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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-09-18 · 12 (18.9.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
12 (18.9.1928)
Date
1928-09-18
Page
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2. Das Wesen des Judentums ruht in seiner Eigenart, seiner rein geistigen, rem sittlichen GottcSidee. Die einzigen religiösen Einrichtungen der jüdischen Gemeinde können daher nach der Anschauung des liberalen Judentums nur sein: 1. Lehrhaus, 2. Gotteshaus, 3. soziale Einrichtungen. 3. Die Eigenart der sittlichen Idee des Judentumgegenüber Christentum und Buddhismus offenbart sich in der Idee der sozialen Gerechtigkeit. Das Lebensrecht deS Knechtes und der Magd, des Armen und des Fremdlings, ihr unbedingtes Menschenrecht, ihr Recht aus Anteil an den Gütern der Gotteserde beherrscht die sittliche Gedankenwelt der Bibel und prägt sich in praktischen sozialen Forderungen aus. 4. Es war das Verdienst des liberalen Judentums, daß sofort mit Beginn der großen Rrsormbewegung des 19. Jahrhunderts auch der Baum sozialer Gerechtigkeit wieder zu neuer Entfaltung kam. 6. Es verbleiben an dem liberalen Judentum auch heute noch besondere Aufgaben für die soziale Arbeit, a) Einmal muß die soziale Gerechtigkeit auch darin zur Geltung kommen, daß der Gewissenszwang aufhört, der heute ausgeübt wird, indem bei allen sozialen Einrichtungen, wenigstens in Deutschland, Gottesdienst und Lebensführung allein nach streng orthodoxen und streng rituellen Forderungen geregelt werden, b) Die größte soziale Tat des Judentums, der Sabbat der Knechte und Mägde, kann nur dann segensreich sein, wenn den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung getragen wird und im GotteShause und im Familienhause die Ruhe der Seele gesucht wird an dem Tage und in den Stunden, die die Arbeitsruhe ermöglichen. Rachdem ein gemeinsames Mittagessen im Tagungshause Delegierte und Gäste vereinigt hatte, trat die Konferenz um 4 Uhr nachmittags in eine für vertraulich erklärte geschäftliche Sitzung ein. Den Vorsitz führte Rabbi Dr. Mattuck-London. Lily Montague erstattete den Geschäftsbericht, es folgte der Bericht des Schatzmeisters. Hierauf wurde die Verfassung des Weltverbandes beraten. Der vorgelegte Entwurf wurde einstimmig angenommen. Er sieht einen Direktoren-Ausschuß vor, der vom Delegiertentag des Weltverbandes ge¬ ^isiifflumiunuHTniinnnfimifiminniitiiiiiiiimtinniiitimmuiiimuuKnfDmnwmjnR^ Berthold-Auerbach« | Verein j UHIHHUlUHUilHIHIItiniUHttliailHHniltlUUIIIII lllll lllllll | | Dienstag, den 25. September 1918, | 1 Stuttgart-Loge, Calwcr Strafte 33 Hhs. 1 1 abendsS'/«Uhr 1 ■, n W spricht W | Sladlpfarrer a.D. LAMPARTER | B über 1 | »Die rellglonsgcsdildiUidien I Beziehungen zwlsdiei Joden- | tum and Chrtslenlnm“ I * I Dienstag, den 1. Oktober 1918, I Stuttgart-Loge, Calwer Strobe 33 Hhs. 1 abends 8'/« Uhr I 1 spricht 8 1 ALFRED LEW H über | „Wandlungen der Jodend and 1 Ihrer ideale durth Krieg nnd 1 Inflation“ Um zahlreichen Besuch wird gebeten. llHHHlmflllllllll^llll)nllIlllllllUlllHlHlllllliailImwllllnttBBuulHlHlmlllmlUli^ Fto eia solides, rentables Unternehmen mit nadiwelsber freien Aaftrtgea «erden 1-3000 Mk. bei enter Verzins nag mendit. — Offerten a. A. R. Mt an w Expedition der lsrselitisdien Gemeindeseitanf. — 143 — wählt