Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- V (1928-1929)
- Issue
- 1 (1.4.1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Belongs to
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darstellte. Fe.'ix Wals ergänzte diese Darstellung durch di« Mitteilung einer Aussprache mit Präsident Bracher, der ihm bestätigte, daß dem Borsteheramt weder gesetzlich noch sachlich die Besugnis zusteht, in den ReligionsunterrichtSbetrieb einzugreisen. Die Berechtigung des Oberrates und des Visitators des Religionsunterrichts sind ebensalls dadurch beschränkt, daß der Religionsunterricht als obligatorische- Unterrichtssarh der Schulleitung allein unterstellt ist. Im Anschluß hieran berichtete Oskar Rothschild über einen Erlaß des Oberrates, der die Entschließungen der Landesversammlung über die Eingaben des Borstehrramtes in der Angelegenheit des Religionsunterrichts mitteilt. Eine Aussprache über diese Angelegenheit, an der vom Vorsteheramt Rothschild. Felix Wols und Meyer teilnehmen sollen, soll demnächst im Oberrat« stattsinden. Im Auftrag der Gottesdienstabteilung berichtet sodann Stadtrabbiner Dr. Riegec über eine Reih« Vorschläge zur Ausgestaltung des Jugendgottesdienstes. Der Vorschlag, an schulfreien Samstagen den Sabbathgottesdienst durch das Ausrufen von Schulknaben zur Thora und durch eine Jugendpredigt zu einem Jugendgottesdienst auszugestalten, soll in einem Elternabend besprochen werden. Ein Kinderchor wird in diesem Jahre im zweiten Gottesdienst an den hohen Feiertagen Mitwirken. An der Neueinführung, der in der letzten Woche Verstorbenen im Kanzelgebei zu gedenken, wird sestgehalten werden. Falls Leidtragende am Freitagabend in die Synagoge geleitet zu werden wünschen, soll dies auch serne.hin gestattet sein. Bei dem Umzug mit Lulow und Eßrog am Laubhüttensest« sollen sich nur die Beamten der Gemeinde beteiligen. Für di« hohen Feiertage soll die Anstellung eines Hilssvorbeters schon jetzt in die Wege geleitet werden. Weiter werden 500 Mark für die Abschrift der Lilfurgie bewilligt, die der verstorbene Kantor Tennenbaum verfaßt hat. In der Aussprache wird Klage über den ungenauen Vortrag der Thoravorlesung durch «inen der Borbeter geführt und über Mittel der Abhilfe gesprochen. Den Bericht der Finanzabteilung erstattet Oskar Rothschild, nachdem Dr. Flegenheimer über die letzte - 9 Tagung der Konserenzgemeinschast der Grobgemeinden Mitteilung gemacht hat. Dem Eentralverein werden für dieses Jahr Mk. 100.—, der Präparandenanstalt Höchberg Mk. 100.— , der Ahle.ner Ackerbauschule Mk. 50.—, für das Palästinaschulwerk der Aggudda Mk. 60.— bewilligt. Bon einer Gebührenauslage für di« Beaufsichtigung des Koschersleischverkaufs soll vorerst abgesehen werden. Bei der FortbildungSkonserenz für die Rabbiner und Lehrer des Landes wird ein einleitender Vortrag durch Rabbiner Dr. Tänzer gehalten, zu dem die Mitglieder bei Borsteheramtes cingeladen sind. Aus Vorschlag Dr. FlegenheimerS wird die Gemeinde die Rabbiner und Lehrer zu einem gemütlichen Zusammensein am Sonntag, den 15. April, cinladen und sie im Rahmen der gleichen Veranstaltung wie vor zwei Jahren bewirten. Zum Vertreter des Borsteheramtes im Berwaltungsrat des Schwesternheimes wird Tr. Hommel wiedergewählt. Schließlich wird noch mitgeteilt, daß der Haushaltplan der Gemeinde für 1927 genehmigt worden ist und daß die Bibliothek der Gemeinde inzwischen ihre fachmännische Ordnung erfahren hat. In nichtöffentlicher Sitzung wird sodann über die Beteiligung des Borsteheramtes am