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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-04-16 · 2 (16.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
V (1928-1929)
Issue
2 (16.4.1928)
Date
1928-04-16
Page
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- 22 - Aus den Gemeinden Württembergs. - jüdischen Buchs" in Berlin **) zur Aufgabe gemacht hat, ein Beispiel, für das die jüdische Oefscntlichkeit dem uneigennützigen Urheber wärmsten Tank schuldet. Er schreibt im Vorwort: ,Leben gab dem Werk der Geist des Hauses. Er wirke weiter." Tiefen Geist des Hauses hat er an anderer Ztelle ***) gekennzeichnet mit dem aus 5. Mos. 6,/> entnommenen Wahrspruch der Familie Guggenheim „Mit ganzem Herzen, mit ganzer 3cele und mit ganzer Kraft". Im Zinne dieses Zpruchs ist das ganze Werk gemacht. « Möge derselbe. Geist allerorten unter uns Iu den lcbcndig fein und weiter wirken! ‘ Ter Pic'cm Verein, der für den Jabcesbeitrag von ./?.(# 25. Außerordentliches Iciüet, ifi ii'ätmftcnä ernpiodlen. Otfi£häftisit«ll«: Berlin iS 2, )iaiier Wilbclnistraße 12.i *'il v'n dem rtli'i.liiüllJ rnustergiltigcn „Stammbaum der Familie «^»g.-e'.heim au» WorrnS". Turnabende der jüd. Iugendverbände in der Forstturnhalle. Jeden Tonnerstag abend von 7 Ubr ab, aus genommen wälirend der Zchulferien, turnen die jüdischen Iugendvereine in der Forstturnhalle (Haltestelle Forststraste der ZtraßenbaKnlinie 4) unter der Leitung eines PolizeisporrlehrerS. ES ist eine Freude, zu sebcn. wie unter dem Einfluß der regelmäßigen Körperübungen auS teilweise zarten, schivächlichen Kindern mit schlechter Kör Verballung allmäblich kräftige, ausrechte untk kör pergewmidte Menschen werden. Am besten per treten ist die schulpflichtige Jugend vom Elcmen larschüler bis zum Abiturienten, dagegen fehlen die Altersklassen, die die Pflege der Körperübungen am nötigsten hätten, nämlich die schulentlassenen Lehrlinge, Angestellten, Ziudenten. Auch unter den jungen Ehemännern ist mancher, der rüstig genug ist, um Gnmnastik treiben zu können und in einer Zeniorenriege seine fräste jugendlich und seine Gesundheit frisch zu erhalten. An alle Genannten ergebt die Aufforderung, der immer mehr auiblühenden jüdischen Turngemeinde sich anzuschließen und Tonnerstag abends in der Forstturnhalle zu erscheinen. Jugendliche beginnen um 7 Ubr:.Fortgeschrittene um 8 Uhr. Gegenstand der Hebungen, sind die deutsche Gymnastik in allen Unterabteilungen, Laufen, Geräteturnen. Besonders erfreulich wäre es, wenn die Eltern unserer Jugendlichen sich gelegentlich durch Augenschein von der Handhabung der Uebungen und von de» Leistungen überzeugen wollen. Tas Tamenturnen in der Rosenbergturn balle wird demnächst neu organisiert werden. Titz Mittel zur Bezahlung des Zportlehrers wurden bisher von privater Zeile zur Verfügung gestellt, muffen aber jetzt anderweitig beschafft werden. Freunde und Gönner unserer Zache, die die Notwendigkeit der Leibesübungen für die Inkunst des Judentums erkennen, die Eltern unserer Jugendlichen (besonders fei an die auf dem Elternabend der „Kameraden" versprochene Unterstützung erinnert! werden gebeten, Beträge zur Versügung zu stellen. Erwünscht sind jährliche Beiträge von je ,/f.lf 10.