wird, sowie ferner einen engeren Rat, der sich aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die von den einzelnen Landesorganisationen nominiert werden. Es gelangte der folgende Antrag von Rev. L. Perlzweig-London zur Annahme: Der Vorstand wird ermächtigt, sobald es die Mittel erlauben, eine Persönlichkeit zu verpflichten, die geeignet ist, in solchen Ländern, welche es wünschen, neue liberale Organisationen einzurichten. Auch soll zu diesem Zwecke ein Fonds geschaffen werden. Auf Antrag von Prof. Elb.ogen wird beschlossen, eine Zweimonatsschrift für die Wissenschaft des Liberalismus herauSzugebrn. Der Geschäftssitzung schloß sich eine Gedenkfeier für den vor einigen Monaten verstorbenen Justizrat Bernhard Breslauer, den Gründer und Ehrenvorsitzenden der Bereinigung für das liberale Judentum, an. Am Montag, den 20. August, vormittags, trat die 2. Konferenz des Weltverbandes für religiösliberales Judentum in die Hauptaussprache über die programmatischen Borträge des Sonntags ein. Den Vorsitz führte Justizrat Dr. Blau, Frankfurt am Main. Zunächst wurden Begrüßungsschreiben verlesen von Rabbiner Dr. Ehrenpreis-Stockholm, Rechtsanwalt Bruno Weih Rabbiner Dr. Goldmann und dem Landesverband Groß-Berlin des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Dir Hauptaussprache gestaltete sich zu einer geistigen Auseinandersetzung zwischen den Anhängeni der Tradition und den Verfechtern der Reform innerhalb des liberalen Judentums. Die Traditionellen wandten sich insbesondere gegen die Ausführungen von Dr. Josefch Lehmann, Prediger der Jüdischen Reformgemeinde zu Berlin, der sein Referat „Der Einfluß des liberalen Judentums auf die soziale Arbeit" zu einem Werbevortrag für den Reformismus gestaltete. Am schärfsten wandte sich Professor Elbogen gegen Lchmann, während Dr. Seligmann wünschte, daß man die Reformisten nicht wieder abstoße. Er knüpfte an die Forderung „Baut Brücken!" an, die Professor Elbogen in seinem Beitrag für die Sondernummer der „Jüdischen Rundschau" erhoben hat. Der Gedanke „Baut Brücken" wurde dann von mehreren Rednern aufgegriffen und variiert und gab den versöhnlicheren Ton an für den Ausklang der Aussprache. Als erster in der Aussprache ergriff das Wort Jsaae W. Beruheim-Louisvllle. Es ist wesentlich für das liberale Judentum, sagte er, daß wir ~ keine Nation und ohne Fahne sind. Wir wollen uns nicht von der Ratio«, in der wir leben, absondern. Die Ideen der Propheten wollen wir in all ihrer Reinheit bewahren. Er schlägt vor, einen Weltverband der jüdischen Laien zu schaffen. Der Vorsitzende ersucht den Referenten, seinen Antrag schriftlich einpireichen. Rlckbiner Dr. Galliner dankt den Anwesenden s ür die Stunden bet* gemeinsamen Andacht, besonders Dr. Baeck für sein Referat, das wirklich eine Aiwachtsstimmung im Saal geschaffen hat. Fangen wir mit der Botschaft an, mft Chesihbon-nefesch: der Rechenschaft vor uns selbst. Dank an Dr. Baeck und Pros. Elbogen für das Nachschlagewerk, das sie geschaffen haben. Diese Konferenz bringt etwas Neues. Sie zeigt der Welt, wie Juden die Wissenschaft der jüdischen Religion, pflegen. Wir haben volles Perständnis für alle anderen Gesinnungen, die Orthodoxen aber haben kein Verständnis für die Forderungen des liberalen Judentums. Es ist unmöglich^ daß heutzutage in Deutschland, einem Lande, in