Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 4 (16.5.1928)
- Date
- 1928-05-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
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früh genug mit dem apologetischen Unterricht begonnen werden kann. Auch im Lehrplan ist vorgesehen, daß bereits in der 5. .»lasse der höheren Schulen und in den letzten Jahrgängen der Bolksschule mit diesem Unterricht begonnen werden soll. In der Aussprache wurden einzelne Erfahrungen aus dem Schulleben geschildert. Tr. Rieger betonte, daß Apologetik nicht negativ sein dürfe, sic darf nicht nur ablehnen, sondern sie muß auch aufbauen. Lehrer G r ü ns e l d - Baden Baden warf am Schluß des Kurses die Frage der Schaffung eines jüdischen Beamtenheims für sämtliche jüdischen Beamten Teutschlands auf. Nach einer kurzen Aussprache üocr diese Angelegenheit schloß Tr. Rieger mit nochmaligem Tank an die Referenten den 4. Ferienfortbildungskurs. Tie von Photograp», M ö g l e» Gäbköpf Ö9, gemachten Aufnahmen unserer Friedhöfe und Synagogen wurden mit großem Interesse von allen Kursteilnehmern besichtigt. Tie Sammlung ist noch nicht vollständig. Bis zum Ende des nächsten Jahres werden aber die Aufnahmen sämtlicher Friedhöfe und Synagogen in Württemberg vorliegen. Besonderer Tank geoührt auch noch an dieser Stelle dem Württ. Wirkichafts.ininisterium für die Ueberlassung der schönen Räume. Möge der Ferienfortbildungskurs in der Zu kunft rnche Früchte tragen! \V. Aus der Welt des Judentums. Deutschland. Der Reichsverband der deutschen Juden. Tie Kommission der deutschen Lanoesveröände zur Schäftung des Reichsverbandes und die in Nürnberg geschaffene Arbeitskommission der deutschen Landesverbände werden am 3. Juni in Köln zusammentreten. Am 4. Juni wird dann in Köln auch der Große Rat des Preußischen Landesverbandes feine Sitzung abhalten. Es wird erwartet, daß die Tagung der Reichsverbandkommission die Vorarbeiten zur Schäftung des Reichs verbandes auf der Kölner Konferenz beendet. Das Programm der liberalen Welt- Konferenz in Berlin am 18. August 1828. Am Hi. April fand in London eine Tagung des Borstandes des „Weltverbandes für religiös-libc rales Judentum" statt. Aiuvesend waren außer! . den englischen Liberalen, insbesondere dem Prä-; sidenten Elaude ffl. Montefiore und der Schrift- : sührerin Miß Lily Montagu, die beiden deut-! schen und amerikanischen Vizepräsidenten Ludwig; Vogelstein aus Amerika und Rechtsanwalt Hein- ' rich Stern aus Teutschland, ferner Rabbiner Tr.! Vogelstein-Breslau und als Gast Rabbiner Tr.! Sali Lcvi-Maiuz, ferner Rabbiner Tr. Germain Levi aus Paris. Es lagen Berichte aus europäischen und außereuropäischen Ländern über Fortschritte der liberal-jüdischen Bewegung vor. Außer organisatorischen und finanziellen Fragen bildete einen weiteren Hauptpunkt der Tagung die Vorbereitung der Konferenz de; Weltverbandes für das liberale Judentum, die am 18. August und den folgenden Tagen in Berlin stattsinden wird. (ITA). Krauen als Mitglieder der Synagogenvorsteherschaft in Berlin. Ter Vorstand der jüdischen Gemeinde Berlin hat beschlossen, den Frauen auch das passive Wahlrecht in die Vorsteherschaften der Synagogen zu geben. Tie Tätigkeit der Frauen in den Synagogenvorsteherschaften wird sich allerdings auf die Beteiligung an den Sitzungen und auf die Aufsichtsführung auf den Frauenemporen beschränken; Funktionen als Synagogenvorsteher an den Sabbath- und Feiertagen werden sie nicht verschen. (ITA). Professor Hermann Strauß SV Jahre. Am 28. April feierte der dirigierende Arzt der inneren Abteilung des Jüdischen -ranken - - 52 - Hauses zu Berlin, Professor Hermann Strauß, * seinen sechzigsten Geburtstag. Zu Heilbronn; geboren, studierte Strauß in Würzburg und Berlin, arbeitete nach erlangter Approbation zunächst an der Mendelschen Nervenpoliklinik, kam dann zu Ewald an das August«-Hospital und wurde Assistent an der Gießener Inneren Klinik. 