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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-09-01 · 11 (1.9.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
11 (1.9.1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 9)
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Landesversammlung, Julius Rothschild, den Vertreter der Stuttgart-Loge und der Zionistischen Ortsgruppe Stuttgart, Alfred Levy, den Vertreter des Central-Bereins, Dr. Fritz R o s e n f e l d, den Vertreter des „Vereins isr. Lehrer in Württemberg", Oberlehrer I a f f ö, und den 'Vertreter des Jüdischen Lehrhauses Stuttgart, Oberrechnungsrat Meyer. Ihnen dankte Dr. Walter Einstein für ihr Erscheinen und die tatkräftige Unterstützung der Bestrebungen ^es B.A.B. Hierauf begrüßte der Redner den 2. Vorsitzenden des Verbandes jüdischer Jugendvereine Deutschlands, Gerichtsassessor Herbert Felsenthal, Düsseldorf, die 1. Vorsitzenden der Landesverbände von Hessen, Baden, Bayern, Tr. Piccard, Lutz Them al, Pforzheim, Rabbiner Dr. Rülf, Bamberg, und ge» dachte auch des Vorsitzenden des württembergischen Landesverbands, Rabbiner Tr. Cohn, der am Erscheinen verhindert war. Sodann ergriff der Präsident des Jsr. Oberrats, Regierungsrat Dr. Nördlinger, das Wort. Auch der Oberrat, so führte der Redner aus, hat erkannt, daß es heute auf die Jugend und die harmonische Ausbildung ihres Körpers und Geistes ankommt. Die Zeit der materialistischen Geistesbewegung ist vorbei und an ihre Stelle ist eine Renaissance des religiösen Geistes getreten, die auch in unserer jüdischen Jugend Wurzel geschlagen hat. Neben den reinen Berstandeskrästen müssen die Jugendvereine unserer Religionsgemeinschaft vor allem auch die seelischen Kräfte fördern, um so ein starkes, gemeinschastbejahendes Geschlecht heranzubilden. In diesem Anne begrüßte der Redner die jüdische Jugend und schloß mit der Versicherung, daß auch der Oberrat an ihren Bestrebungen warmen Anteil nimmt und sie nach Kräften unterstützen wird. Im Auftrag des Jsr. Borsteheramts hieß Rechtsanwalt Tr. Tänzer die Teilnehmer des Süddeutschen Treffens herzlich willkommen. Er bezeichnete die Veranstaltung als eine Tat, an der das sportliche Moment neu und besonderbemerkenswert sei. Besonders auf dem Gebiete der Leibesübungen wurde bei diesem Treffen positive Arbeit geleistet, und die Gemeinde hat an der körperlichen Ertüchttgung ihrer jungen Mitglieder das größte Interesse. Auch das Jsr. Borsteheramt wird dem B. A. B., wenn er auf diesem Wege weiterschreitet, seine Unterstützung nicht versagen. Für die Stuttgart-Loge U.O.B.B. sprach Alfred Levy, der gleichzettig die Grüße der hiesigen zionistischen Ortsgruppe überbrachte. Er rühmte den Idealismus in den Wanderbünden und grüßte das neue Geschlecht, daS stolz auf seinen Weg ist und auch auf den Stolz der jüdischen Gemeinschaft rechnen darf. , Oberrechnungsrat Meyer hieß im Namen des Vereins Jüdisches Lehrhaus Stuttgart die Anwesenden herzlich willkommen. Jugend und Lehrhaus, so führte der Redner auS, gehören zusammen. DaS Lehrhaus hat der jüdischen Jugend Belehrung und Wissen vom Judentum zu vermitteln und ihr damtt echte Lebenswerte mft aus den Weg zu. geben. Der Redner forderte die Jugend noch mft herzlichen Worten auf, zum - 135 - LehrhauS zu kommen, dessen Sympathie ihr gewiß sei. Sodann sprach Dr. Fritz Rosenfeld im Auftrag der Stuttgarter Ortsgruppe des Central-Bereins. Mit humorvollen Worten gab er seiner Freude Ausdruck, schon am frühen Morgen zu den Wettkämpsen erschienen