Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 11 (1.9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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- 136 — STurroflOT könicstr.io wo jüdische Herzen schlagen, euch Verständnis und Hilfsbereitschaft entgegenbringt. Wie ihr aus dem Lporrvlatz in hartem, aber friedlichem Kampfe euch gegenüberstandet und jeder einzelne seine ganze Kraft für den Lieg seiner Farben einsetzle, so werdet ihr auch im nahen Winter euch eifrig für die geistigen Interessen eurer Vereine einsetzen, vom Bewußtsein erfüllt, daß in euch ein neues, an Leib und Leele gesundes jüdisches Geschlecht zum Legen unserer Religionsgemeinschaft beranwächft! Frischauf uim Lüddeut scheu Tressen 1929! Hans Zternkeim. Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Ter Sabbaihgonesdienst am 18. August -rhielt eine besondere Weihe durch eine gcdankentiefe, formschöne Predigt de» von Stuttgart scheidenden Rabbiner Tr. Lohn. Er hatte seiner Ansprache da» schöne Schriftwort zu Grunde gelegt: „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit sollst du erstreben", ausführend, dag jüdische Gerechtigkeit sich nicht auf irdische» Rechttun, Rechtipreche» beschränke, sondern göttliche Gerechtig seit einsckiließe, die da Milde, Barmherzigkeit und Wohltun von un» verlange. Nie habe es unter den Juden an Männern geiehlk, die solche vorbildlich« Gerechtigkeit zeitlebens geübt haben. Zu ihnen zähle in vorbildlicher Weise der Vizepräsident des israelitischen Cbcrrate», Loui» Hirsch, der am 19. August sein 70. Lebensjahr vollendet. Im Namen det g«nzen Gemeinde danke er diesem edlen Mann sür alles, was er selbstlos gewirkt und geleistet habe. Möge iein Lebensabend an der Seite seiner edlen Gattin, im Kreiie seiner Kinder und .gindsskindcr von leuchtendem Abendrot verklärt sein. Tann sprach Tr. Lohn tieiempfundene Worte des 'Abschie«»--Llucki er habe in den dreieinhalb Jahren seines meiigcij Wirken» Gerechtigkeit erstrebt. Cb er die koke Aufgabe erfüllt, darüber stehe ihm kein Urteil zu. Schl» habe er sich der ihm anoerrraukcn Fugend mir Hebe gewidmet, sein tiefstes Bemühen sei es gewesen, die Lieb« züm Judentum, die Freude an Schönem und Gutem in die kindlichen .Herzen zu pflanzen. Er dankte. dem Lberrat, dem Borsreheramt, allen Kollegen und Beamten für das ihm stets ent ,zcgengcbrachtl Verlrauctl, allen Mitgliedern der Gemeinde, vor allem der Jugend, für die Lieb«, die sie ibm allezeit entgcgenbrachien. Er scheide von ihr mit oem Wunsche: stets möge Fried« in ihrer Mitte herrschen und erteile ihr den priesterlichen Segen. Tiefbewegt Hane die Gemeind« den ergreifenden Worten gelauscht und den Segen de» Geistlichen in Empfang genommen. Rabbiner Tr Codn kann mit dem Bewußtsein Sluirzaii verlassen, daß man ihn nie vergessen wird. Er, der vorbildliche Pädagoge, har die .Herzen der Jugend im Sturm gewonnen, und die Kinder waren das Bindeglied, da» ihn mit der Gemeinde eng verknüpste. Tankbare Erinnerung wird ihm allezeit gezollt werden. Anläßlich keines 70. Geburtstages wurde Louis H i r s ch in außergewödnlicher Weise geehrt. Am Festtage iclbst erschien nahezu vollständig der Sd-rrar der i'raeliliichen Religionsgemeinschaft, deren Präiideni, Regierungsrat Tr. Nördlinger, in warmen Worten die Wünsche des Lberrats übermittelte und dem Jubilar eine schön ausgcstaltel« Adresse überreichte, in der seine großen Verdienste gebührend gewürdigt werden. Tie Wünsche der Landesversammlung überbrachtc deren Präsident Juliu» Rothschild, wäftzend Lberrcchnungsrak Meyer unter Ueberreichung einer Adresse in einer ergreiienden Ansprache die Tätigkeit L. Hirsch'» im Fürsorgeamt würdigte. Ta« Gemeindevorsteheramt Stuttgart lieh seine besten Wünsche durch Vorsteher Fclir Wolsf zum Ausdruck bringen. Am Tage vorher Hane bereit» der Israel. Krankenuntcrstüyungsvrrcin durch eine Abordnung seinen Ehrenvorsitzenden unter Ueberreichung eine» schönen Angebindes beglückwünscht. 