—. Bon der Erhebung eines Beitrags von sämtlichen Teilnehmern soll abgesehen werden, um jedem Zportsrcudigen die Möglichkeit der Teilnahme zu geben. Tie Beiträge können aus das Postscheckkonto 130 13 Ztutigart überwiesen werden. Ueber die Beiträge wird ans Wunsch Quittung erteilt. Tie Bedeutung der Leibesübungen ist so all gemein bekannt, daß sie nicht ausgesührt zu werden braucht. Ter sportliche Ehrgeiz der Stuttgarter jüdischen Jugend soll durch das Beispiel der Berliner Juden geweckt werden, die beim -I.- Berliner jüdischen Hallensportsest 2000 Wettkämpfer aus die Beine brachten vor ausverkauftcm Hause. Ter Frühling ist da. Auf zum Sport! Stuttgart. Wie an anderer Stelle dieser Ausgabe schon rni'g teilt, hat der Israel. Oberrat Rabbiner Tr. Cohn, Stuttgart, zum Nachfolger des verstorbenen Rabbiners Tr. Straßburger, Ulm, ernannt. Man wird das Scheiden de» ausgezeichneten Pädagogen von seinem Stuttgarter Lehramt in unserer Gemeinde allgemein schmerzlich bedauern. Stuttgart. Ordentliche Mitgliederversa>m mlung des Jüdischen Lehrhauses. Die tmessährige ordentliche Mitgliederversammlung des Rchrhauses fand am Sonntag, den 25. März, statt. Sie wurde durch einen Bortrag des Stadtrabbiners Tr. Rieger über ,chic Bibel und die deutsche Sprache" eingeleitet. Nach dem Bortragc erstattete der Vorsitzende, Ministerialrat Tr. Hirsch, den Jahresbericht, in dem er mitleilt«, daß die Mitgliedcrzahl im letzten Jahre 217 gewesen. Ter Ausschuß ist der gleiche wie im vergangenen Jahre geblieben. Tie Bercinstätigkeit wurde durch größere Beiträge des Jsr. Oberrates, der Stuttgart-Loge, des Gemeindevorsteheramtes und des Württ. Landesausschusses des Centralvercins unterstützt. Tie Loge und das Borsteheramt haben in dankenswerter Weise außerdem Räum« für die Abhaltung der Kurse unentgeltlich zur Lersügung gestellt. Mit dem Berthold Aurrbach-Berein wurden engere Beziehungen hergestrllt, die sich günstig entwickelt haben. Tie Württenlbergisch« Gemeindezeitung hat die Arbeit des Lrhrhauses verständnisvoll gefördert. Alte und neue Freunde haben an der Verwirf lichung der Ausgaben das Lehrhauses mitgearbeitet. Ihnen allen sprach der Vorsitzende herzlichen Dank aus. Tie vom Lehrhaus veranftalteten Kurse wurden zum großen Teile recht gut besucht. Im letzten Trimester haben 130 Kursteilnehmer sich in di« Hörerlisten eingetragen. Auffallend war es, daß di« Mehrzahl der Hörer Frauen gewesen. Bon der Neueinrichtung, den von Tiplomingcnieur Plawner geleiteten neuhebräischen Sprachkursen, wurde ausgiebig Gebrauch gemacht. Am stärksten besucht war der Kursus über dir Weltreligionen und ihre Schöpfer. Außer den regelmäßigen Lehrkursen veranstaltete das Lehrhaus ein« Vortragsreihe über die verschiedenen Richtungen im Judentum, in der hervorragende Vertreter der einzelnen Richtungen: Rabbiner Dr. Baeck-Berlin, Tr. Birnbaum-Berlin, Tr. Buber und Tr. Simon- Franksurt zum Worte kamen. Außerdem aber bot das Lehrhaus seinen Hörern auch Gelegenheit zur Teilnahme an künstlerischen Veranstaltungen, wie den Borstellungen des Hebräischen Künstlertheaters ,Habima", zu denen, das Lehrhaus seinen Mitgliedern Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen gewährte. Tie. Veranstaltungen des Lehrhauses