zu sein. Mehr denn je kommt es heute aus eine harmonische Durchbildung des Körpers an, die den Gesamt - organismuS fördert und unsere Jugend für den Lebenskampf wehrhaft macht. Ter Redner schloß mit dem Wunsche: Möge stets mit einem gesunden jüdischen Körper ein gesunder und aufrechter jüdischer Geist verbunden sein! Oberlehrer Jassä begrüßte die Teilnehmer im Auftrag des „Vereins jüdischer Lehrer in Württemberg". Er führte aus, daß auch die Schule sich gerne in den Dienst der Jugendbewegung stelle und rühmte besonders die neutrale Plattform des Verbandes, die ein ersprießliches Arbeiten ermöglicht und fördert. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß das Süddeutsche Treffen der ganzen jüdischen Gemeinschaft zum Segen gereiche. — Sämtliche Ansprachen wurden von der Versammlung mit stürmischem Beifall ausgenommen. Im Anschluß an die Begrüßungsansprachen rezitterte Frl. Hilde Fischer mit bewährter Sprechkunst „Dichtungen unserer Zeit", die ebenfalls mit großem Beifall ausgenommen wurden. Wir erwähnen besonders das herrliche Gedicht „Lächeln, Atmen, Schreiten. ." von Franz Werfel, das, ats Ausdruck jugendlichen Sehnens und Fühlens, der Tagung eine besondere Weihe verlieh. Im Mittelpunkt des Programms stand ein hervorragendes Referat von Gerichtsassessor Herbert Felsenthal, Düsseldorf, über „Jüdische Jugend, der einzelne und die Gesamtheit". Der Redner unterzog die Neutralitätsidee einer feinsinnigen Prüf ing und deutete die r.ettrale Basis des Verbandes in klarer und überzeugender Weise. Wenn im vorigen Jahre die Arbeit im Verbilde sich um daS Problem „Die Jugend in der Gemeinde" bewegte, so werden sich jetzt die Jugendvereine mft dem Thema „Die Not der jüdischen Jugend" zu beschäftigen haben. Mit Eifer soll unsere jüdische Jugend überall di« Quellen der sozialen und biologischen Nöte anfspüren und die Hemmungen beseitigen, di« sich zwischen Mensch und Religion stellen. Zu diesem Zwecke muß alle Arbeit wirkliche Gestaltungsarbeit sein, über der aber die Verpflichtungen dem Verband gegenüber nicht vergessen werden dürfen. Herbert Felsenthal richtete zum Schluß einen warmen Appell an alle Berbandssreunde und forderte sie auf, einmütig zum Verbände zu stehen und ihn, als den Träger des Ganzen, aus alle nur mögliche Weise zu fördern. Dr. Walter Einstein dankte dem Redner für sein gehaltvolles Referat und erösfnele sodann die Aussprache, an der sich Landgerichtsdirektor Stern, Schwarzschild-Frankfurt, David-Karlsruhe, Strauß-Berlin, Dr. Ney-Stuttgart und Frl. Kuppenheimer-Rastatt beteiligten. Ten Schluß der Tagung bildete die Verteilung der Ehrenpreise und Diplome. Mit strahlenden Gesichtern nahmen die siegreichen Sportfreunde mit dem Tank des B.A.B. die zahlreichen Angebinde entgegen, die für alle Zukunft die Erinnerung an die schönen Stunden gemeinsamen Erlebens wachhalten werden. Euch aber, ihr jüdischen Jungen und Mädels, die ihr in jugendlicher Begeisterung zum Süddeütschen Tressen nach Stuttgart gekommen seid, euch rufen wir im Namen aller, die frohen Herzens eure Bereitschaft zum Dienste am Gesamtjudentum erkannt haben, ein herzliches Lebewohl zu! Mögen die wenigen Stunden, die ihr in Stuttgarts Mauern verbringen durstet, euch die Gewißheit gegeben haben, daß man überall. HEILBRONN Karl Gertler Juwelier Spezialität i Bruckmann. Kaiserstr. fllbur-Bastucke JULIUS NÄGELE SCHOKOLADENHAUS HEILBRONN a. N. i Kaiserstr. 22, Telefon 18M Kaffee / Tee und Kakao fCHOLL NACHF. 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