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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-08-01 · 9 (1.8.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
9 (1.8.1928)
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 8)
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dem alten Tolonia gekommen seien und hier ihre Kultstätken aufgerich:et haben. Nach einer Schluß ansprache von Gemeinderabbiner Tr. Rosenlhat begaben sich die Versammelten unter seiner Füh rung an den Grabhügel zum gemeinsamen Gebet. U>2*- Professor Samoilowitsch. Ter Leiter des Eisbrechers „Rrafsin unö der nach Norden abgesandten Rctuingsez peditioit, Professor Rudolf Lasare-oi.sch samoilowitsch, be kannliich ein Jude, isl ivie „B. Z am Mit lag" berichrel in südrußland im sichre 18-SO geboren und hat in Frewerg in der Bcrgaka dcmic studiert, In sein Vaterland zurückgetehrl, betätigte er sich als Bergingenieur. liUS »ourde er von der „Ochranka', d. h. von der poliri. scheu Polizei, verhaflci und in das am Eismeer liegende Gouvernement Archangelst in ein weil von der Elscnbahn ge.egenes Torf veeoannk. Torr sing, er-seine sludienarbeiren üoer den russischen Norden und dessen Bodenrcichiümer an und ver osseNllichle sein erstes, aufsehenerregendes Werk über die berühmten Grollen von Pinega. All mählich vcrorciiele er feine Forschungen immer iveiier, beteiligte sich an verschiedene» Forsanngs erpediiioiien nach Nowoje BZremja unö der Insel Spitzbergens davee bewies er, daß ee »ichr nur ein tüchtiger t^e^ehrler, sondern auch ein her vorragendec Organisator und Geschä,lsmann ist. In Spitzbergen organisierte er die Ansnutzung des .'tohicnreichiuins der Inset und lieferte näh rend des Lvellkrieges .stöhlen jür die Peiers bürgen Industrie Lerle. Nach dem bo.ichen inis.. ep ltnisturz im November 1:• 17 lehrte er zu feinen Forschungsarbeiten im ruififchen Norde» zurück, linier der Teilung der russischen Akademie der B'issenschailcn und mir hinter,tuyung des Ober sten Raies der Volksivirlsckasl in Moskau v» ganisieric er unier Milwirkung von hervorragcn den Geehrten Mineralogen, Hislorilern uiiv. wissenschasiliche Forschungen i», großen Stile. Leine vieiseuigen .stennlnisse aus de.» Polar gebier und sein hervorragendes organisatorisches Talent wurden jetzt von der so.vjelregierung bei der geiährlichen Unternehmung des „.straffin - vern-eriet. .ITA. Professor M. Dalaban Professor der jüdischen Geschichte und Literatur. Tas ilnieriichtsministeriuin bat sich entschlos sen, an der humanistischen Fakultät der Äar schauer ttnivcrsiräl einen Lehrstuhl für jüdisch.' Gcschich'e und Literatur zu schassen. Es wird dies der erste Lehrstuhl für jüdische Geschichte chn europäischen llniversitäien sein. Wie der ITA Vertreter erfährt, hat der llinec richtsminister bereits das Tekrei über die Er nennnng von Professor Meir Balaban zuni To zcnicn für jüdische Gesuchte und Literatur an der warschauer Unirecsilär vollzogen. Professor Balaban ist anfgeiragen ivorden, die Geschichte der Juden in Polen besonders zu behandeln. ^0000 jüdische Handwerker sollen nach Sibirien abwandern. Tas stoniilee für Binnenwanderung beim Zen lralexekniivkomiiee der Towjel Union hat einen Plan ausgcarocilel, der die Abivanderung von enva m jüdischen stleinhandwerkcrn aus den ukrainischen >lleinstäd.en uni» auch alis anderen Gebieten, ivo sich jüdischen .Handwerker» keine Eristenzmöglichkeit bieiet, nach dem fernen si bitten zum Gegenstände hat. Tas Binnenwandc rungskoniiiee entartet, daß die Regierung diesem Plane die Bestätigung nicht versagen und des sen Berivirtlichung in die Wege leiten wird. In dein Memorandum de? Binnenwanderungskomitees, wird daraus hingevicscn, daß Handwerker Erzeugnisse aus Japan nach Sibirien eingeführt iverden müssen, und daß die Bauernschaft oft hunderte Meilen wandern müsse, um sich mit Lchul'.e» und stleidungsstütten zu versorgen. Für die jüdischen Binnenwanderer werden Kredite zur Anschassnng von Maschinen, Steuerfreiheit, Befreiung vom Militärdienst und freie Eiscnbahnfahrt nach den Provinzen de; Fernen Ostens, Sachalin inbegriffen, gefordert. Tie jiddisch kommunistische Tageszeitung „Eineß" spricht sich für diesen Plan aus und führt zu dessen Begründung an, daß die Arbeitslosigkeit in den jüdischen Kleinstädten chronisch — 112 — geworden ist. Aus je einen zerrissenen schuh kommen zehn Schuhmacher. Tie Abivanderung von 2<»ooo stleinhand,verlern werde die strijis in Sen jüdischen stieinstädten lindern. (ITA.) Bericht Ver I.L.A. über Vas russische Kolonisationswerk. In den neuen südrussischen stolonien lebten am I. Juni d. I. 227st jüdische Familien. 