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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-06-01 · 5 (1.6.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
5 (1.6.1928)
Date
1928-06-01
Page
[Seite] (sequence 5)
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an der Gebetbuchresorm (der Einführung des sog. sephardischen, d. h. spanisch jüdischen Ritus), an der lebensfrohen Art des Chassidismus, am Zad« diktum wie an der Hintansetzung des Talmuds hinter dem „Sohar" Anstoß. So bekämpfte der wegen seiner tiefen Gelehrsamkeit berühmte Gaon Elia Wilna die Ehassidim nicht minder als es von seilen der russischen und galizischen Aufklärer (Maskilim) geschah. Neuerdings verkennt man aber nicht, daß er das Judentum nach der Gemüts- und Phantasieseite eigenartig ausgeprägt und in trüben Zeiten den Glauben an die Zukunft und an die Erlösung aufrecht erhalten hat. - Beiträge zur allgemeinen Wohlfahrtspflege. 1. Das neue Mieterschutzgesetz. Aenderungen des Mieterschutzgesetzes sind am 1. April 1928 in Kraft getreten. Die wichtigste Neuerung ist das Kündigungsrecht des Vermieters. Diese _ Kündigung ist möglich, wenn schuldhafte erhchlich? Belästigung des Vermieters «wer anderer Mieter, unerlaubte Unhervermietung, Gefährdung des Mietraumes, dringendes Interesse des Vermieters an der Erlangung des Mietraumes, Mietzinsrückstand des Mieters (für mchr als einen Monat) vorliegen. Zum Schutz des Mieters ist die Kündigung an ein bestimmtes Verfahren gebunden. Sie wird erst wirksam durch gerichtliche Zustellung des Kündigungsschreibens an den Mieter. Gegenüber der Kündigung hat der Mieter ein Widerspruchsrecht binnen 2 Wochen. Bei der Kündigung eines Woihnraumes wegen Zahlungsverzuges ist die Fürsorgebchörde (Wohlfahrtsamt) unter Abschrift des Kündigungsschreibenzu benachrichtigen. Ein Räumungsbefehl wegen Zahlungsverzuges der Miete darf nicht erfolgen, wenn die Fürsorgebehörde innerhalb zwei Wochen di« rückständige Miete bezahlt. Für unsere jüdischen Fürsorgestellen besteht die Aufgabe, Mieter, die wegen Zahlungsverzuges ihre Wohnung räumen sollen, zu veranlassen, sich sofort mit einem Gesuch an das Städtische Wohlfahrtsamt zu wenden bzw. dies für sie zu tun, damft, wenn irgend möglich, der Räumungsbefehl zurückgezogen wird. 2. Pflegestellenwesen Da die Differenz des Pflegesatzes der jüdischen im Verhältnis zur christlichen Pflegestelle immer noch 10 bis 20 Mark betvigt, hat die Zentralstelle mft Hilfe der Subvention des Preußischen — 81 — Landesverbandes einen Fonds geschaffen, der ihr die Möglichkeit gibt, in den dringendsten Fällen die Differenz zu bezahlen. In Württemberg tritt in diesen Fällen der L.J.W., für Stuttgart das Jüdisch« Fürsorgeamt ein. Den Provinzialverbänden des Frauenbundes und der jüdischen Wohlfahrtspflege erschließt sich auf diesem Gebiete ein ftuchtbares Arbeitsfeld. 