Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 7 (1.7.1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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im Sinne der Abgabe an die Front vorzunehmen. Es stellte sich aber dann in den meisten Fällen heraus, daß diese Herren auf dem Posten, auf dem sie waren, wirklich unentbehrlich waren und durch bessere und eingearbeitete Persönlichkeiten nicht ersetzt werden konnten, sodaß sich die Mißstimmung, die gelegentlich darüber auch in Ossizierskreisen geherrscht hat, verhältnismäßig bald gab, weil im Einzelnen nachgewiesen werden konnte, daß man nicht in der Lage war, diese Leute aus ihrer Stellung zu entfernen und durch Gleichwertige zu ersetzen." Schließlich nahm auch der demokratische Ab-> geordnete Pfarrer Korell die Gelegenheit wahr,' sich zu der Angelegenheit zu äußern. Er erzählte einen Fall, wo ein. jüdischer Unteroffizier bei dem Versuch, seinen Vorgesetzten zu retten, der durch eine Fliegerbombe schwer verwundet wor Ststtgsrt. Sitzung des Gemeindevorfteheramtes am 13. Juni. Ein wesentlicher Teil der Sitzung war durch den Bericht der Finanzableilung ausgefüllt, deren Berichterstatter Oskar Rothschild die einzelnen Borschläge der Finanzabteilung befürwortend vorschlug. Es wurde zunächst grundsätzlich beschlossen, den Beamten der Gemeinde die Besoldung nach den neuen staatlichen Grundsätzen zu gewähren und ihre Gehälter entsprechend zu erhöhen. Mit Rücksicht aus die erschwerte Finanzlage des LJW. wurde dessen Beitrag zu den Bürokosten des Fürsorge amles auf M. 1000 herabgesetzt. Für die Herausgabe der Encqelopädia Judaica wurden M. 1000 bewilligt. Es wurde sodann beschlossen, daß die Gemeinde die Unterhaltung von Urncngräbern fortan gegen eine ein malige Zahlung von M. 300 übernehmen wird. Bon der Generalreinigung der Orgel und deren Ausbau soll in diesem Jahre Abstand genommen werden. Ueber einige bauliche Aenderungen aus dem Friedhosgebiet soll die Friedhossabteilung entscheiden; die Fortführung der Wasserleitung soll sofort durchgesührt werden; die Borlagen sür die geplante Brunnenanlage sollen der Vollsitzung vorgelezt werden. Ueber die Einstellung eines Hilfsvorbeters sür die hohen Feiertage berichtete Ebstein. Ihm, dem Stadtrabbiner und dem Gemeinde psleger wird die Wahl des Hilfsvorbeters übertragen. Das Ersuchen des Fürsorgeamtes, daß vo»-'jetzt an wieder zu den Sitzungen des Arbeitsausschusses die Bertreter der Bereinsdclegierten eingeladen werden sollen, wird abschlägig beschieden. Die Bitte des Bereins Linath Hazedek um Beihilfe zu seinen Baukosten wird »ach längerer Aussprache dahin beschieden, daß Tr. Tänzer und Oskar Rothschild die Angelegenheit genau - 85 - den war, das Leben lassen mußte. Diesem jüdischen Unteroffizier ist damals von der Division ein Ehrenbegräbnis bereitet worden. Damit war die Debatte im Untersuchungsausschuß des Reichstages erledigt. Ihr Ergeb nis war, daß der deutschnationale Abgeordnete Philipp einige unbewiesene Behauptungen ausgestellt, die sich aus ebenso unbewiesene Angaben des Generals von Wrisberg stützten. Der Abgeordnete Dr. Moses konnte dem gegenüber sein Zahlenmaterial über die jüdischen Blutopser im Kriege vorigen, aus dem hervorging, daß die Zahl der jüdischen Toten mit 15«» den allgemeinen Durchschnitt von 12«'o überstieg. Dazu er gaben die Darlegungen der militärischen Sach verständigen, daß die Juden an der Front ihre Pflicht und Schuldigkeit vollauf getan haben. prüfen und über sie der Gemeinde berichten werden. Tie Eingabe Tavidsohn und Genossen wird der Gol tesdienstabteilung zur Borberolung übertragen. Zu ihre, Sitzungen soll in dieser Angelegenheit Sanitätsrat Tr. Weil mit beratender Stimme zuzezogen werden. Ter Erlast des Oberrates über das Mast der Beteiligung der Unterrichtsabteilung an der Leitung des Religionsunterrichts