Jubiläum des Krankenunterstützungsvereins beraten. Professor Karl Wien gtftorben. Nach langem schwer.'m Leiden ist Professor Karl Wien, Kammervirtuos a. D., am 23. März, 81 Jahre alt, aus dem Leben geschieden. Er war ein Künstler von Gottes Gnaden. Jahrzehnte gehörte er der Kgl. Hoslapelle an, in den Kammerquartetten früherer Jahre spielte er eine hervorragende Rolle. Musikbefljssene waren stolz darauf, zu seinen Schülern zählen zu dürfen, und bewahrten ihm Liebe und Dankbarkeit. Ties zeigte sich so recht an seinem 80. Gehurtetage, an dem Glückwünsche und Liebesgaben, auch aus weiter Ferne, ihm die Treue und Anhänglichkeit seiner Freunde und Schüler zu rührendem Ausdruck brachten. Eine Unterhaltung mit Prosefsor Wien war allezeit eine Freude. Sein Beruf hat ihn mit den hervorragendsten Persönlichkeiten der Musikwelt in Berührung gebracht und man hört« ihm gerne zu, >w«nn er von vergangenen Tagen erzählte. Roch schöner war es aber früher, wenn man den Tönen lauschen durste, die der Meister seiner Geige entlockte. Es waren Weihestunden, die er in Gemeinschaft mit den Professoren Singer. Pruckner und CabisiuS einer dankbaren Hörerschaft bereitete. Biele Freunde und Verehrer Professor Wirn's hatten sich am Morgen des 26. März im Krematorium «ingefundrn, um dem größt» Künstler und lieben Menschen letzte Grüße zu entbieten. Die Trauerfeier, «ingcleitet durch «inen von Mitgliedern des Landestheaterorchesters ausgesührten Bläserchor, nahm einen stimmungsvollen, ties ergreifenden Verlauf. Mit warmen Worten.gedachte Dr. Sander namens der Familie des Entschlafenen, seine hohe Kunst preisend, vor allem aber seinen „seinen, milden, ritterlichen Charakter" rühmend. Kränz« wurden niedergelegt frfür das Landesthealer durch Generalmusikdirektor Prof. Leonhardt, für das Landestheater-Lrchester durch Kammcrmusikus Junghans. Mit von Tränen erstickter Stimme nahm noch ein junger Mann Abschied von dem geliebten Lehrer und Freund und legte namens der Schüler einen Kranz an der Bahre nieder. Unter den weihevollen Klängen von „Air" sür Violine (Konzertmeister stünstner) und Orgel (Musikdirektor Schlegel) von Bach sank der Sarg in die Tiese. Man wird Professor Wien, nie vergessen: sein Name ist eingezeichnel in der Geschichte unserer Landestheaters. Der Ton seiner Geige klingt fort in unseren Ohren, sein Bild steht vor unseren Augen. Alle, die ihn kannten und schätzten, werden stets seiner in treuen Ehren gedenken. ~ M. 0. Stuttgart. Vielfachen Wünschen gerne entsprechend, veröffentlichen wir nunmehr in regelmäßigen Abständen die Namen der Vorstandsmitglieder aller israel. württembergische n Vereine. Wir verweisen aus die diesbezügliche Rubrik „Verzeichnis der israel. Verein« Württembergs" aus der ersten inneren Umschlagseite und empfehlen unseren Für die Feiertage _ ndb by TOMOR Die Mandelmilch-Pf lanzenbutter- | Margarine mit dar rotan Slagalmarka « Vollkommenster Ersatz für Butter. FQr Mildi- und Fleischspeisen verwendbar. Hergestellt unter Aufsicht Sr.EhrwQiden Herrn Rabbiner Dr. Voll, Köln a. Rh- | Alleinige Fabrikanten« : Van den Bersh’s Margarine-Ges. m. b. H„ Abt Sana. Cleve Man ncbte auf den Namen tTOMOB*,UB vor Nachahmungen sichet au sein xC. E. Hoff & Co. K Kohlenhondelsgesellsdvaft m. b. H. Friedrtdlf trabe 8, (am Friedridisplatz) LAGERi MUMUMtra»« (k. —gMUR« MM) FERNSPRECHER 20790 Nur crsflü&mge Brennmaterialien aller Art * Sorgfältigste Belieferung J Unbedingte Garantie kür abgeliefertes Gewicht E. 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