Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 9 (1.8.1928)
- Date
- 1928-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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} — 10? — Zum Sfidd. Treffen am Wie an die'er Stelle schon mitgeteilt, findet am 19. August, d. Js. in Stuttgart das Treffen der dem „Reichsverband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands" angeschlossenen süddeutschen Jus.endverleine statt. Der unseren Gemeindemitgliedern »nd der jüdischen Oefsentlichkeit unseres Landes wohlbekannte Berthold Auerbach-Berein hat die Organisation und Durchführung der Veranstaltung übernommen. — Das Süddeutsche Tresfm 1928 wird durch leichtathletische Wettkämpfe, die pünktlich 9,15 Uhr auf dem Sportplatz der „Stuttgarter Sportfreunde'" in Degerloch beginnen, eingeltt!et. Die Leitung dieser Wettkämpfe hat Polizei-Sportlehrer Koch übernommen, während Dr. med. Richard Ney, Stuttgart, mit ärztlichem Rat zur Verfügung steht. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen es haben die Jugendvereine aus Mainz. Wiesbaden. Frankfurt a. M-, Nürnberg. Bamberg. Konstanz usw. chr Erscheinen zugesagt — darf mit einem äußerst interessanten und spannenden Verlauf der sportlichen Veranstaltungen gerechnet werden. Das Programm sieht 100 Mtter-Laus, Weit- und Hochsprung. Staffellauf, Kugelstofen und andere leichtathletische Sportarten vor und gibt durch seine Unterteilung in Junioren- und Seniorenklassen jttiem Teilnehmer am Süddeutschen Tressen Gelegenheit, seine 'Kräfte unter fachlicher Beurteilung durch Polizei-Sportlehrer Koch zu messen. Startberechtigt sind sämtliche Mitglieder des „ReichSverbands der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands"". Die Sieger werden mit Ehren - preism und Diplomen bedacht. Heute, da man überall die Bedeutung einer zielstrebigen sportlichen Ertüchtigung erkannt hat, darf man auch den AuSscheidungSkämvfen, die im Rahmen des Süddeutschen Treffens am 19. August d. Js. stattfinden werden, mit größtem Interesse entgegmschen. Sind sie doch in hervorragendem Maße geeignet, von der sportlichen Leistung»- fähigkeit unserer süddeutschen jüdischen Jugendvereine ein klares Bild zu vermitteln und für die Leibesübungen überhaupt nachdrücklich zu werben. Darum soll e kein Mitalied der Stuttgarter- und der Nachbareemeinden bei den Morgenveranstaltungen fehlen! Nach dem gemeinsamen Mittagessen, das in den Sälen te? Oberen Museums. Stuttgatt. um 14 Nhr eingenommen wird, ftndet an gleicher Stelle eine Zusammenkunft sämtlicher Jestteilnebmer statt. Ein auSeewäblteS Programm. in dessen Mittelvunft ein Referat deS 2. Vorsitzenden deS ReichsverbandeS. Gettch"sassessor .Herbert stkellenthal-Düsseldors. siebt, wird die Tagunq stilvoll umrahmen. Naib Sck>l"ß der NachmittaaSveranstaltunam ba*m d-e Jngend^ündl-r Gelegmheft, mit ihren BerbandSfre»n>en aus Nah 19. August in Stuttgart. und Fern zwecks gemeinsamen Gedankenaustauschnoch gemütlich zusammen zu sein. Da eine Anzahl Jung'mte von Samstag auf Sonntag in Stuttgatt übernachten muß, richiet der B.A.B. an unsere Gemeindemitglieder di« freundliche Bitte, ihm hierfür Ouarttere zur Verfügung zu stellen. Wir bitten unsere Leser, die in dieser Beziehung den B.A.B. un'erstützm wollen, um umgehende Bekanntgabe ihrer Anschttften an den Verlag der Gemeindezeitung, Stuttgart, Kasernenftr. 13. Nun trennen uns nur noch wenige Tage vom Süddeutschen T'essen unserer jüdischen Jueendverttne Ucherall ist man eiftiq bei der Arbeit, um dm Anforderungen der leich'atbltt's^en Wett kämpfe amüam zu kötinen. Unsere jüdischm Jungm und MSdelS rAPen Körper und Seele — und ihre Der.'M schlagen in juqmdlicher Begeisterung der Stunde entgegen die sie zu „löblichem Tun" einen wird. Erfrmlichern e>se findet das Süddeutsche Tresfm jetzt schon regstes Interesse. Anläßlich der -? bedeutsan en, für Süddeutschland zentralen Veranstaltung, wurde ttn Ehrenausschuß gebildet, dmi folgende Herrm angebörm: Rabbiner Dr. Cohn, Arthur Essinoer, LouiS Hirsch, Ministettalrat Dr. Otto Hirsch, Alfted Levi. R.A. Dr. Mainzer, RegierungSrat Dr. Nördlinger, Mar Osterberg. Dr. med. Biftor Rosmfest». Julius Rothschild, Oskar