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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-09-18 · 12 (18.9.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
12 (18.9.1928)
Date
1928-09-18
Page
[Seite] (sequence 2)
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— 142 - i finden sich in der Mitte zusammen und wollen im Endzweck das gleiche: das Leben mit Gott. Gegenseitiges Berstehen kan» auch hier den Weg zum Verständnis ebnen. Die deutsche Judenheit braucht Einheit. Im Stübchen der greisen Mutter sollten sich die Brüder zusammenfinden. Das wäre der schönste Versöhnungstag. Das weise gütige Wort Ellt weelu diwre elauhim chajjim „In beiden offenbart sich der lebendige Gott" sollte die Losung der Versöhnung werden. Gegenseitige Achtung ist die beste Grundlage der Eintracht. Erste Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Landesverbände jüdischer Gemeinden. Bei der Beratung der jüdischen Landesver bände über den Bersassungsentwurs für den zu gründenden Reichsverband der deutschen Juden war in Nürnberg am 4. März 1928 beschlossen worden, zunächst in einer Reichsarbeitsgemein- - schuft das deutsche Judentum zu praktischer beit zusammenzufassen. Nachdem die einzelnen; Landesverbände ihre Zustimmung erteilt hatten, istdiese Arbeitsgemeinschaft zum ersten Male . am 2. September um 10 Uhr in Berlin zu-; sammengetrelen. Tic bedeutendsten Landesver ■ bände und auch fast alle kleineren waren vcr trete». Tie Leitting lag bestimmungsgemäß in den Händen des preußischen Landesverbandes, dessen Präsident, .Kammergerichtsrat Wolfs, den Vorsitz führte. Tie Tagesordnung wies eine große Reihe wich tiger Punkte auf. Zunächst wurde über die Zn kunft der drei Rabbinerseminare beraten, deren n irtschaftliclie Lage sich durch die Wirkungen des Krieges und der 4tachkriegszcit außerordentlich verschlechtert hat. Es erweise sich als notwendig, den Seminaren anstelle der ihnen verloren ge gangenen Einkünfte aus Stiftungen eine neue finanzielle Grundlage zu geben. Das gleiche trifft für die Lehrer Borbereiningsanstalten zu. Tie Ar beftsgemeini'chaft erklärte es als ihre erste und vornehmste Pflicht, durch Zusammenwirken der . Landesverbände die Anstalten zut Heranbildung der Rabbiner und Lehrer zu erhalten, sie vertrat die Anschauung, daß hierfür eine Ans Wendung von einer Reichsmark für den stopf der; jüdischen Bevölkerung notwendig ist. Es wurde beschlösse», die Landesverbände aufzufordern, die nötigen Beträge soweit möglich in ihren nächsten Haushaltsplan einzustellen und dis. Aufbringung etwaiger Jehlbeträge durch eine zu diesem Zwecke zu begründende Lrganisation herbeizuführen. Tie am Nachmittag mit einem Bericht des Oberlehrers stoll Würzburg eingeleitete sonder beraning über die Vorbereitungsanstalten für Leh rer mußte vertagt werden. schon jeyl ivurde es als erforderlich bezeichnet. , daß diejenigen Landesverbände, in deren Bezirk die Heranziehung des Staates zu der ihm ob liegenden Bezahlung der vollen Kosten für den Religionsunterricht an den staatlichen höheren Lehranstalten noch nicht. erfolgt ist, die entsprechenden Anträge bei den Unterrichtsverwaltungen schleunigst einreichen. Tie Gefahren, welche dem Judentum durch die immer wiederbegonnene Agitation gegen das Schächten drohen, gaben zu einer Aussprache Anlaß, bei der die Pflicht der Landesverbände, den Angriffen auf diese religiöse Institution ge schlossen entgegenzutreten, allseitig anerkannt ivurde. Lait. den weiteren Gegenständen der Tagesord luim^ sind noch als besonders wichtig hervorzu heben: Tie Bestrchungen zur Gründung einer jüdischen Arbeiterkolonie, durch welche die Wander fürsorgc produktiv gestaltet werden soll, sind zu unterstützen. Tie Arbeitsgemeinschaft erklärte sich mit der Beschäftigung Arbeitsloser, insbesondere auch entlassener Strafgefangener, in einem zu gründenden landwirtschaftlichen und gärtnerischen Betriebe einverstanden und forderte die Landesverbände zur Förderung dieses Unternehmens auf. Tie von der statistischen Sektion der Akademie für die Wissenschaft des Judentums unternom mene Bearbeitung der letzten Volks- und Berufszählung wird für bedeutungsvoll erachtet. Die Arbeitsgemeinschaft hält ihre Unterstützung durch die Landesverbände, ferner die Einrichtung statistischer Büros in den größeren Gemeinden mit einheitlichen Zählkarten für notwendig. Ter preußische Landesverband hat wegen der Einrichtung ritueller speisestellen eine Umftage an die jüdischen Gemeinden in Städten, in denen sich eine Universität oder eine Hochschule befindet, gerzchtet. Im Anschluß hieran erflärte cs die Arbeitsgemeinschaft für wünschenswert, daß in solche» Städten durch Schaffung von Speisehänsern für studierende (mensae academicae) oder ähnliche Einrichtungen den Studenten Gelegenheit gegeben werde, für