3. Eine gemeinnützige Ehevermitlungsstelle. I» Borträgen und Aufsätzen hat der Unterzeichnete auf die Notwendigkeit der Errichtung einer gemeinnützigen jüdischen Ehevermittlungsstellc hingewiesen. Er sieht darin ein geeignetes Mittel, um der jüdischen Ehenot der Gegenwart zu steuern, die ständig sinkende Ziffer der jüdischen Eheschließungen zu heben, zahllosen tüchtigen jüdischen Mädchen, die heute aus äußeren Gründen nicht zur Verehelichung gelangen können und damit ihrer natürlichen Bestimmung entzogen werden, zur Verehelichung zu verhelfen; vor allem aber sollte die gemeinnützig« jüdische Ehevermittlungsstelle berufen sein, die bedrohlich anwachsende Zahl der Mischehen, die ernstlich den Bestand des Judentums gefährdet, einzudämmen. Nachdem mir von verschiedenen Seiten Zustimmungserklärungen zugegangen sind, und die Gründung einer derartigen Jnstftution als eine Notwendigkeit bezeichnet wurde, beabsichtigte ich «laiMitai Ort Orr Oramnuratr. nunmehr an die Ausführung des Planes heranzutreten. Ich bitte daher alle, Männer und Frauen, welch« sich für die geplante Institution interessieren und dieselbe zu unterstützen geneigt sind, wir ihre Adresse mitzuteilen, sowie Anregungen und Wünsche bekanntzugeben, wie ich zu weiteren Auskünften gerne bereit bin. Sannätsrat Tr. Hanauer, Universitätsprojojinr, Frankfurt a. M., Im Trutz 27. Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Mitgliederversammlung, des Israelitischen Lander-Asyl«und UnterstützungSverein für Württemberg e. B Unter erfreulich starker Anteilnahme der hiesigen und auswärtigen Ausschußmitglieder des Bereins fand am Sonntag, den 13. Mai, di« diesjährige Mitgliederversammlung statt. Der Borsitzend«, Rechtsanwalt Dr. L. Ottenheimer, berichtete über das verflossen« 31. Geschäftsjahr und teilte mit, daß der Verein im letzte» Jahr dazu übergegangen, di« Pflege der Insassen im Altersheim WilhelmSruh« durch Schwestern versorgen zu lassen. In dankenswerter Weise hatte daS Jüdische Schwestrrnheim in Stuttgart Schwester Erna für diese Aufgabe nach Sontheim entsandt. Sie ist seit dem Dezember durch Schwester Hanna Berger ersetzt worden. Die Erfolge dieser Neueinrichtung sind so aus gezeichnet, daß der Ausschuß neuerdings ernstlich erwogen hat, vollständig zur Schwesternverwaltung seine- AsylS überzugehen.' Der Ausschuß betrauett den Tod von fünf Asylanteit, di« ein Alter von 77—86 Jahren erreicht haben. Die Ausgaben des BereinS haben in diesem Jahre «ine Steigerung erfahren. 'Wenn sich die Spenden auch im letzten Jahre etwas erhöht haben, so ist eS doch bedauerlich, daß die Einnahmen nicht genügen, die Ausgaben zu decken. Der Verein kann darum leider den zahlreichen Aufnahmcgesuchen nicht Rechnung tragen, da die Mtttel vorerst noch fehlen. Im Berichtsjahre wurden im Asyl 31 Pfleglinge versorgt (S Männer und 22 Frauen), von denen 3 seit 1907 im Asyl wohnen. Der Vorsitzende dankte besonderder Ortsgruppe Heilbronn das im Dezember" veranstaltete WohltätigkeitSfest'"zu Gunsten des Asyls, da- «inen schönen —Reinertrag ergeben hat. Ebenso erkannte er > dankbar di« wettvollen Dienste an, die der Heilbronner Ausschuß, daS dottig« Damenkomitec und der Anstaltsarzt Dr. Picard dem Asyl geleistct haben. Dem Berichte deS Kassier-, Direktor Felix Sontheimer, war zu entnehmen, daß im Jahr« 1927 siiMiiiiiHmiiiiiimimiiiimmiii E S E Sdrweixerisdse Unfall» Versicherung» - Qeaellsdiaft Winterthur »Winterthur“ Lebensversicherung* » Gesellschaft in Winterthur I MMMHHMHUNIINH<HMIinNnnnniHIHIIIHIIHHIIIIinNIUINNHIIHinillllllllllllllilimllllllimillimilllMllllll| | Lebensu. Renten-Verakherungen / Unfall »Versicherungen | | Haftpfilcht-Versithenmgen/KraftfahiTeug-Versicherungen | | Einbruch »Diebstahl »Versicherungen | iVorteilhafte Bedingungen! 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