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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-07-01 · 7 (1.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
7 (1.7.1928)
Date
1928-07-01
Page
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r - 83 - Landes und ihren Wohlfahrtsvereinen, die sich im L.J.Wzu wertvoller Mitarbeit im Dienste der Allgemeinheit zum Segen ihrer Mitmenschen zusammengeschlossen. Er tritt mit dem Willen, das begonnene Werk ernst auszubauen, in das neue Geschäftsjahr ein. Die Abwanderung der Juden Württembergs aus dem Lande in die Städte im letzten Jahr, hundert. Eine recht interessante statistische Mitteilung über die Wanderung der württembergischen Juden im letzten 'Jahrhundert veröffentlicht das Stuttgarter Deutsche Bolksblatt. Man zählte im Jahre 1821 in Württemberg 8 918 Juden. Ihr« 'Zahl stieg im Jahre 1885 auf 13166, sank 1905 auf 12350 und 1925 auf 10827 herab. Die Abnahme der Juden betrug also in den letzten 20 Jahren 1226 Personen oder 11°,». Im Jahr 1845 machten die Juden in Württemberg »och D,68»o der Gesamtbevülkerung aus, 1925 nur noch 0,42»/o. Die württembergischen Juden befinden sich seit 100 Jahren in einer unablässigen Abwanderung vom Torf in die Kleinstadt, von da in die Industriestadt und aus ihr in die Hauptstadt. 1821 wohnten in württembergischen Städten 23,86»/» aller Juden; 1925 waren es 83,25»». 1821 wohnten in Stuttgart, Heilbronn und Ulm zusammen 143 Juden, heute 6 013, also über 55»» gegenüber 1,60»». Diese Abnahme zeigt die folgende Aufstellung besonders klar. Es wohnten: 1815 1010 1925 Buchau 714 262 202 Laupheim 706 348 255 Buttenhausen 334 164 131 Jebenhausen 532 4 5 Aufhausen 350 15 9 Wachbach 218 11 9 BraunSdach 241 88 55 Bieringen 48 — — Rexingen 412 335 307 Nordstetten 351 39 11 Mühringen 508 83 59 Baifingen 238 108 104 Im Jahre 1821 lebten also in diesen 12 Gemeinden 4 652, im Jahre 1910 noch 1477, im Jahre 1925 noch 1147 Juden. Diese Wanderbewegung war natürlich in den Jahren 1845 bis 1865, in denen das württembergische Judentum am stärksten um seine Rechte kämpfte, am grössten. In diesen Jahren wuchs die Zahl der Juden in Stuttgart von 234 auf 1507, in Heilbronn von 15 auf 454, in Ulm von 41 ans fsr. Vorrtchcraml Siomart Der II. Gottesdienst an den hohen Feiertagen findet im Festsaal des Gustav>Siegle-Hauses statt. Gemelndemitglieder, welche Eintrittskarten wünschen. haben dies bis spätestens Mittwoch, den 4. Juli 1928 schritt lieh der Gemeindepliege mitzuteilen. Dabei ist anzugeben, wie viele Herren-, Damen-, Knaben- und MSddienpIStze gewünscht werden. Die Karten stnd in der Zelt von Dienstag, den 10. bis Freitag,den 13. Juli 1928 bei der Israelitischen Gemeindepflege, Hosplialstrafie 36 pL abzuholen. Die Mieter von SynagogenplSizen werden hiermit aufgefordert, den Mietszins für das Jahr1928 29 gegen Empfang der entsprechenden Platzkarte von Dienstag, den 10. bis Freitag, den 13. Juli 1928 bei der Israelitischen Gemeindepflege, Hospitalstrabe 36 pt. zu entrichten. Ober die in der angegebenen Zelt nicht abgeholten Karten wird anderweitig vertilgt. Stuttgart, den 27. /uni 1928 . . Die Israelitische Waisen" u. Erziehungsanstalt Wilhelmspflege, Ehlingen a. N. 394, in Mergentheim von 97 auf 176. Gleichzeitig aber erfolgte eine lebhafte Abwanderung nach Amerika, Basel, Zürich, Nürnberg, Regensburg, München, Konstanz, Straßburg und Pforzheim. Dieser Auswanderung stand allerdings eine bescheidene Einwanderung aus Preußen und Baden und vor etwa 30 Jahren aus Oesterreich-Ungarn und Polen gegenüber. Heute sind bedeutendere Judengemeinden in Stuttgart (4548), in Heilbronn (900), in Ulm (565), in Göppingen (351), in Rexingen (307), in Laupheim (255), in Mergentheim (213), in Buchau (202), in Ludwigsburg (199) und in Crailsheim (196). In diesen 10 Gemeinden lebten im Jahre 1910 7855 Juden d. h. 65"j>, im Jahre 1925: 7 736 Juden d. h. 71»». Dagegen nehmen die Landgemeinden unablässig ab und sind in einem langsamen Aussterbeprozeß begriffen. So sind die Gemeinden