Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 10 (16.8.1928)
- Date
- 1928-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
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- 120 - die Wirklichkeit menschlicher Gemeinsamkeit nicht mehr aufzuhalten war, und hier zerschellte der große Gedanke der Neugestaltung der Ge:cllschast durch die Jugend. Tie Wirklichkeit war mach tiger als diese Ideale. II. _ . Protest gegen die'Gesellschaft, und die Unniög lichkeit der jüdi'chen Geselli'chast ließen die jüdische Jugendbewegung erstellen. Zuerst mußte s:e zionistisch sein; weil Zionismus selbst Protest gegen die jüdische Gesellschaft ist: dann solgten sich um die anderen Weltanschauungen grupvie renden Kreise. Sämtliche Gruppen, erotisch lebend, gingen zugrunde oder vegetieren cinflus; los liier ivie bei der deutschen Jugendbe wegung auS denselben Gründen. Perneinung ohne da-? klare Bewußtsein vom zu schassenden Neuen beißt zerstören! Wellental folgte in der Entwicklung aus Wellen berg. bss die Menschen nicht melir aus ihrer Idee heraus die Kran sanken ans den Berg zu steigen, bi? der Atem der Bewegung zu kur; geworden ivar, um der Anstrengung d efes Mac sches standzubalten. III. Wellental selgt auf Wellen!erg auch jnn>rbalb des Verbandes der jüd.'ck'en Jngendvereil e, der bis beule, einzelne Linien veeändernd, obnc das charakieristifche seines Gef chies zu vceii.'.en sich immer wieder ans den Beeg bat erbeben können, und wenn auch Zahlen den Werk von Men "scheu nicht auszudrücken vermögen, so ist eine Bewegung von lAtOO jungen Juden gelragen im Jahre mebr denn je ein Beweis von Lebendigieil. IV. Tie «Grundlage des Berbantes bildet die Gr lennlnis, daft das deutsche Judentum einem lang samen aber sicheren Tote entgegensie: t. wenn es nicht geling t, das geistige Proleta.iai der denk scheu Juden, die sogenann e Masse, erziel,e.i'ch zu bceinilussen: w nn es nicht möglich ist, ihr die JU'iuitiuiu' und Erkenntnisse von Juden und jüdi scheu Tinge» zu vermitteln, die ihr die Pada gogik der jüdischen Schule nicht geben kann: wenn es dicht zu erreichen ist einen suchenden, jüdischen Pol innerhalb des Berufslebens zu bi,den, den die Snnagoge nicht mebr ist seil sie sich ibres Ebaraklers als Persammlungsbaus entledigt und sich für Gottesdienst „speziali ien" bat,. wenn j. das jüdische Leben nich: von eii-ec Angelegeneeck >ür 2 Tage des Iobres zu einem Bestandteil jeden Werktages ivird. Ticsc Erkenntnis criordc t Einstellung aus die Blasse von der ich glaube, daß sie wird lebendig gemacht werden können. V. Wenn ein Nichljude sich über den sin» des Judentums orientieren Ivollend, eine Umfrage bei den Prominenzen des deutschen Judentums veranstaltet, er würde erstaunt fein über die Berschiedenheil der Antwor en die ibin zugehen; und lvenn er etwas mehr mit der Materie vertraut die Antworten znliekst verstehen lernt, wi.d ibm die Ahnung werde», daß in allem ein Teil des LinnS enthalten ist, und daß sie darüber hinaus gewisse Gemeinsamkeiten aufweisen. Tiese Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Teilen und die Sammlungl der sie tragenden Menschen ist die Jdcengrundlagc des VerdankeS. ist die schöpferische Neutralität: schöpferisch, weil die Erziehung einem Geschlecht junger Juden gilt, das aus scinemGcist innerhalb seines engen Teils, die gemeinsamen Tinge bewußt pflegt, gesamt jüdisch denken und handeln gelernt hat und vom Aspekt des K.al, gesamtjüdischcc Gesinnung, sich bei allen Handlungen leiten läßt. VI. Massenorganisation ist der Verband. Erziehungsbund ist er und gesamtjüdisch seine Gesinnung. — Bereit will er sein, das heißt er will bereiten. VII. Juden! Hier ist eine Aufgabe: Tie Aufgabe für die Gestaltung jüdischer Zukunst. Seid bereit, das heißt helft bereiten. Qrüßc an «Ire jüdische Jugend. Am 10 Angusl werden Mitglieder ,üddeutscher jüdischer Jugendvcreine in hojsentlich großer Zahl in Stuttgart zu friedlichem Kampfe aus dem Gebiete des Sportes zusammeniresfen. Liren sol chen friedlichen stampf, bei dem alle geeint sind in dem Willen, das ihre zum Gelingen des Ganzen beizutragen, in Ehren zu bestehen und doch nedlos dem ehrlichen Gegner, der sich als überlegen erweist, die Siee.esvalme zu überlassen, j gibt es auch auf dem (üebifte des Geistes. TaS! ist uns ein B>weis für die Entwicklung der | jüdischen Le: re Jahrlu rrd r elang l aben die des en , Geister des Jahrhunderts gerungen und gekämpft, si nicht zu eigenem Ruhm, sondern leschem scho , inajim, zur Ebre Gottes. Auch in der Gegenwart wird noch innerhalb des JtideiikMiis viel gestrit en und gekämpft. 