Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 13 (1.10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
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scheinen, in Kriegszeiten zum Unterhalt der Ttadtsöldner 20 Wulbcn beitragen. Ter Rat ließ ihnen auf dem Jlgenplay t Häuser erbauen. Tic mußte» aber die Baugelder verzinsen, 300 (Kuldcn Jalircszins zahlen und der Ttadt 2000 lürildcn »»verzinst leihe». Auch die Württ. Re gierung erteilte ihnen für l Jahre Handelsfreiheit im Fürstentum. I.'>.30 »ahm Lazarus in die ihm überlassenen Häuser die Juden Enoch und Mar lus mit ihre» Familien auf. Kaiser Karl wies an» I. August 17,30 de» Juden Baruch und seinem Tohn Tcknnul äLolmrechl in Eßlingen an. 2a entstand hier eine neue kleine tKemcinde, de re» Äusenrbaltsreebi' am ll. März I7>38, am >0. Februar 17,10 und am 2. Februar 17,12 verlängert ivurde. >7,37, verwandte sich der Magistrat ilir seine Tchutzjuden, die tzamals in Tkuttgari wegen überiretenen (Geleites gefangen saßen. Ter neuen >K>,Heinde war nur ei» kurzes Ta fein beschieden. Paragraph 7 des Vertrages zwi sißen Eßlingen und Vüniemberg vvm 30. 2kt. 1712 benimmie: ..Tie Parst eh er der Ttadt müssen versprechen, die Juden, aus ihrem «Kebiet weg!„»c: «'»eil" Johann Jakob Keler. ^eschich'e der Ttadt Eßlingen, Teile 2I3-. Tamil war ihr Tckiickial besiegelt. Am 21. Tezember 17,43 wur den die acht eßlinger jüdischen Familien, zusammen 33 Personen, ausgewiesen. Tie san den Aufnahme in den benachbarten adeligen Crt schasien. Ta »abm Hans Kourad Tbumb am 30. Teptembcr 17,50 drei Juden mit Familien und lSe'inde für lO Jahre in Aichelberg auf und räumte ihnen ein Haus gegen eine Jahresabgabe van 7>0 «Kulden ein. I7,.v> ivand en iiel', aus Hellingen ausgeaste'ene Hilden ersalglas an Eßlingen um Ausnahme ''leitschriii des hisiari'chen Verein für Tchwaben und Aenbnrg, 2>>, T. 82 . Ter letzte Jude in Eßlingen rvar der vam Rate >7,7,7 ausgenommcne Talama van Hechingen. Er wurde hier ausgenommen, da er wegen seiner Arzneikunsr weit und breit berülunt war Pfasf, Eleschichte Eßlingens, Zeile 22> ss, Teire 725 ff. . .Handelsbeziehungen Ovischen eßlinger Bürgern und auswärtigen Juden benanden aber auch »och in der Folgezeit. Ta berichten die Prozeßakten des HofgerichrS zu Ratiweil mancherlei über Bezichungen der Eßlinger zu Juden in .Haigerloch und Hechin gen Bübrlen, Eßlingen im >6. und 17. Jahr .hundert, Teile lli. Ern im N>. Jahrhundert sollte es wieder zu einer Oiemeindegründung in Eßlingen kommen.?0n 23. August I8O0 wurde 7, jüdischen Fami liTii aus Wanklieim die Bitte um Aufnahme ^in Eßlingen gegen ein Tchutzgcld von 12 lAulden gewälirl. Bereits im folgenden Jahre kaufte die kleine «Kemeinde ein rituelles Badhaus und einen Plan am unteren Beutanufer für einen Friedhof. Im Jabre 181t; beklagte sich Eßlingen darüber, daß die Regierung.der Ttadt immer neue Ju den zuwiese. -Hier seien bereits bei einer Anzahl van 7,7,77, Einwohnern 12 Judcnsamilien mit ll! Kindern, die den 20 christlichen Kausleutei, großen Tchaden zufügten Pfasf, die Ttadt Eß lingen 1803 1823, Teile 7>). Tie tSemeindc besaß seit 1810 in der Heppächerür^ße -ihre Thnagoge, seil 1821 eine eigene Tchule im Tnnagogengebäude. Ihr erster Bor-- ~ bftrr war Rathan Edcrheiiner, ihr erster Lehrer Leopold Liebmann. 