Kappel bei Buchau, Bieringen, Wankheim und Jebenhausen verschwunden. Dasselbe Schicksal teilten die einst bedeutenden Judenniederlassungen in den Ober ämtern Neresheim, Gerabronn und Künzllsau. Für diese Verstädterung der Juden ist neben den wirtschaftlichen Gründen die Fürsorge für die geistige Entwicklung der Kinder entscheidend ge wesen. Wenn der Verfasser des Aufsatzes im Deutschen Volksblatt als Grund dieser Abwanderung und als Begründung des Rückgangs des Judentums in Württemberg „die völlige Hingabe an das Raffinement der modernen Großstädte" bezeichnet ,so dürste diese Behauptung reichlich naiv erscheine». Tie Abwanderung aus dem Lande in die Großstädte ist vielmehr eine allgemeine wirtschaftliche Erscheinung innerhalb der Gesamtbcvölkcruntz gewesen. Der Reidisverband der deutschen Juden, Soeben ist in Bamberg auf der Tagung des Verbandes der Bayerischen israelitischen Gemeinden beschlossen worden, sich dem „Reichsverband der deutschen Juden" anzuschließen. Damit ist der erste Schritt zur Begründung dieses Verbandes getan, dessen Verfassung am 1. Januar 1929 unter der Voraussetzung in Kraft treten soll, daß sich der Preußische und der Bayerische Landesverband ihm anschließen. So ist der Grundstein zu der solange ersehnten Organisation der deutschen Juden gelegt und zugleich die Grundlage zum Ausbau der deutschen Judenheit geschaffen. Bis zum ersten Zusammentritt des Rates des neuen Reichsverbandes werden dringende Geschäfte von der Arbeilsgemeinschaft der Landesverbände erledigt, in der jeder Verband eine Stimme hat und der Preußische Verband den Vorsitz führt. In der am 4. Juni in Köln erfolgten Schluß abstimmung wurde der Verfassung von sämtlichen Verbänden mit Ausnahme von Sachsen und des Deutsch - Israelitischen Gemeindebundes zugestimmt, die sich der Abstimmung enthielten. Die Verfassung unterliegt nunmehr der Beschluß fassung der einzelnen Landesverbände. Es ist zu erwarten und zu erhoffen, daß diese das Werk, das in langer und mühsamer Arbeit' geschossen worden ist, billigen und damit der deutschen Judenheit die Möglichkeit zu einer starken Organisation geben. Träger der Reichsorganisation sind die Landes verbände und der Deutsch Israelitische Gemeinde bund. Ter Reichsverband ist zur Pflege des Ge samtbewußtseins der deutschen Juden und zur Vertretung ihrer gemeinsamen Aufgaben beru fcn. Er vertritt die Landesverbände und Gemeinden gegenüber Reich und Oessentlichkeit. Tie Aufgaben des Reichsverbandes sind religi öse und rcligiöskulturelke. Er übernimmt zugleich die Vertretung der deutschen Juden gegenüber den Juden des Auslandes auf den Gebieten religiöser und sozialer Arbeit. Er errichtet und unterstützt Unterrichtsanstalten und übernimmt die Errichtung neuer Schulbctriebe, falls sic von einer Mehrheit von drei Vierteln seiner an wesenden stimmberechtigten Abgeordneten und Mitglieder beschlossen wird. Tie Schasfung von Unterrichtsanstalten kann für die religiösen Hauptrichtungen nur gleichmäßig unter völliger Trennung der Anstalten erfolgen. Ter Verband schasst nnen Ausgleichsfonds zur Förderung des Religionsunterrichtes in leistungsschwachen Verbänden. Tie Organe des Verbandes sind der Rat und die Reichstagung, die. aus die Tauer von sechs Jahren bestellt werden. Zst einem Beschluß des Reichverbandes sind übereinstimmende Beschlüsse beider Organe erforderlich. Ter Rat besteht aus den Vertreter» der Landesverbände ,drei Rabbinern, einem Lehrer, einem Kantor, einem Berr Arthur Kahn Klara Kahn geb. Seit Vermählte —> Mänehen Stuttgart Berolxheim >- Cannstatt J -.. . Bad Tölz Kurarzt Dr.Levi kleiner werten Kundschaft" wünsche ich jur bevorstehenden Sommerreise beste £rho Jung. ^Modesalon 'Jlrlt-Stafil Inh. Osksr Octhungc, Stuttgart, Morienstr. S M Merleil Lif IM Ai Itra (Linie Stuttfart-Nördttngen) Idyll, im Walde gelegen ✓ / Sonnig und staubfrei Streng rituell -- Prospekt / Eratkl. Referenz. Lethng: m. Lina Mater Fernruf Nr. 119 Ami Dopfingen ln Württemberg

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