2iiS gerührt dankte der Gefeierte jedem einzelnen der Redner, der Hoffnung Ausdruck gebend, mit 'Gotte» Hilfe auch weiterhin zum Wohle seiner Nebenmenschen sich betätigen zu dürfen. 0. Kommerzienrat Moritz Horkheimer beging am 15. August seinen 70. Geburtstag. Im Laufe eine» arbeitsreichen Lebens har er große Erfolge erzielt und die von ihm mit seinem verstorbenen Bruder gegründete» Kunstbaumwollwerke in Zuffenhausen zu großem Ansehen gebracht. Seine Berdienste um die Stadtgemeindr Zussendausen wurde» durch seine Ernennung zum Ehrenbürger dieser Stadt anerkannt. Mögen dem Jubilar, der sich großer körperlicher und geistiger Rüstig keit erfreut, noch viele glückliche Jahre beschieden sein. Am 25. August feierte Julius Fellheime r, Seniorches des bestbekannten Seidenhauses Gebr. Frank, in voller Frische und Gesundheit seinen 70! Geburtstag. Ter Jubilar erfreut sich der Beliebtheit weiter Kreise und genießt als Kaufmann große» Ansehen. Biele Jahre war er Vorsitzender des württembergischen und badischen Tetaillistenverbandes. Im Dienste des , Roten Kreuzes wirkte er während des Krieges in selbstloser Weise. Ter Rückblick auf sieben Jahrzehnte ernsten Schaffens und Erfolges möge Ausblick sein auf weitere gesegnete, glücklicke Lebensjahre. Stuttgart. In den letzten Tagen de« August begingen im allerengsten Familienkreise Ferdinand Schohl und seine Gattin Helene, geb. Wachenheimer, das Fest der goldenen Hochzeit. Den guten Wünschen, die der große Berwandten- und Freundeskreis dem wackeren Jubelpaare zum Ausdruck brachte, schließen wir uns von Herzen an. Stuttgart. Ter Israelitische Lberrat hat die Stelle eines Religionslehrcrs in Künzelsau dem Lehrer Julius Goldstein, bisher in Reichelsheim im Odenwald übertragen. Canuftatt. Am 3. September feiert das Ehepaar I s a k Kaufmann und S i d o n i e geb. Stern das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Ter Jubelbräutigam hat in seiner Heimatgemeinde Zaberfeld Jahrzehnte hindurch als Vorbeter und Vorleser der Heiligen Schrift im Ehrenamt gewirkt und die Schechita dort ausgeübt. Das Ehepaar erfreut sich aber über die Gemeinde hinaus überall der höchsten Wertschätzung. Vor fünf Jahren ist es »ach Cannstatt übergesiedelt und hat sich hier schnell einen großen Freundeskreis erworben, so daß es ohne Uebertreibunz zu den Stützen der Gemeinde gezählt werden darf. Möge es sich noch lange seiner jugendlichen Frische erfreuen und nur Glück und Freude an Kindern und »indestindern erleben! Braunsbach. Ter steinen Gemeinde Braunsbach, die nur noch au« 65 Seelen besteht, gereicht es zur Ehre und zum Lobe, daß sie ihrem Gotteshause eine gründliche Renovierung zuteil werden ließ. Es ist die« umsomehr hervorzuhebrn, da di« Gemeinde unter größter Opferbereitfchast sämtliche religiösen Einrichtungen aufrecht erhält. Dem Vorsitzenden des Borsteheramtes, Salomon Pfeifer, gebührt sür sein stets tatkräftiges, selbstloses Wirken in der Gemeinde der aufrichtigste und wärmste Dank der Mitglieder. Möge seine unermüdliche Hingabe für eine heiligt, gottgefällige Sache zum Borbilde sür andere werden. HEILBRONN VICTORIA-VERSICHERUNG i>ie ZHctcria bietet bei größter Sicherheit reitgemäße Dersicherungsformen für iebes Versicherunysbedürfnis Subdirektion Hch. SAUR, Hellbronn Bismarck-Straße 1 ✓ Telephon 1483 Bruchmann-Besteche Silberwaren WM* fern* tffi Trauringe Alpina-Uhren Wilhelm Bauer Parfümerie Toilette - Artikel Kalserstr. 27 Telephon 510 m ermann cjOade « lermann cx^ade | EIGENE SCHIRMFABRIKATION | | Herrenhüte Spazierstöcke 1 I Ecke Kaiseru. Sülm erst r„ Tel. 644 Z Herrpnfriseurraune, Parfllnerie ■ L. RUOFF lah.i lUßlN BONN Kalsarstr. IO / Faraspr. 1701 Heilbronner Möbelfabrik FR. 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