953 Häuser wurden erbaut, 1198 befänden sich im Bau. 1% gewöhnliche Brunnen und 5 arthesische Brunne» wurden erbaut. Tie Ansiedlung von :>5ix> jüdi,chcu Familien aus dem Tande ist vielleicht in, Berhällnis zu dem ungeheuren Programm des amerikanische.i Agro Joint klein zi, nennen, sie erscheint aber groß für ein Werk der ICA, d e große Bcr ft ch un^e > in anteren Tei en der Welt zu erfüllen hat. Man darf nicht ver gessen, daß die ICA in Rußland selbst 290 stce ditgcnossensll allen mit sehr beträchtlichen Fonds unterstützt Tie "Neu Kolonisten haoen unter g» legenilichen Hemmnissen und Rückschlägen zu lei den. Unter de» 3000 Familien sind auch solche, dir nach den ersten Enttäuschungen die Hände voni Pflug zurückziehen.- Es sind ihm vielleicht nur I<> Prozent , Die jüdische Kolonisation in Bir-Bidschan. Ter be.annle jüdische kommunistische Führer A. Mereschin, der zusammen mit dem Landwirt schas.s Experten Professor Bruk zwei Monate lang in Bir Bidschan gcweikt hat, erstattete in einer Sitzung ber Zentralverwaltung der jüdischen Ko lüiiisatioiisgesellschast „Ozet" einen Bericht, der in der Feststetlung gipfelte, daß das Problem einer üdischen Groß Kolonisa.ion in Bir-Bidschan ernster ist, als man anfangs angenommen hat. In den nächsten fünf Jahren wird man höchstens 10 000 jüdische Familien in diesem Rayon an siedeln können, davon mindestens 2000 als Handwerker, an denen es in der Gegend des Amur mangelt. Das gesamte Ansiedlungswerk wird in einem mäßigen Tempo geführt werden müssen. Biel anbaufähigen Boden gibt es nicht, aber aus gedehntes Sumpfland, welches erst urbar gemacht werden muß, wozu vorderhand eine Million Ru bel etsorderlich ist. Auch gibt es viel für An bau nicht in Betracht kommendes Bergland. Aus dem vorhandenen trockenen Bodeil könnte man höchstens 25000 Familien ansiedeln. Mit primi tivcm Ackergerät kann man dort wenig ausrich len; 40 Rubel kostet das Pflügen eines Landstücks im Ausmaß eines Ackers. Komzel und Ozet sind bereit, eine Abordnung nach Amerika zwecks stu diums der technischen Methoden der Bodenbear beitung und der Entwicklung von Reisfeldern zu eiltsenden. Gute Aussichten bestehen vorläufig nur für Handwerker, Heimarbeiter und Tagelöh ner. Tie Arbeit in den Wäldern wird gut bezahlt. Ozet wird die Arbeit in anderen Rayonen 2owjetrußlands unterbrechen müssen, um sich aus die Arbeit in Bir Bidschan zu konzentrieren, die weit mehr Mittel als anfangs angenommen erfordert Bon Agro-Joint ist keine Hilfe in Bir-Bidfchan zu erwar.en, da die Marschalls und Warburgs in ein Bündnis mit den Zionisten getreten sind. Es ist darum nur recht und billig, daß Agro Joint, Jca und Ort die Arbeit in allen' Gegenden Rußlands überlassen wird und Ozet sich aus Bir Bidschan beschränkt. Tie Vertreter von Agro Joint, Tr. Joses Rose» und Advokat I. Grower, die dieser Sitzung der Ozet beiwohnten, stellten im Betlause der Aus spräche fest, daß der Bericht Mereschins geeignet fei, die Hoffnungen, die man an Bir-Bidschan ge knüpft hat, herabzustimmen. I. Grower rechnete aus, daß laut Mereschins Bericht die seßhaft machung einer Familie in Bir Bidschan ntiiibc stens 4000 Rubel kosten würde. (ITA.) HEILBRONN Damen- und herrenfriseurraume, Parfümerie |L RUOFF Inh.t EUGEN BONN Kalsarstr. IO / Famspr. 1701 Berücksichtigt unsere Inserenten! Bmdcmann-Bestetke SU ber waren Icilbronncr ■ Möbelfabrik HlllilllBailllllUl ■ FR. STRIENZ 1 Kaulfewn-bL WeikiUttn f. j den gesamtes Innen-Ausbau W 'ermann EIGENE SCHIRMFABRIKATION leilbronn & Fabrik] Sfilisenn&hUtr. 43/47 ■ Herrenhüte Spazierstöcke W Ecke Kaiseru. 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