Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 1 (1.4.1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
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- 8 — 'nicht von Menschenfreundlichkeit und nicht von Ueberlegenheit zeugen, wollen wir in unserer Mitte selber aus Staub, Geburt, Macht und Partei eine Ablehnung de? gleichberechtigten Bruders ableiten. Verständnis und sittliches Empfinden erwarten von den geistig starken in dieser Zeit, daß sie von der insamierende.i mittelalterlichen Waffe abrücken, die eine schmähliche Erneuerung erfahren hat. und den Boykott erklären dem Boykott. Im Zusammenleben der Ge-neinschaft vollziehen sich bemerkenswerte Wandlungen, die aus veränderter Anschauung des Rechtsempfindens und des kulturellen Aulchnungsbedürfni ses sich ergeben. Mag das Urteil über die in diesem Bereich neu auftauchenden fragen nach Uebecli.'ferung oder Reiieniimenl ungleichartig sein, auf die Tauer werden die strittigen fragen sich nur lösen lassen nach dem Maße der kultureilen Eingliederung. die seit Jahr'ehn en bei den noch nicht in die Länder eingebürgerten Kreisen sich vollzieht. Tie religiöse Gemeinschaft als selbstständiges Gebilde des öffentlichen Rechts hat die Aufgabe, bei Erfüllung aller Voraussetzungen, gleiches Recht und gleiche Pflicht allen ihren Gliedern aufzuerlegen. Eine andere Scheidung der Geister kann es in ihrer Milte nicht geben, will sie nicht das Recht abstufen und eine Anschauung verewigen, die überwunden ist. Beiträge zur Geschichte d§r Zuden in Württemberg. Di«'-.Stuttgarter Schul" iu Mannheim. Im Jahre 1»>79 »rar Juveii öi: Riederlassung in Stuttgart wieder eraabt worden, seit 17nt» »var ihnen der Handel auf öffentlichen Märkten gestattet und 1712 erhidten 4 Juden trotz des Einspruchs der Landstände die Erlaubnis, in Württemberg Handel zu treiben. Um das Jahr 1721 »rar so in Stuttgart eine neue Gemeinde entstanden, di: ein eigenes Bethaus, ein Tauchbad und alle anderen Gemeindeinrichtungen besaß. Turch die Tätigkeit von Josef süß Oppenheimer und seines Mitarbeiters Josef Trach ge.vann die neue Gemeinde bald ein gewisses Ansehen. Am 21. Januar 1737, wenige Wochen vor seinem Sturze, erhielt Oppenheimer noch das Recht, jüdische Familien in Stuttgart anzusiedeln. Tas tragische Schicksal Oppenheimers war natürlich für die junge Gemeinde verhängnisvoll. Mehrere Juden wurden ausgewiesen. Aber Marx Nathan, Salomon Mei.w, Moses Trach und Elias Hayum erhielten auch weiterhin die Erlaubnis, mit ihre»! Familien und Genossen in Stuttgart zu verbleiben, »renn ji: auch nicht n>enig unter der Heye gegen Jud Süß zu leiden hatten. Unter der Regierung von Karl Rudolf und Peter Karl Friedrich wurden die Ausnahmegesetze gegen die Juden in Württemberg erneuert. Tie Hoflbankiers Seeligmann und Ullmann erhielten noch 1741 und 1743 die Erlaubnis zur Niederlassung in der Hauptstadt. Tie kleine Gemeinde »rar aber andauernden Schikanen ausgesetzk. 1746 wurden Elias Hayum, der Jud Süß in seinen letzten Tagen noch ausgesucht hatte, und sein Sohn Mayer Elias ausgcwiefen, weil sie angeblich Jud Süß als „Ohrenbläser und Helftrshelfer gedient hatten". Sie ließen sich in Mannheim nieder, und hier gelangte Elias Hayum zu großein Ansehen. Er war lange Jahre hindurch der erste Vorsteher der Gemeinde. Er begründete hier die sog. „Stuttgarter Schul", die mit einem Lehrhaus verbunden war, das den Namen Elias Hayumische Klaus erhielt und bald ein Anziehungspunkt für freinde Rabbiner und Gelehrte wurde. Auch eine von ihm ins Leben gerufene Aussteuerstistung trägt noch heute seinen Name». Tie jüdische Gemeinde zu Mannheim besitzt noch seinen goldenen Becher, der mit seinem kunstvollen Verzierungen einen Schatz der Gemeinde bildet. Sein einziger Sohn, Mayer Elias, der später den Namen Mayer Stuttgart annahm und auch als Mayer Bingen in den Akten bekannt ist, »rar ckenfalls Vorsteher der Mannheimer Gemeinde. Ihm wurde 1759 zum Dank für seine Tätigkeit als Militärlieferant »vährend des siebenjährigen Krieges das Hofsaktorenpatent ausgesertigt. Auch seine beiden Söhne »raren Hofsaktoren. Der Eine von ihnen,. Aron Elias, war Landjudenschaftsvorsteher. In Berthold Rosenthals interessantem neuen Buche „Hcimatgeschichte der badischen Juden" (1927» ist mancherlei über die Geschichte dieser für die badischen Juden so bedenffamen Familie zn lesen. Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Sitzung des Jir. Gemeinde- Vorsteheramtes am 11. März. Rach der Verlesung des Protokolls ecstattele «tadtrabbiner Tr. Risger zuerst den Bericht der Unterrichtsabteilung, in dem er eingehend die Grenzen der Befugnisse deS Vorsteheramter inbezug auf die Beeinflussung deS Religionsunterrichts, sein« Verteilung an die einzelnen Lehrpersonen »vie auf den Gang des Unterrichts selbst Lin Wenäepunkt in der SefireiBfecfinift ist die neue Neveeiler Original Lleklka die efe&fi’isctieScfil’eiSmascfiine Uoefeife: Ein leichtes Berühren der Taste genügt zu deren Betätigung. Regulierbare Anschlagstärke bis zu 20 Durchschlägen. Durch automatische Sperrung wird ein Zusammenschlagen der Typenhebel verhindert. Vollkommen geräuschloser Motor. Selbsttätiger Wagenaufzug und Zeilenschaltung. Lassen Sie sich die Maschine unverbindlich vorführen. S. 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