANINOS , HARMONIUM BiiiiitiiiiiiiiiiiiuiHiini HiiiitiitiuiiniiiiwiiwmnHiiiiiiiiuiKiiiimiiiiiiiiniiiiiiimiiimiiiuiiiiHnniiHiiiHiiiu^ Micro TAUSCH •TIMMUNOtN bkqukmc TEILZAHLUNGEN PamapraoHar 00041/40 iiwwuimutuiauiHiiHiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiuiDiiiiainuufluiaiiiflniuiuuiiiiiuiuniiiiiitiiuiiHiiiiiiii