1842 wurde die Tchule mit fu’r des inzwischen hier am 23. Oktober 18-12 cingeweiluen jüdischen Waisenhauses das neue Heim wurde am II. November 1013 bezogen verbunden und >873 ganz aufgelöst. Zeit 1821 r wurden iin Eßlinger Teminar auch jüdische Lehrer berangebildct. Tas ist über ein Jahrhundert so geblieben. Erst im Ajiril 1028 sind die jü bischen Teminaristen dein Hcilbronner Lehrerse miuar zugefübrt worden, weil die dortige 0>emcinde reichere Bildungsmöglichkeiten für die lverdenden Lehrer besitzt. Tie Juden haben sich allezeit in Eßlingen als gute. Bürger erwiesen und regen Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung der Ttadt ge- _ nomine». Vom 17. Teptember bis 1. Oktober 18-13 fand eine Industrieausstellung auf dem Rathause statt. Tabei wurden besonders die gescl mackroJen Arbeiten von Jacob Levi gerühmt, der bereits >823 in Eßlingen eine Goldwarensabrik gegründet hatte. 1859 wurde die Lederhandschuhfabrik von Taniel Jeitteles, 1879 hie Fabrik - 162 - genähter Korsetten von Guggenheim u. Eie., um nur einige von Juden geschaffene industrieile Unternehmungen zu nennen, ins Leben gerufen. To haben die Juden der Ttadt nicht wenig zu ihrer Blüte und Entwicklung beigetragen. Tie (Kcmcinde zählte, am 10. Juni 1925 142 Per fönen, Boi denen allerdings mehr als ein Trittel Jöglinge und Beamte des Waisenhauses waren. Tie Gemeinde ist also nie groß an Iaht gewesen. Tafür hat aber stets i» ihr ein starkes religiöses Leben und kerniger Bürgcrsinn gewaltet (Rothschild in der Festausgabe der Eßlinger Jeitungß Möge ihr eine weitere gedeihliche Ent Wicklung beschieden sein! OIhS 4W Slulli'arl. ' t. SK i, ii ii r r Verein für Kran k e u v f I e a e und L e i rfi c it b t sl n t I » n g, E. P. Bei de> durch da- Ableben des Vereinsvorst,indes, Koni inerzieniat A d o I i Wolf, bedingten Aeukonstilnie rnng des Ansichuües ivurde» L e o p o I d V c d i zu in ersten Boriitzendrn, I o i c i 2 ili io a r $ i rfi i l b zum Schriftführer und stellvertreienden Porii->c> d?n i nd SK a r C ft erber <’ zum .Kassier bestiwmi. Stuttgart. Benützet »ii Teiegrammsormu'are »es Jüdischen Fraucubundes »ei freudigen und traurigen Anlässen! Ter Stuttgarter Zladtverband des Würlt. Hohcnz. Landesverbandes des Jüdischen Frauenbundes wendet sich wiederholt an die Oeffentlichkeit mit der Bitte, an Stelle von Posttelegrammen die Telegrammsormulare des Jübische» Frauenbundes bei freudigen und traurigen Anlässen zu verwenden. Ohne ein finanzielles Opfer zu bringen, kann dadurch jeder Jude, jede Jüdin die Wohlsahrlsbestrebungen des Jüdischen Frauenbundes unterstüjen. Ein Telegrammformular kostet Mk. 1. , die ausschließlich de» Wohlfahrtsbestrebunge» des Jüdischen Frauenbundes Stuttgart zufließt. Tie Formulare sind geschmaävotl ausgcsührt und tragen die Worte dcS Psatmisten: „.Heil dem, der der Armen gedenket." Tic Buchhandlung Levi, Calwerstr. 27,, hat sich in dar« kenswcrtcr Weise bereit erklärt, de» Verlaus der Telegramme zu übernehmen. Außerdem sind sie durch die Ausschußmilgticdcr des Ztadtverbandcs zu beziehen. Stuttgart. Vom S t a d t v e r b a n d des Jüdischen Frauenbundes erhalten wir die-solgerde Juschrist. Ter Stadtvcrband des jüdischen Frauenbundes möchte jungen Mädchen, die Lust haben, sich dem Haus halt zu widmen, znr Ansbildnng vcrheifen. Tiesc sollen zu diesem Jwecke ein praktisches Lehrjahr durchlaufen. Es iverden deshalb jüdische .Hausfrauen in Stadt und Land mit ritueller oder auch uichtritueller Haushaltung gesucht, die sich der Ausgabe unterziehe» wollen, un gelernte Mädchen in alle Jweigc des Haushalte« Kochen mit Anrichten und Servieren, Waschen, Bügeln, Flicken, evtl, auch Kinderpslege einzusühren. Es soll dadurch neben dem großen Nutzen, den das junge Mädchen durch das für sie unentgeltliche Lehrjahr genießt, auch vielen Hausfrauen, die sich heute die hohen Löhne der Hausangestellten nicht mehr gestatten können, eine tätige Mithilfe im Haushalt geboten werden. CANNSTATT 4 IR SafS 6#fO(itfQarN \M MARKTSTR. 24 / TELEFON Nr. 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