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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-10-01 · 13 (1.10.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
13 (1.10.1928)
Date
1928-10-01
Page
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- 158 - fassendes Panorama. Halb Palästina kann man von hieraus sehen. Im Westen das Mittelländische Meer. Im Lüden die Berge Iehudas. Im Osten den Tiberiassee sonne den Merom Lee. Und im Norden den Berg Sermon, sowie Syrien und Antilibanon, beide gänzlich in Lchnee ge hüllt. Lolch ein umfassender Ausblick läßt seines gleichen suchen. Im Tale die jüdische Kolonie Machanajim und noch verschiedene andere Kolonien, wie Mischmor Hajjarden. Ten Jordan sieht man vom Merom Lee in den TiberiaSsee fließen. Und dort unten blüht und grünt es um die Wette. Im One angelangt, bekomme ich ein Auto, vielmehr einen Herrschaftswagen, deren es nur' wenige im Lande gibt. Wieder in die Höhe. Tas Mittelländische Meer ist nicht mehr zu sehen, sonst haben wir aber immer noch denselben Blick wie den geschilderten. Turch Olivenhaine sind wir bald in Lased. Man sieht hier am Eingang des Ortes eine alte Festung. Lased ist in drei verschiedene Quartie'e geteilt. Bon Lased aus siebt man den iveit mehr als tausend Meter tiefer liegenden Tiberiassee. Tie «legend ist gebirgig, stübl ist es hier oben, denn wir sind etwa M»0O Merer über dem Meeres spiegel. Nach Merom bekomme ich abermals keinen Wagen und so muß ich diese Tour aufgeben. Ein kleiner jüdischer. Junge erbietet sich mir, die Ltadl und alles Lebenswcrte zu zeigen. Tie Ltadt ist lerassenförmig angelegt. Ter Weg durch die Ltadl führt über die Tücher der Häuser. Wenn man von einem Tack herunlerkomml und sich nach dem' weiteren Weg umschaul, so wird man gewabr, daß sich pieser immer weiter über die Tücher fortsegk. Also der Borrlatz des einen Hauses ist zugleich das Tack des tiejerliegenden Hauses. Lp geht es etwa 20 Häuser tief inS Tal hinab zu dem Friedhof des Ortes. Ein paar kleine Freunde meines Begleiters leisten dem leptgenannten Gesellschaft. In diesem Friedhof nibeu viele berühmte Männer, unter anderen der Belsaiser des Lckulchan Aruch, Rabbi Luria mit seiner Freu und vier «intern, sowie Rabbi Josef Hagalili fanden hier ihre letzte Ruhestätte. In einer einige Meter entfernten Höhle liegt die tapfere, gotteSfürchtige Mutter Hanna mit ihren 7 Löhnen begraben. Sie ließ sich für ihre fei senseste Glaukenstreue mit ihren 7 Kindern hin schlack ten. Wir gehe» hierauf zur Synagoge des Rabbi Luria hinauf. Ter Schammos zeigt die Lynagoge. Tort lernt täglich ein alter Mann, und zwar an derfellen Ltel e, an der Rabbi Luria seine Lehrvorträge hielt. In der Heiligen Lade befindet sich ein Leser Thora, deren Fassung aus purem Silber besteht. -(«Vu& Mat). Das Chewrahbuch der Chewrah-Kadifcha der Gemeinde Niederstetten. Bo» Max Ster». Niederstetten. Auf unserem Lynagogenboden lagen Hunderte alter Bücher .Gebetbücher, Machsorim, alte vergriffene Talmudteile. Eines Tages kam ich dort vorbei und begann in den allen Büchern zu blättern. Ta kam mir ein Buch zur Hand, welches in kleinen Abschnitten, die fortlaufend nummeriert waren, geschrieben war. Ich hielt es für ein Mohelbuch, umsomchr als auch eine schöne, in Tuschmanier ausgesührle Handzeichnung das Titelblatt zierte. Tas Schicksal aller dieser Bücher war, auf dem Friedhof eingegraben zu iverden. Um diefeS Buch zu retten, nahm ich es mit nach Hause. Tenn mein Interesse war rege geworden, da ich selbst Mohel bin und alle meine Borfahren dieses heilige Amt misgeübt haben An langen Winterabenden nahm ich daS Buch zur Hand. Wie erstaunt war ich, als ich las, daß das Buch alle Begräbnisse unserer Gemeinde von der Gründung des FriüchoseS bis zum Jahre lfrßfi enthielt. Tas Buch war bei der Gründung des eigenen Friedhofes der Gemeinde im Jahre 17 41 angelegt. Bis dorthin mußten die Toten der Gemeinte einer alten Ueberlieferung nach in Lchopfloch in Bayern beerdigt werden. Bankcommandite Siegmund (Dell liMadnfc n (Mb .T“^Tt'i 1^1 »-I t_ 1-1. - — . - « — m. BNgH» HS In schwungvollem Hebräisch meidet das Titelblatt: „Dieses Buch gehört der Thewrah Sadifcha der heiligen Gemeinde Stetten *, den Männer>l, welche Wohltätigkeit üben, welche sich mit einer Wohltätigkeit befassen, welche an Reichen und Armen, an Lebenden und Toten geübt wird. Dieses Güiot ist so groß, daß selbst Gott in seiner Herrlichkeit es ausgeübt hat. Wer die Absicht hat, sich zu reinigen, dem Hilst der Himmel. Der Heilige, gelobt sei er, gab uns Gunst in den Augen unserer Herrschaft, er möge sie erhöhen, sie hat uns Erlaubnis gegeben, die Gräber in vorzüglichem Boden anzulegen. Wenn wir erzählen wollten, wie schwer die Verhandlungen waren, wäre dies Blatt zu Nein, alles zu beschreiben. Wir sind nun übereingekommen und haben einstimmig beschlossen, alles sest^halten und zu erfüllen, was in diesem Buch« niedergelegt ist, was neu bestimmt worden ist am Montag, 3 Tage im Cheschwan 5498 (1737)." Es folgt dann eine Beschreibung der Linweihungsfeier des Friedhofes am gleicheik Tag. Tie Gemeinde hatte einen Fasttag auf sich genommen, und der Rabbi hielt eine stimmungsvolle Rede. Und nun enthält das Buch die Satzungen der Chewrah, wer die Leichen zu begleiten hat, in welcher Reihe die Mitglieder beim Grabmachen zu sein haben, wer von allen Diensten befreit ist (alte Leute über 70 Jahre, die nächsten Teilnch- * Niederstetten hieß bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts Stetten, viel früher hieß die Stadt n>2 das Schloß Haltenbcrgstetten, seit Anfang der 19. Jahrhunderts Niederstetten. Damen- Kleiderstoffe io unerreichter Auswahl zu vorteilhaften Preisen LORE STUTTGART/£* bYiistrÄssc'* Buna Spezialgeschäft iimentai für garantiert indanihrenfarblge <L h. watch-, lichtand wetterechte Stoffe Indanthren-Haus StuttgartS: KAnigstr. 12. gegenQb. d. Marstall MÖBELTRANSPORTE LAGERUNG S. Bullinger D Co. 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