Rothschild, Landgerichtsdirektor Stern, Fabttkdireftor Dr. Hermann Wttl. Schon jetzt stt diesen Männern, die sich unserer jüdischm Jugend in dankenswerter Wttse zur Verfügung ges ttlt haben, sowie allen Mitgliedern unserer Gemeinde, die zum Gelingen des SÄ>- dmtschm Treffens 1928 mit beittagen werdm, im voraus herzlichst gedanft. Mögm alle unsere Glaubensgenossen von der Heber,-eugvng durchdrungen lttn. daß. unsere Ju gmd alles daransetzen wird, um als aufrechte Juden und Jüdinnen, in froher Erkenntnis ihrer großen Zukunfts aufgaben, dereinst durchs Leben zu gehen zum Segen des Judentums der ganzen Welt. Hans 8terndsim. lieber die biologischen^ Sonderheiten der Inden liegt eine Reibe von Einzelbeobachtunem vor ES fragt sich mir. ob sie ausrttchmd begründet sind, um au? ihnen Schlüsse auf alle Juden zu ziehen. Alle-'n sibon die Tatsache, daß dm Juden die GVchgrttgkttt der Lebens* edingungen keblt, daß vielirchr ihre LebmS^edinounem fast überall verfchichm und ttne oft erzwuncme Entwicklung erfahrm haben, lasten fast aste Sonder beitm. d-'e als biologische Eigmatt der Juden bebauvtet wordm sind, lediglich als Vermutungen erscheinm. Theorett'sch müßten die dem Stamme Levi an-ttiörmdm Juden, also die von Kohanim undLevitm abstammmden die biologfichm Sonderb« tv in Reinstiftur zttoen da bitter Tttl der Inden die geringste Vermischung mit nichtiüdischen Eleirenten erfahren Hot. Aber seltsam, diese ^eoifischm Jndm zeigen weder ttne körperliche. noch ttne biologische Eiqenatt. Dogeqm zeigt der Jude überall ttne charakteristische Anpassung an die klimafischen und Botmuerbältnisse. Die Umwelt formt sttnm Körper und sttne Att. Der Jude der Trovm mtwickelt sich anderals der Jude her kaltm Zone, der Städter anders als der Landbewohner. Dazu kommt die jahrhundettelanee Wanderung und Zerstreuung der Juden, die nur selten ttnmal eine längere Seßhaftiakttt ettcht hakm. Ter Jude Wttßrußlands erreicht kaum das europäische Mittelmaß von 1.62 Meter, aler die Nachkommen dieser russischen Judm in Amettka entwickeln sich oft unter nicht gerade günstigen Boraussetzunqm zu -großen starken Menschen. Man datt asto annehmm, daß der kleine Wuchs der wttßrussischm Judm keine ratsche Eiqmettchttnunq dorrest". Es gibt wobl kmim ttne zwttte Gemeinschaft auf der Erde.- di-» so starke Wechselerschttnun--en je nach dem Milieu answeist wie die jüdische. Ueberaus aettng ist die Sterblichkttts'i^er der Judm. angttangm bei der niedttaen Kinder- und Säuglinqssterbl'ch'ttt bis zu der hohm Langlebigkttt. Al er die Erklärung für diese an sich interessante Tatsache b-'ttet dis hochentwickttte Familimlelm und der ausgeprägte Familimsinn der Jndm. die dem Kinde wie dem Grttse besondere Sorgfalt widmm. Danim sind die Angaben tfter die svezielle Vatholooie und Biologie der Judm. die wiederholt verbreite? werden, sachlich z„ bezwttsttn. Die Zahlmanaabm für vettchiedme Krankhtt^m beruhrn zumttst auf Zufälligkeit. Auch die Mitteilungen über die angebliche Immunität der Juden des Mittelalters'! gegm gewisse Smchm sind bei dem Manett einer wissmschaftlichen Stattstik dieser Ztttalter völlig wettlos. Wmn in neutter Zeit ttne gettnqere Sterblichkeit der Juden an übertraqbarm Krankheiten und an Kinderkrankheiten behauottt wordm ist. so hat man die Tatsache anser Acht gelassen, daß die jüdische Bevölkerung zumeist in bttserm sozialen und hygienischen Verhältnissen lebt und den Arzt früher in Anspruch nimmt, was gerade btt der Gibt « eine besondere Eignung der Juden för bestimmte Krankheiten? i Für die holen Fclcrtadc halten wir zom Besuche unserer Gottesdienste eine Anzahl von Slfnjltia auch für Nichtmitglieder, reserviert. Interessenten bitten wir um sofortige Anmeldung. Verein Unafli Hazedek e.V. Betsaal Kasernenstr. 13 Hhs. Josef Reutlinger Bella Reutlinger geb. Kroner Vermählte Stuttgart Freibutg i. Br. Oberdorf Ttauung i 0. August 1920, 12Uhr, Synagoge Stuttgart Hoch seit t Oberes Museum Verfrauenssfeiie sodif ■ gebildetes FrAulein mit besten Kenntnissen m Stenografie, Maschinenschreiben, Karteiwesen und allgemeinen kaufm. Arbeiten. Suchende ist in ungekflndigter Stellung. 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