Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 11 (1.9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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g(t»ke»tttl. Am Sonntag, beit 9. Sepl, b. I. vorm.. 11 Uhr findet die Einweihung der Krieger-Gedenktafel in ber hiesigen Synagoge statt, wozu da« Isr. Kirchenvorsteheramt Freunde und Gönner der Gemeinde einladet, (s. Anzeige.) Keilte»»». Am Id. August wurde ein wackerer, angesehener Mann unserer Gemeinde, Isidor Wollenberger, unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Der Verstorbene, welcher lange Jahre Mitglied de« Borsteheramtes war und auch sonstige Ehrenämter (im Beruf und in der Gemeinde) bekleidete, war ein Mann ausrechter, gerechter Gesinnung. Sein Rat wurde gerne gehört. Ketlbronn. Am 15. August ist eine der edelsten Frauen unserer Gemeinde, Frau Fanny Henle geb. Sondheimer, nach kurzem schweren Leiden im 72. Lebensjahre verschieden. Wer jemals Gelegenheit hatte, in Fragen der Wohlfahrt und der Rächstenliebe mit der Verstorbenen zu verhandeln, der wurde nicht müde, ihre großzügige HerzenSgüte und ihr mütterliches Feingefühl zu rühmen. Biele Jahre war sie ein tätige- Mitglied de» Heilbronner TamenauSschusseS für das Sontheimer Altersasyl und hat in diesem Amte mit vorbildlicher Pslichttreue und feinem Takt zum Segen der AllerSasylr gewirkt. Aber auch an‘ allen anderen Werken der Nächstenliebe in unserer Stadt hat sie ernsten Anteil genommen und wertvolle Mitarbeit geleistet. So war sie die Borsitzende der Württembergisch-Hohenzollerschen Landesverbandes des jüdischen Frauenbundes und hat sich um die Entwicklung dieser BerbandeS bleibende Verdienste erworben. Ihr Hinscheiden bedeutet so einen weit über den Kreis ihrer Familie hinau» fchmerzlich empfundenen Verlust. Die Trauer um die Verstorbene kam bei der Abschiedsfeier noch einmal allen Beteiligten zu ergreifendem Ausdruck. Im Trauerhause nahmen die Bertreter der Verbände und Vereine, in denen Frau Henle mitgearbeitet, Abschied von ihr. Ein großes Trauergesolge geleitete sie zu ihrer letzten Ruhestätte, wo noch einmal aller ihrer Verdienste dankbar gedacht wurde. Die Erinnerung an die vortreffliche Frau wird segensreich fortwirken. Heilbr»»». Am 1. August durfte Religionsoberlehrer Jsh Krämer auf eine 25jährige Tätigkeit als Lehrer und Kantor der hiesigen Gemeinde zurückblicken. Wenn der Gottesdienst der Heilbronner Gemeinde sich musikalisch auf einer beträchtlichen Höhe befindet, io ist dar nicht zum wenigsten dem Jubilar zu verdanken, dessen vornehmer und feinsinniger Gesang dem Gottesdienst edle Weihe und künstlerische Schönheit verleiht. Gleich - zeittg darf Krämer als tüchtiger Lehrer besonder» gerühmt werden. In mustergültiger Treue hat er auch hier seiner Gemeinde wertvolle Dienste geleistet, die wiederholt Anerkennung gefunden haben. In einem besonderen Artikel dantt die Neckar-Zeitung dem Jubilar für seine bewährte Mitarbeit als Theaterkritiker der sachlich und selbstlos das Musikleben der Stadt Heilbronn wesentlich gesördert hat. Mögen dem wackeren Manne noch viele Jahre gesegneter Wirksamkeit beschieden sein l Heilbr»»»." Anläßlichdes Südd. Treffen» de» Verbands jüdischer Juge'növereine Deutschlands in Stuttgart entsandte die Sportabteilung de» Jüd. Jugendbundr Montefiore Heilbronn 2 Damen und 10 Jungen», die insgesamt 10 Preise nach Heilbronn nehmen konnten und sich in der Gesamtwertung an zweite Stelle plazieren konnten (siehe Bericht „Da» Südd. Treffen". Die Schristttg.). Auf Grund der Siege in Stuttgart fand im Saal der Albrechts Weinstube in Heilbronn eine Siegesfeier statt, eingeleitet vom Sportleiter Siegmund Stobezki durch eine Ansprache an die Erschienenen und Sieger, umrahmt von Klavier- und Biolinvorträgen» auSgeführt von Ruth Steigerwald und Max Stobezki. Es folgten Ansprachen von Lola Reis und Otto Scheuer, dann ein feiner rhythmischer Tanz, ausgesührt von Friedet Krämer, ferner humoristische Botträge vom Lokal- Humoristen Ludwig Dreysuß, die sich in Lachsalven verwandelten. Er waren überaus gemütliche Stunden, für die man der Leitung der Sportabteilung, insbesondere Siegmund Stobezki nnd Otto Scheuer herzlichen Dank zollen muß. Nachher fand noch ein kleine» Tänzchen statt und um 12 Uhr ging man gemütlich nach Hause mit der Genugtuung, einige schöne Stunden frei und ungezwungen miteinander erlebt zu