sind auch , von Nichtjuden starkbesucht worden. Das Lehrhaus hat also seine Ausgabe auch im letzten Jahre getreulich erfüllt und darf mit Vertrauen auf eine weitere glückliche Entfaltung der Zukunft entgegenschauen. Ten Kassenbericht über das letzte Jahr erstattete der Kassier des Lehrhauses, Lberrechnungsrat Mayer. Tas Lehrhaus hat im letzten Jahre neben 1859 Mark Mitgliederbeiträgen und 1366 Mark Höreibeiträgen 1984 Mark außerordentliche Beträge von seinen Freunden erhalten. Sein Gesamteinkommen im letzten Jahre war 6518,54 Mark, denen Ausgaben in Höhe von 4453,95 Mark gegenüberstanden, von denen 1547 Mark Tozenlenhonorar« und 700 Mark Bortragshonorare gewesen sind. Tem Kassier wurde mit ausrichtigem Tank für seine eifrige Tätigkeit im Tienste des Lehrhauses von der Versammlung Entlastung gewährt. In der Aussprache empfahl Landgerichtsdirektor Stern lebhaft den Besuch der Kurse. An der weiteren Austprache beteiligten sich Leopold Marx, Oskar Rothschild und Hugo Tavidsohn. Ter Borsitzende schloß die wertvolle Beranstaltung mir der Mahnung, für das Lehrhaus neue Freund« zu werben und ihm besonders die Mitgliedertreue und Mitarbeit für die Zukunft zu erhalten. Tie Mitarbeit am Lehrhaus bedeutet Mitarbeit am Ausbau und an der Vertiefung des Judentums selbst. Stuttgart Jüdischer Leh oh aus. Wir verweisen nochmals aus den Arbeitsplan des Jüdischen Lehrhauscs für die Zeit vom 18. April bis 30. Juni 1928, der den Gemeindemitgliedern zwischenzeitlich zugegangen ist. Wie im vergangenen Semester ist weiten Kreisen durch das Jüdische Lehrhaus Gelegenheit geboten, sich über die verschiedensten jüdischen Geistesgebiete zu orientieren. Stadtrabbiner Dr. Rieger wird seine Lektüre der Genesis in Urtext fortsetz«,, Rabbiner Dr. Beermann liest über Talmud und den Propheten Jeremio, Oberrechnungsrat Meyer spricht über die Wanderung zum Sinai, die zehn Gebote und die Rechtssatzungen. In einem Abendkurs behandelt weiter Stadtrawiner Dr. Rieger Wektanschauungssragen (Offenbarung, Gotteside«, Unsterblichkeit, Ethische Forderung, Messianismus) und schließlich unterrichtet Dipl-Ingenieur Plawner in Reuhebräisch für Anfänger und Vorgerückte. Stuttgart. Berthold Auerbach-Verein. Der gute Besuch des Rezitationsabends von Frl. Hilde Fischer ist ein Beweis dafür, daß man ihre Sprechkunst in weiten Areisen zu schätzen weiß. Rainer Maria Rilke bedarf auch eines guten Interpreten. Seine Dichtungen atmen Harmonie und tiefe Verbundenheit mit Welt und Mensch, sind künstlerisch-vollkommener Ausdruck einer klaren, in sich geschlossenen Persönlichkeit. Seine Sprache ist wirklichkeitsnah, von erfrischender Lebendigkeit, die in lyrischer Zartheit und in dramatischer Steigerung immer irgendwie an unsere Seele rührt. Und weil Rilke der Dichter des vergeistigten, um höhere Erfüllungen ringenden Menschen ist, deshalb war uns dieser Rilke-Abend besonders willkommen. Frl. Hilde Fischer las einleitend aus einem Brief des Dichters an ein junges Mädchen und sprach anschließend «ine Reihe Gedichte, di« in ihrer sprachlichen Schlichtheit und gedanklichen Fülle starke Eindrücke vermittelten. Wir erwähnen — als echte Kinder Rilke'scher Lyrik — den „Herbst", das schwermütige Gedicht „Mädchenmelancholie" und