Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-09-18 · 12 (18.9.1928) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
12 (18.9.1928)
Date
1928-09-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4904101-5441815-5443037--1963-4905945
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ringen Aenderung, daß Herr Türk-London zum zweiten Schatzmeister hinzugewählt wird und daß *»<m den amerikanischen Vorstandsmitgliedern Rabbi Enelow an die Stelle von Rabbi Wolscy kommt. Die Leitung setzt sich demnach wie folgt zusammen: Ehrenpräsident ist Claude G. Mon» tefiore, Ehrensekretär Lily Montague; dem Vorstand gehören ferner an: aus Amerika: Rabbi Enelow, Dr. Morgenstern, Dr. A. Simon und A. Leo Weil; aus Deutschland: R. A. Heinrich Stern, Pros. Elbogen und Dr. Seligmann; aus England: neben Montefiore noch Rabbi Tr. Mattuck. Das Schlußwort hält R. A. Heinrich Stern, der feststeltt, die Sitzungstage waren Festtage für die Teilnehmer, weil in ihnen noch einmal klar geworden ist, daß der Liberalismus eine lebendige Bewegung ist. Die Tagung hat uns ein großes Stück weiter gebracht zur Ehre Gottes und des Judentums. Im Namen der amerikanischen De legation dankt Rabbi Philipson der Jüdischen Gemeinde, dem Hause Lachmann-Mosse und Frau Sachs für den großartigen Empfang, den sie den Delegierten haben zuteil werden lassen. Präsident Montefiore dankt mit großer Herzlichkeit den deutschen liberalen Brüdern, insbesondere deren Vorsitzenden Heinrich Stern, für die Gastfreund schaft und übergibt Heinrich Stern eine künstle risch ausgesührte Dankadresse des Weltverbandes für die Bereinigung für das liberale Judentum. Er schließt mit den Worten: Vorwärts, auswärts! Jetzt kommt die Zeit des Schaffens und Berwirklichens. Wir müssen vor allem die Jugend gewinnen und eine Werbe-Ofsensive für den Gedanken des liberalen Judentums einleite». Die Zukunft gehört dem liberalen Judentum. Nach einem von Rabbi Mattuck gesprochenen Gebet stimmt die Versammlung den Hymnus „En keelauhenu, en kcmalkenu . .", an. Damit war die zweite Weltkonferenz des liberalen Judentums zu Ende. The Jewish Agency. Ter Artikel 4 des Palästina-Mandats war vor fünf Jahren Grundlage der Besprechungen zwischen Vertretern der amerikanischen Judenheit und Vertretern des Zionismus. Das Ergebnis dieser Unterhaltungen war der Beschluß, eine Jewish Agency zu schassen, die sich aus 50 Zionisten und 50 Nichtzionisten zusammensetzen sollte. Vor etwa eineinhalb Jahren wurde die Entsendung von Sachverständigen zum unparteiischen Studium der wirtschaftlichen Möglichkeiten Palästinas beschlossen. Auf deren Gutachten beruht der Londoner Bericht der Jewish Agency-Kommission. Schon die Namen der Londoner Kommissionsmitglieder: Felix M. Marburg, Lord Melchet (Sir Alfred Mond), Dr. Lee K. Frankel und Oskar Wassermann bürgen für die Bedeutung der Entschließung. Die wichtigsten Vorschläge der Kommission sind, daß neue Kolonien erst dann begründet werden sollen, wenn die bereitbestehenden konsolidiert sind, daß das System der auf kollektivistischer Grundlage arbeitenden Kwuzoth bei der Begründung neuer Kolonien verworfen wird und daß mit dem Erbpachtsystem des jüdischen Nationalfonds bei der Begründung neuer Kolonien gebrochen werden soll. Die Jewish Ageney soll eine von derartigen Beschränkungen freie Landesreserve sicherstellen, um Siedler zu befähigen, wirkliche Landbesitzer zu werden. Das Budget der Jewish Agency soll von 1929 an jährlich mindestens 1 Million Pfund betragen. Ein Appell an die gesamte jüdische Welt soll diesen Betrag fordern, wobei die Kommissions- Mitglieder ihre Persönlichkeiten für den Erfolg dieses Aufrufs einsetzen werden. Die zionistische Organisation hat sieben Jahre hindurch kolonisatorische Arbeit in Palästina geleistet, deren Kosten im wesentlichen der Keren Hajessod getragen hat. Es hat sich aber gezeigt, daß das Budget nicht ausreicht. Die Kolonisation geriet in- Stocken, und die Siedlungen konnten nur mit Mühe erhalten bleiben. Dazu war, an den Mitteln gemessen, zu vielerlei in Angriff genommen worden. Die Mittel für eine gesund« Kolonisationsarbeit sehltm. Der Sinn des Palästinawerks, die Steigerung der Aufnahmefähigkeit des Landes für eine entsprechende jüdische Einwanderung, blieb unerfüllt. In zionistischen Kreisen wurde die Forderung der Konsolidierung des Bestehenden erhoben, um eine Kontrolle seiner Lebensfähigkeit und eine Grundlage für die Weiterarbeit zu besitzen. Tie Resormbedürftigkeit der Palästinaarbeit war also längst allgemein anerkannt. Aber die praktische Erledigung war durch die politische Stimmungsmache erschwert. Bei aller Bewunderung der Kwuza- Jdee mußte man zu der Ueberzeugung kommen, daß eine wirtschaftlich« Rationierung unumgänglich nötig ist, wenn sich diese Sichtungen