1895 wurde er Assistent an der Dritten Medizinischen Klinik unter Senator, habilitierte sich zwei Jahre später, erhielt 1992 den Titel Professor und wurde 1910 der Nachfolger von Lazarus am Jüdischen .Krankenhaus. Strauß gehört zu den; fruchtbarsten Schriftstellern auf dem Gebiete der! inneren Medizin, besonders hat er das Gebiet der Magen-, Darm und Stosfwechselerkrankungen bearbeitet. Er gab Apparate und Methoden zur Mastdarmuntersuchung an und führte bei Nierenerkrankungen die Kochsalzentzichungskuren ein. l Weiter lieferte Strauß Beiträge zur Lehre der Tiabeles und zu den Krankheiten des Herzens. Von selbständigen Büchern sei vor allem sein Lehrbuch der Tiätbehandlung innerer Krankheiten genannt. Tas Archiv für Verdauungskrankheiten gibt eine Festschrift heraus, zu der Verehrer! und Schüler von Strauß Beiträge beigesteuerk; haben. (ITA). Rußland. Kelix M. Marburg spendet eine Million Dollar für den Julius Nofenwald-Konds für Rußland. Felix M. Marburg, Präsident des American Joint Distribution Committee, hat für den Zehn- Millionen-Toklar Fonds, den der Chicagoer Philanthrop Julius Rosenwald zu Zwecken einer neuen jüdischen Aufbauarbeit in Rußland ins Leben gerufen hat, den Betrag von einer Million Tollar; gezeichnet. Rosenwald hat bekanntlich seinerseits fünf Millionen Tollar gezeichnet unter der Voraussetzung, daß weitere fünf Millionen Tollar von einzelnen jüdischen Persönlichkeiten gespendet werden. Ter neue Zehn-Millionen Tollar Fonds für jüdische Aufbauzwecke in Rußland soll vom Joint verwaltet werden, fällt aber nicht in den Rahmen des 25-Millionen-Dollar-Fonds der durch den United Jewish Campaign des Joint gegenwärtig für allgemeine jüdische Aufbau^vecke in Osteuropa aufgebracht wird. (ITA). Neue Bücher. Lerty Lisch: Ein Donnerstag morgen vor der Metzg. In der Rasierstube. Zwei Lustspiele. Buchdruckerei Fritz Forrrr, Tießenhofen. Frs. 2.—. Wer sich eine wirklich vergnügliche Stunde be reiten will, der lese die obigen Lustspiele, i» denen Bcrty Bloch ein plastisches Bild der jüdischen Dorfbevölkerung des Oberrheins zeichnet. Mag auch heute vieles von den Reizen des jüdischen Kleinstadtlebens verloren gegangen sein, mögen die Schottischs, die Guts, die Zivis usw. durch die sogenannte „Assimilation" diel von ihrer ursprünglichen Originalität «ingebüßt haben eines haben sich diese wackeren jüdischen Leutchen bis zum heutigen Tage gewiß erhalten: Das Zusammengehörigkeitsgefühl einer großen Familie. Aus diesem Verbundensein mit dem Wohl und Wehe jedes einzelnen Gemeindemitglieder schreibt Berch Bloch mit lickenswürdigem Humor und, bei der Jugeno der Verfasserin besonders bemerkenswerter Gestaltungskraft, zwei reizende Theaterstücke, die weit über den Rahmen der lokalen Gelegenheitsdichtung hinausgehen und in weiten Kreisen Beachtung verdienen. Während Berty Bloch im „Donnerstagmorgeu vor der Metzg" die Frauen unter die kritisch - satirische Lupe nimmt und sie von ihren kulinarischen Nöten plaudern läßt, wird „In der Rasierstube" der echte „Kille"-Geist in seine» vielfältigen Erscheinungsformen lebendig. Ta fühlt man's so recht: Hier kennt einer den anderen! hier herrscht Rede- und Gedankenfreiheit, und der jüdische Friseur sogar darf dem Herrn Vorsteher die Meinung sagen, weil er sonst immer „zum Lorenz" zur Konkurrenz läuft, um sich verschönern zu lassen. HEILBRONN A usKimtici uii Ddckflfbfiro rann „Wflrficiiifccr*liMnM729 HEILBRONN a. N., Fraakfartersirai« Nr. 7 Ente« FaiUuHM (kr AaskSaite Ober VermAtfea. Rai. CredUUhlJkeii Spexlalfilt: FamiUeaa. Hdrats-AaskSafie nmnwmifflifflintiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii W I^)ermarm aJPade fermarm c^aae jj M EIGENE SCHIRM FABRIKATION 1 | Herrenhüte I Spazierstöcke 1 Ecke Kaiseru. Siilmerstr., Tel. 644 1 Hanselmann - fahrt Kohlen an Kohiensorgen PHBÜXENSTEIN Malergesch&Ö anerktaal letitni|iflhlh in allen Fiebern Heilbronn Allee 1 VICTORIA-VERSICHERUNG Die Dicroria bietet bei größter Sicherheit ,eitgemäste Dersicherungsformeu für iebes Dersicheruntzsbebürfnis Subdirektion Hch. 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