haben. tttiklMi. Zu einer Feier der ganzen israelitischen (gemeinte gestaltete sich die goldene Hochzeit, die Jakob Gottlieb nnd seine Frau Ida, geb. St e r n, in beglückender körperlicher und geistiger Frische am Sonntag, den 29. Juli begehe» konnten. Nachdem 1>er Stadtschultheiß am Vormittage die Ehrenurkunden des Herrn Reichspräsidenten und de» Herrn Staatspräsidenten übergeben und die Glückwünsche der Stadtrates und der Stadt, deren Arme dar Jubelpaar mit einer namhafte« Geldspende bedacht hatte, überbracht hatte, begab sich die Hochzeitsgesellschaft in die festlich geschmückte Synagoge. Die Feier, die mit erhebendem Gesang eingeleitet wurde, gipfelte in der Festrede de« ReligiouSlehrer» Schapiro, der in beredter Weise da» liefe rttigiöse Empfinden und die Einfachheit und - 137 - Schlichtheit des Jubelpaares zu würdigen verstand. Warme Worte de» Dankes richtete er an die Söhne der Iubilare Siegmund und Berthold Gottlieb, Stuttgart, die in hochherziger Weise schon vor kurzer Zeit der hiesigen Gemeinde ein herrliches Rer tomid gespendet hatten, zum ewigen Gedenken an die Familie Gottlieb. Am Schlüsse de« FestgottetdiensteS wurde dem Jubelpaar ein vom Oberrat der Isr. Gem. Württ. gestifteter und mit Widmung versehener Pokal überreicht und zugleich dessen herzliche Glückwünsche übermittell. Da» Isr. Borsteheramt übergab dem Jubelbräutigam ak» Zeichen der tiefen Verehrung einen silbernen Ehanukkaleuchter. Nachdem die eigentliche Familienfeier im Stern'schen Restaurant beendet war, fand im Hotel zur „Glocke" noch ein gemütliche« Beisammensein der ganzen Kehill» statt, dar einen alle Teilnehmer befriedigenden Verlaus nahm. Im Namen der Gemeinde sprach Lehrer Schapiro den Gastgebern den herzl. Dank au« und schloß mit dem Wunsche, daß e» dem Jubelpaar vergönnt sei,- noch viele Jahre in körperlicher und geistiger Gesundheit zu verbringen, und mit der Bitte, an der „Diamantenen" der ganzen Gemeinde noch einmal einen solch schönen Abend zu bereiten. Rottweil. Gelegentlich de» RegimentStages de» Reserve-Jnsanterie-RegimentS 119. fand die Einweihung der Gedenktafel zu Ehren der im Weltkriege gefallenen Krieger statt. Nach den Ansprachen der katholischen und evangelischen Geistlichkeit legte im Austrage der Israelitischen Gemeinde Bankier Adler einen Kranz am Denkmal nieder mit den Worten „Gemeinsam gekämpft, gemeinsam gefallen. Auch unser Dank gebührt euch allen. Ihr Helden, ihr schütztet der Heimat Erde, zum Lohn euch der Lorbeer gespendet werde." kll«. Die Ortsgruppe Ulm-Neu-Ulm de» Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten gibt ihr Winterprogramm bekannt. Nach demselben solle» stattfinden: 1. An jedem ersten Montag im Monat wie bisher: Zwanglose Zusammenkünfte im Lustschisferzimmer de» Bahnhof-Hotels: erstmalig am 3. September.- 2. Am Montag, 15. Oktober: Vortrag Rabb. Dr. Lohn: Sind die Angriffe aus den Talmud berechttgt? 3. Am SamStag, 17. November, 7.30 Uhr: Familienabend mit Tanz im kath Gesellenhau«. 4. Weitere Vortragsabende und Versammlungstermine werden besonders bekannt gemacht. Uh». Rabbiner Dr. Lohn aus Stuttgart, dem schon vor mehreren Monaten vom Israelitischen Oberrat da» Amt de» BezirkSrabbiner» in Ulm übertragen worden ist, hat sein hiesige- Amt angetreten und die Dienstwohnung Weinhos 3 bezogen. Seine Sprechstunde ist täglich von 12—13 Uhr. Ul«. An der Synagoge haben nun die beiden Ecktürme aus der 'Weinhofseite ihr pyramidenförmig zugespitzte» Dach mit Schieferbelag und je einer kupfernen Turmspitze mit Stern erhalten. Tie Eindeckung der Dächer der beiden Hinteren (nördlichen)' Ecktürme ersolgt in gleicher Weise und wird demnächst vorgenommen. Die Oberlichtfenster der Dächer der Synagoge wurden beseitigt und die Steinornamente über dem TachgesimS abgenommen. DaS ^anze Dach wird mit einem neuen Schieferbelag versehen. Tie Ausführung der Schieferdeckerarbeiten ist der Firma Gebrüder Braun hier übertragen. Wie, man hört, soll der Verputz eine graue Färbung erhalten. U L M ii Stehle Malermeister Gl Adder-Str. U Telefon Nr. 960 Ausführung sämtlicher Malerarbeiten - bekannt solid und preiswert gnnininnnnitRnininngiiniiniiiiitHmHiiHMiitaminiiiinit)iiiiiiiitiinimniinmHiHiiniuis W KONDITORhl UND CAFE | I TRÖGLEN / ULM 1 S GemMUhe neu renovierte tokeUMen 8 s Spezial - Geschäft für \Befte llungen | Gegr. 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