führte zu einer Aussprache, an der sich Felix Wolf, Rothschild und Ebstein beteiligten. Ein weiterer Erlast des Oberrate« über die Steuererhebung im Jahre 1828 28 veranlaßt das Borstchcramt, dem Oberrat zu empfehlen, die Reichseinkommensteuer von 1927 und die Bermögenssteucrscstsetzung von 1827 sür die Veranlagung zu verwenden. Tabei macht Tr. Tänzer wertvolle Anregungen für die Veranlagung nach Turchschnittssteuern sür je zwei bezw. drei Jahre. Tie Anschaffung eine» Lichtbilderapparate« soll in der Schul - abteilung vorberaten werden, Karl Levi bespricht sodann die Form der Einstellung der Thorarollen in die heilige Lade; der Stadtrabbiner soll mit Ebstein und Levi gemeinsam eine geeignete Abänderung Vorschlägen. A» die öffentliche Sitzung schloß sich eine nichtösfentliche a», die sich mit Anstellungssragen befaßte. Stnttgsrl. Mitgliederversammlung de« Bereins Israelitischer Lehrer in Würl teniberg am 7. Juni 1828. Wir bereits berichtet wurde, fand am 7. d. Mt», die diesjährige Mitglieder Versammlung des Jsr. Lehrervereins statt. Bertretcn waren der Jsr. Oberrat, die Jsr. Landesversammlung, das Jsr. Borsteheramt, das Stadtrabbinat Stutl- - aart und die Loge. Tr. Rördlingcr wünschte im Austrag des Jsr. Oberrat» der Versammlung einen guten Verlaus und berichtete über die Beschlüsse des Finanzausschusses der Jsr. Landesvcrsammlung. Er bat, die Frage de- Beitritts zu einer Krankenkasse zu prüfen. Tie Fortbildungskurse in der bisherigen Form hält der Israel. Oberrat sür erfolgreich, ebenso die Wan derbchliothek. Es liegt dem Oberrat fern, in diesen Frage» einen moralischen Zwang auszuüben. Er ist sür zweckentsprechende Vorschläge dankbar. Ten Tätigkeitsbericht erstattet Oberlehrer Rothschild Eßlingen. Tie Titelfrage wurde zur Zufriedenheit der * Mitglieder in diesem Jahre gelöst. Tie Bcsörderungs Verhältnisse würden nach der Zusicherung des Präs, denten der Oberrats noch in diesem Jahre ge regelt werden. Tie Schassung einer Kommission sür die Tienstinstruktionen der stsabbiner und Lehrer wurde oegrüßt. Man erwartet von ihr die endgültige Rege lung dieser Frage. Ter Verein hat in diesem Jahre den Verlust de» Religionslehrcr» Ltlcnsoser Edelsingen zu beklagen. Eix warmer Freund der Sache ist in Rabbiner Tr. Straß burger Ulm dahingeschieven. Tic BersammNrng erheoi sich zum ehrenden Angedenken von ihren Sitzen. In seinem Referat über die „Fortbildung des Religionslehrcrs ' betont Religionsoberlehrer Wochenmark Tübingen, daß cs die Pflicht jede« einzelnen Lehrers wäre, durch Selbstsortbilvung seinen eigenen Kultur wert und durch die Art seiner Bcrufserfüllung den Kul turwert seiner Religionsgemeinde zu erhöhen. Religiös- Bildungsstojsc, Philosophie und Pädagogik kommen al» Fortbildungsmittcl in Betracht. Bedingung ist die Selbst tätigkeit des sich Forchildcnden. Außer den Feriensort bildungskursen de» Oberrat» sollen Arbeitsgcmeinschas len gegründet werden, die in freiwilliger gemeinsamer Arbeit sür die Fortbildung sorgen. Ein einheitlichere« Programm für die Fcricnfortbildungskurse wäre , er wünscht. Tie Wanderbibliothek des Oberrat» soll in den Dienst der Arbeitsgemeinschaften gestellt werden. Bor- Aus den Gemeinden Württembergs. JiiHtmtMinimtiinmmmiiiiHi IIIIIIHIIIIIIItllllllHIlHIIIIHIIHIItt Schwelxerische Unfall- II -„Winterthur“ Lebens- | Versicherung* - Gesellschaft Versicherung« - Gesellschaft § Winterthur II ln Winterthur | ...mm Lebensu. Renten-Versicherungen / Unfall-Versicherungen | Haftpflicht-Versicherungen/Kraftfahrzeug-Versicherungen | Einbruch-Diebstahl-Versicherungen § Vorteilhafte Bedingungen! Kulante Sdiadentregullerung I § Auskünfte und Prospekte durch: Subdlrektion STUTTGART, WOhetnubau, g Passage Generalagentur ULM a. D„ Mro Bock, Bahnhofstrafe 12 Generalagentur HBILBRONN a. 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