'Aber dieser stampf hat viel von seinem Glanze verloren. Tie Geiser sind nicht mehr für diesen Kamps genügend gerüstet. Es fehlt ihm die Tiefe, die Ehrlichkeit, die Weilterzigkeit und das Wis sen früherer Geschlechter. Er erinnert nicht mehr so sebr'an den stampf zwischen Hillel und Scham mai,-als an den stampf storachs und seiner Ge nosscn gegen Mose und Aron, wenn er nicht gar zu jenem grundlosen .Hasse aüsanct, der, nach Ansicht unserer alten Lcheer, die Schuld trug, an dem Verlust des Landes und des Heilig luiiis. Möge es unserer Jugend beschert sein, die Besserung herbei,zwühren. Wie ihre sportlichen Kämpfe uiucr dem Zeichen des Friedens und der Freundschaft vor sich geben, so möge sie sich auch in Frieden und Freundschaft zusammentun, wo cs schwierigere und wesentlichere Ausgaben zu eriüllen gilt, das Wesen und die Wirklichkeit des Judenlums zu erkennen > ud l em droh iVe» geisti gen und religiösen Versal! zu wehren. „Tie Lehre, die uns Mose geboren hat, ist ein Erbteil der Gemeinde Jakobs.'^ In diesem Sinne heiße ich dich, jüdi'che Jugend, auch im Namen des hiesigen Nabbinars, herzlich wi.lkommen! Rabbiner Dr. Cohn. In unserer Jugend liegt un'ere Hossnung auf eine schönere, bessere Zukunft. Ihr Wirken uni> Schaffen gibt dem jüdi'chen Leben Festigkeit, stärkt den Widcrstaird gegen alle Anscindungcn von außen und gewährleistet den Zusammenhalt unter den Juden aller religiösen Schattierungen. Tie Tätigkeit des Reichsverbands der Jüd. Jugendvereine kann deshalb nicht hoch genug ge schätzt werden und das Zusammeniresfen der ihm angeschlossenen süddeutschen Vereine in unserer Stadt ist aufs freudigste und herzlichste zu begrüßen. Mögen die Tagung und die sportliche Veranstaltung einen harmonischen, glücklichen Verlaus nehmcn und das persönliche sowie geistige S ch Näl er.re en ci, e ncchhal.ige, fruchtbare Wirkung auf die wertvollen Bestrebungen des Reichsverbai ds und auf das Gesamtjudentum ausüben. Louis Hirsch. Jüdische Jugci d trifft sch in diesen Tagen zu sportlichen Weltkämpfen in Stuttgart. Wer von echtem Sportgeist befe.lt ist, achtet und ehrt den Gegner, mit dem er um die Palme ringt. Taß jüdische Jugend auch im geistigen Kampf Achtung v.r jeder ehrlichen Ueberzeugung und Ehrung des Gegners, dem es ernstlich um die Sache zu tun ist, als ihre Pfl cht erkannt hat, dafür mehren sich erfreuliche Zeichen. Vor kurzem haben in Berlin die jüdischen Jugendbünde a 1 - ler Nicht u n gen die Gründung einer „Schule der Jugei d" beschlossen, die d.r inneren Fremdheit zu den Werten des Judentums und der Judenheit entgegenwirkcn und mithelfen soll, eine neue, reineie jüdische Atmosphäre zu schassen. Die Jugend als Vorbi d für die Auseinandersetzung »»ter den Allen! Keinen besseren Wunsch w.iß ich für das Stuttgarter Tressen. Ministerialrat Dr. Otto Hirsdi. Jung und Alt würden sich leichter verstehen, wenn die Alten sich mehr an ihre Jugend erinnern wollten. Bei Mcinungsverschiedenheilen zwischen Jung und Alt obsiegen gar oft die Alten, ohne sich des Sieges freue» zu können, denn er zeigt sich meistens erst, wenn sie längst in kühler Erde ruhen. * * * Unserer Jugend von Heu e eignen die guten Eigenschaften der Vorfahren, auch wenn sie nicht inzmer deutlich in Erscheinung treten. Tempora mutantur, nos et mutamur in illis. Es ändern sich E.&M. RICHNOWSKY Eberhatdstr. 23/ Gegr. 1994 Haus für Gelegenheitskäufe in Brillanten / Parten Bold- und Silberwaren KodlS - Adler- Spezialmaschinen I. Gewerbe u. Indat trte /Zick-Zack- Schnellniher / 3000 Stiche pro Minute leistend / Probeweise Lieferung kostenI. KaplersCo., Sfalfüarf Gartenstrafc 19 / Telephon 610 85 Neuzeitlich)« Tapeten S toff e/Teppiche Lienhardt Sta'ttirt - LiUnstnftt7 Etki Calwerstr. -Schnellnäher für die Trikot-, Kleidern. Wischeindustrie / 3-4000 Stiche pro Minute leistend /Probeweise Lieferung kostenl. Kupfer* Co., Stuttgart Gartenstrabe 19 / Telephon 61085 Heirenu. Damensdineiderci J. BRAUN * Siiberburösir.36 BRAUER &WIRTH Kunstgewerbliche Werkstätten MÖBELFABRIK StuttgartCharlottenstraße 21a laden hßfiichst zur Besichtigung ihrer Ausstellungsräume an der Olgaecke ein ERNA HÖRRMANN, «-d.huchthausen / / “"phonn™««