dem die Frau auf allen Lebensgebieten mit dem Mann auf gleicher Stufe stcht, sie in der Synagoge sich hinter den Gütern befindet. Die Mädchenkonfirmation wird einzig und allein bei der Resormgemeinde Berlin grübt. Hier sind ftanzöfische, englische, deutsche und andere Juden, die sich voneinander wesentlich unterscheiden, aber in ihrer Seele zusammenstimmen, und das tragen wir in die Zukunft. Rabbiner Dr. Schulman-Newyork (deutsch) dankt der Vorsehung, daß er es erlebt hat, an dieser Tagung in dieser Stadt unh in dem Lande, in dem er als junger Mann sün Studium genossen hat, teünehmen zu können. In Amerika habet wir bisher ptviel Liberalismus gchabt. Das amerikanische Judentum hat auch eine große Reformerpersönlichkeit gehabt: Jsaar Meir Wise., Es muß im Leben für eine Autorüät Platz! sein. Der Sinn des Judentums ist es. Norm zu fein, viel wurde an dieser Norm gekürzt. Nachruf! Frau Fanny Henke zum Gedächtnis! Ter Württ.-Hohenzollernfche Landesverband de« 2üd. Frauenbunds hat einen schweren Verlust zu beklagen! Sr trauert um seine verdienstvolle 1. Vorsitzende, die ihm durch einen . jähen Tod enteisten wurde. Wer diese kluge, selten gütige Frau gekannt hat. wird ermessen können, welch unauöfüllbarr Lücke durch ihr zu frühe« Hinscheiden entstanden ist. Sie vereinigte in sich einen klaren, weitblickenden Verstand mit einer wahrhaft menschlichen, edlen Gesinnung, Zielbewußiheit und Toleranz, immer bestrebt. Gegensätze zu Überdrücken und auszugleichen. So besaß sie alle Fähig leiten, die sie zur Fahrerin geeignet machten! Jahrzehnte lang war sie schon als die bewährte Leiterin des Heilbronnrr Jsr. Frauenvereins tätig, als der neugegründete Württ.-Hohenz. Landesverband de« Iüd. Frauenbund« sie an seine Spitze berief. Es war keine leichte Aufgabe, der sich Fanny Henle unterzog, als sie die Führung der jüdischen Frauen in Württemberg übernahm; aber sie hat sie trotz ihre« hohen Alter« mit vollster Hingebung und Aufopferung, mit größtem Taktgefühl und weiser Erfahrung zu lösen gewußt. Unauslöschliche Dankbarkeit erfüllt un« alle, die wir un« mit ihr in gemeinsamer Arbeit zusammrnsanden, und tiefste Trauer darüber, daß sie uns leider zu früh entrissen wurde! Ihr Vorbild soll un« in allen Zeiten bet unserer ferneren Arbeit leiten! Halten wir e« alS ein teure« Vermächtnis fest, da« begonnene Werk im Geiste und im Sinne dieser edlen Frau, deren Name auf ewig damit verbunden sein wird, weiter zu führen! Württ.-Hohenzollernscher Landesverband de» jüd. Frauenbundes. i. A,: Elft^Ärrgmann | Soeben erfchtenen.- Jfroclittfdtcr Kalender Israelitischer Kalender i für die jüdischen Gemeinden Württembergs für das 7rchr der Welt 5689 liprs/rp) Zu beziehen gegen Einsendung von M. t.— durch den Verlag Max Dsterderg & Co. Poflfdtedck. IfO* Stuttgart Kofernenftr. 13 Tficht., gutempfohlenes, jüdisches Fräulein in allen Zweigen des Haushalts bewandert, ■acht passenden , Wirkungskreis in frauenlosem Haushalt, oder zu einz. Herrn, wenn auch leidend. Stuttgart oder auswärts. Gesucheerb. a. d. Exp. d. Gemeindez tg. u. K.E.673 M Kiaderleii LiftM Biflaun (Linie Stuttfart-NArdttnfen) Idylltm Walde gelegen / ✓ Sonnig und staubfrei Streng rituell / Prospekt / ErstkL Referenz. UMari: PitUHUfcr Ferpruf Nr. 119 Ami Dopfingen In Württemberg i S

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