das mit großem künstlerischem Blick gesehene biblisch« Bild ,,Losuas Landtag". Im zweittn Teil des Abends las Frl. Hilde Fischer „Die Weis« von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke". Wie «in Lied aus fernen Tagen, eine spätsommerliche, besinnliche Weise von Lebenslust, ritterlicher Minne und heldischem Sterben klingt Rilkes Lied an unser Ohr. Reifste Dichtkunst schuf hier ein Werk, das ein Einzelschicksal in einen überzeitlichen Geltungsbereich erhebt und von tiefster seelischer Mitempsindung durchglüht ist. Frl. Hilde Fischer gestaltete Rilkes Gedichte mit hervorragenden Ausdrucksmitteln. In ihrer Rezitation schwang inniges Berwobensein mit der Erlcbniswelt des Dichters und ausgezeichnet tras sie den wechselnden Stimmungsgehalt der einzelnen Dichtungen. Reicher Beifall lohnte ihre ausgezeichnete BortragSkunst. 8. 8t. Der Berthold Auerbach-Verein veranstalstete am zweiten Peßachabend eine Scderfcier im Hotel Westheimer. Ter zahlreiche Besuch derselben bewies, daß er damit einem Bedürfnis seiner Mitglieder entsprochen hat. Rabbiner Dr. Cohn und Oberkantor Leo Adler hatten sich in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt, auch einige der Anwesenden beteiligten sich am Bortrag, so daß Gelegenheit war, die Sedergesänge in verschiedenen Melodien zu hören. Das „Benschen" hatte der älteste der Teilnehmer, Hcry S. Guggenheirner, übernommen. Der Verein gebührt für diese Beranstaltung herzlicher Dank. Hat er es doch vielen, die zu Hause keine Gelegenheit dazu haben, ermöglicht, den Sederabcnd in althergebrachter Weise zu begeh«,. Stuttgart. Berthold Auerbach-Verein. Am 17. ds. Mts. spricht Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauser über „S p i n o z a". Wir machen auf diesen interessanten Vortrag nochmals ganz besonders aufmerksam. Am 1. Mai spricht sodann Landgerichtsdirektor Stern über „Tie Geschichte der Juden in Spanien". Seine Ausführungen werden durch Lichtbilder ergänzt. Auch diesen Bortrag empfehlen wir unfern Lesern auswärmst«. Stuttgart. Generalversammlung des Jsr. Männervereins für K ra n k« n p s l« g e und Leichenbestattung r. B. Die Jahresversammlung fand unter erfreulich reger Anteilnahme der Mitglieder des Vereins am Samstag, den 7. April, statt. Nach der Verlesung der iu diesem Jahre in Stuttgart verstorbenen Israeliten berichtete der Vorsitzende, Kommerzienrat Adolf Wolf, über die Ereignisse des beendeten Bereinsjahres. An den Kassenbericht, den Max Osterberg vorlegte, schloß sich eine längere Aussprach« an, da über die Verbuchung eines für Effekten verausgabten Betrage- Unklarheit herrschte, vr. Nev. WllNllWlIl>lMIlIlllIlllIllIllIllll>lNWIMMll>WllIIllII«IMlIIII«lMIIII»M»MlIIMMMllMM»MWWM«lMVlIMl«l>«llMllllMMMMWWIIllllWW! SCHIEDMAYER nanofortefabdk STUTTGART, Neckarstrasse 12, Eck« uirtehetraM« FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MISTE / TAUSCH / STIMMUNGEN / BEQUEME TEILZAHLUNGEN s»wi ugjunjjMjMMKjm r«m»pfioh»r IM 41/43 ERNA HÖRRMANN, <*i>. huchthausen »lll,IMlW,lU,I,N,,M!WNM,WMlllllIllMMIIlllIlMIlIlll VERVIELFÄLTIGUNGEN ABSCHRIFTEN DIKTATE IHllllllHllllHIIIIIIIIIIIIIHIllllMWIBHlRli^ CHRISTOPHSTR. 391 TELEPHON Nr. 28997

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