wirtschaftlich behaupten sollten. Umso auffallender war die leidenschaftliche Polemik gegen di« Beschlüsse der Londoner Kommission von beinahe allen Parteien des Zionismus. Dieser Polemik gegenüber mußte es von nichtzionistischer Seite als Erfolg verbucht werden, daß' die Londoner Beschlüsse bedingungslos für den weiteren Ausbau Palästinas eintraten und nur neue Wege zu einem sachlich schnelleren und wirtschaftlich gesünderen Aufbau wiesen. Daß der Bericht die gesamte jüdische Welt zu finanzieller Mitarbeit aufforderte, ohne die mindesten Bedenken gegen die Möglichkeiten ihrer Verwirklichung zu äußern, war ein weiterer nicht minder großer Erfolg. Schließlich trug das Palästinaprojekt zum ersten Male die Unterschriften hervorragender nichtzionistischer Wirtschaftsführer. Allerdings ließ der Bericht Gefühlsmomente des Zionismus außer Acht und rechnete dafür nur mit wirtschaftlichen Tatsachen. Das war seine Stärke und seine Schwäche, deshalb ward er ' von zionistischen Theoretikern ebenso leidenschaftlich bekämpft, wie er von Richtzionisten gewürdigt wurde. Rach leidenschaftlichen, mehrtägigen Debatten hat das in Berlin tagende Zionistische AkttonSkomitee die Entschließungen der Londoner Kommission mit einer in den wesentlichen Punkten ausweichenden Resolution am 27. Juli beantwortet. Rach den üblichen liebenswürdigen Verbeugungen vor den Herren der Londoner Kommission spricht die Resolutton offen aus, daß der Bericht in wesentlichen Punkten der Notwendigkeit, gewisse wirtschaftliche Methoden mit den Aufgaben und Bedingungen der Aufbauarbeit in Palästina in Uebereinstimmung zu bringen, nicht hinreichend Rechnung trägt. Die Zionistisch« Organisatton habe stets den Nationalfonds als alleiniges Instrument der Bodenpolittk in Palästina betrachtet. Demgemäß müßten alle a«S öffentlichen Geldern der Jewish Agency zu erwerbenden Ländereien inS Gemeineigentum d«S jüdischen Volkes übergehen. Allerdings habe die zionistische Organisatton stets auch den privaten Bodenerwerb und die Förderung der Ansiedlung von Siedlern mit eigenen Mitteln als wichttg anerkannt. Dagegen solle ein diesem Zwecke dienendes Institut lünglich durch einmalige finanzielle Maßnahmen lebensfähig gemacht werden. Gegenüber der Verwerfung des Kwuza- Systems durch den Londoner Bericht verwttst das Attionskomitee auf das bisher festgehaltene Prinzip der Frttheit des Siedlers in der Bestimmung — der sozialen Form seiner Wirtschaft und erklärt demgemäß, daß auch in Zukunft, dm Siedlenr das Recht verbleiben muß, sich ihre Wirtschaftsform selbst zu wählm. Die Frage des vom Kongreß beschossenen dreijährigen Agency-Provisoriums wird in der Resolution nicht berührt. Es darf also ausgesprochen werden, daß die Berliner Entschließung dm wesentlichen Tttl der Londoner Beschlüsse nicht anerkennt. Nun hat die Unparteiische amettkanische Palästina-Konfermz das Wort. Bon ihr werden vor allem die entscheidenden Erklärungen über die finanzielle Beteiligung am Palästinawerk erwartet. Die Londoner Kommission appelliert an die gesamte jüdische Welt, die notwendigm Opfer zu bringen, ,chamit ein Ideal verwirklicht wird, das eine Quelle berechttgtm Stolzes für alle Teile der jüdischen Gesamtheit sein wird." Es liegt jetzt bei dm Zionisten, daß diese Hoffnung sich verwirklicht. Die Stellung der deutschen Richtzionisten hat erst vor kurzem Dr. Holländer in einem längeren Aufsatz ,Lnnerjüdische Befttedung" in der C. B.-Zeitung klar gekennzeichnet: „Es wird von unseren Gegnern stets verkannt chaß wir nach keiner Richtung.hin Gegner des palästinmfischm Aufbaus sind. Wir begrüßm jede Arbeit in Palästina, insbesondere aber dir Tätigkeit, die eine Heimstätte für Judm schasst, die möglichst vielen in ihrer Heimat gequälten und mtrechteten Ju- Ltinft Forellen, Karpfen, Schleien Rheinsalm, Seezungen Garne / Enten / Hahnen Poularden, Suppenhühner, Tauben KARL KRAUTH ■ Frladriehafcaa - Talaphon 20241/42 und Ca—taW, BahnhofatraHa Nr. 8 H Blumen bringen Freude Ins Hausl Zu den Festtagen finden Sie bei -up «oaiaa. BLUMENFISCHES rÄTV" itata groS« AanraM aa paaaaaSaa Oasdlaakaa Bewunderung ein Schuh erregt, der ständig mit Eg-Gü gepflegt! farblos in derJuhe ermbglloht dl« vollkommenste Pflege aller hellfarbigen Modesohuhe, BOhützt diese gegen ttuBere Einflüsse, verhindert Fleokenblldung und ist unerreloht In Qualität und Leistung iKZUl-Dun-früiv-SilH naturgeir. HMrirbcttan » Nor erttfcL Bedleaoaf » TollcJtearttke) Eugin Sulzberfir, Urtwstf. 82 eilte 2>atsieii-&<gHiet6criss faMat Bsaa*a<Uikcr, (Mi* Werna um S Mk. aa, Wwl mi 14 SK. aa, ffoMau saa M Mt. an. Safntlgi eetnumg. Satt Stfaraaien. AUTO-EI LTRANSPOBT H- 1'/, Taaaaa, groSa Latafllcha, MHgst IS O. PELQBK. Chrtatapkatr.M, Tal. 713M II

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.