billiges Geld Koscher Essen zu erhallen. Tie sitzung wurde um halb 8 Uhr abends geschlossen. An chr haben teilgenommen: für Preußen: Kammergerichtsrat Wolfs, Geheimrat Goldfeld Breslau, Rabbiner Tr. Baeck, Professor Elbogen, Prof. Türk, M. Ä. Loeb, Mittelschnllehrer sttrn; für Bayern: Oberlandesgerichtsrat Neu mayer, Justizrat strauß, Justizrat Hammel schweinfurth, Rabbiner stein-Schweinfurth, Kommerzienrat Josef Landau, Lehrer Stoll-Würzburg; für Baden: Rechtsanwalt Pfälzer-Weinheim; für Württemberg: Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauser: für Lübeck: Tr. Landau; für Mecklenburg: Tr. Rubensohn-Rostock; für Hamburg: Gemeindevorsitzender Levh; für Hessen: Kommerzienrat Meyer-Mainz; für Sachsen: Goldschmidt- Lcipzig. vre zweite Konferenz des Weltverbandes für religiösliberales Judentum im ehemaligen Herrenhaus zu Berlin. « (SAIur). j . .Kein anderes, nicht religiöses Ideal, so vor des orthodoxen Judentums ist nicht auf eine zügtich es an sich auch sein mag, kann die stelle „Klasse" oder auf die „Gebildeten" beschränkt, des orthodoxen Judentums in der Schaffung des Taraus ergeben sich ernste Konsequenzen. Das religiösen Lebens ersetzen. Nur Religion kann liberale Judentum ist in hohem Maße notwendie stelle von Religion einnehmen: dig, um dem weit verbreiteten Jndifferentismus Tie Unannehmbarkeit und Vernachlässigung und Atheismus entgegenzuwirken. Das liberale Judentum ist die einzige Chance für das Judentum und für das religiöse Leben der Juden des Westens. Das stellt eine Aufgabe von ungeheurer Bedeutung dar. Rabbi Dr. David Philipson, Cincinnati, spricht über „Religiöses Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft". Er führt ungefähr aus: Ta wir uns hier in der Hauptstadt des Landes zusammenfinden, das die Wiege des liberalen Judentums war, zollen wir unseren Tribut den deutschen Pionieren, und namentlich dem Führer unter allen, Abraham Geiger; seine große Leistung, seine Einstellung gegenüber dem gemeindlichen Judentum liegt in Traditionen begründet, die in den Worten ausgesprtchen sind: „WaS der Geist der Geschichte, in welchem Gott sich offenbart, beseittgt und begraben hat, kann keine menschliche Kunst auferwecken und wieder lebendig machen." Diese Philosophie der Reformbewxgung ist noch aus die gegenwärtigen Verhältnisse anwendbar und drückt das Wesen des religiösen Lebens der Gemeinschaft aus. Der jüdische Liberalismus ist die Behauptung des Rechtes auf das selbständige Urteil der Persönlichkeit gegenüber den Forderungen der verschanzten Autorität. Das wahre Verhältnis zwischem dem religiösen Leben des Individuums und der Gemeinschaft in der liberalen Bewegung. ihre gegenseitige Verpflichtung, „Frecheit in der Vereinigung" sollte das Motto des Liberalen Judentums sein. Rabbiner Tr. Josef Lehmann, Prediger der Jüdischen Resormgemeinde zuBerlin, spricht über „Einfluß des liberalen Judentums auf die soziale Arbeit". Das Thema erfordert die folgenden fünf grundlegenden Feststellungen: 1. Was bedeutet Liberalismus? 2. Was bedeutet liberales Judentum? 3. Was bedeutet der soziale Gedanke innerhalb des Jdeenkomplexes des liberalen Judentums? 4. Welches waren die besonderen Leistungen des liberalen Judentums aus dem Gebiete der sozialen Arbeit? 5. Welche besonderen Aufgaben hat heute noch das liberale Judentum auf diesem Gebiete? 1. Das Wesen des Liberalismus besteht in der Wahrung der unbedingten Freiheit der Idee. Weder mythologische Vorstellungen, noch dogmatische Formulierungen dürfen die Idee fesseln, der in rein logischer Erkenntnis die Möglichkeit gegeben sein muß, sich gemäß dem Fortschritt deS Denkens und der Kultur stetig zu entwickeln. Bericht des Israelitische« Fürsorgeamtes über den Monat Augast Sprechstunde« der Fürsorgerin: S°nnt°g.M°nw^Dien«t°g, DOnn. c^-liy, Uhr Mittwoch, Freitag nachm, von 3—5 Uhr Das Jsraelittsche Fürsorgeamt hat im Monat August unter Mitwirkung der angeschlofsenen W»hl' tättgkeitSvereine folgende Tätigkeit entfallet: Laufende Unterstützungen.jH 1032.60 Einmalige Unterstützungen. 583.26 Gesundheit-- und Erholungsfürsorge . . „ 1184.70 Anstaltsfürsorge.. 196.30 Durchreisend«.. . », 401.35 An 17 Erwachsene und 3 Kinder wurden insgesamt 4 t.Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt da- Fürsorgeamt Ml. 290:— von: Herrn Louis Hirsch anläßlich seines 70. Geburtstage», Frau Bertha Rosenfeld, Neujahrsspende, Frau Artur Rothsebild. Hauptmannsreute, Reujahr-spende,?rau Lina Uhlmann, Neujahrsspende, Herrn Dr. Tust. Swenstein anläßlich de- 5. Todestage« seine- Vaters. Herr MoseS Flegenheimer spendete einen Sack Weizenmehl zur Betteilung für die Feiertage. MODEWAREN SEIDENSTOFFE STROMPFE NEUHEITEN IMMKR BEI STUTTGART MODEWAREN »SEIDENSTOFFE WILHELMSBAU MARIENSTRASSE

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