Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 24 (16.3.1928)
- Date
- 1928-03-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Belongs to
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und schuf allerlei Erleichterungen für die neuen Siedler. Heute leben, die alten Kolonien eingerechnet, etwa 48000 jüdische Familien mit inssamt 150000 Seelen auf dem Lande. Die Zahl der jüdischen Dörfer, gegenwärtig etwa 300, vermehrt sich von Tag zu Tag. Dr. Kahn kam auf den neuen Plan der russischen Regierung, im Amur-Gebiete eine Groß- Kolonisation für Juden einzuleiten, zu sprechen. Der Redner berichtete, daß in den Ländern des Ostens 850 Kooperativen bestehen, die eine Viertelmillion Familien mit Kredit stützen. Es bestehen etwa 2000 private jüdische Schulen, ein großes Netz von Gesundheitsanstalten und Anstalten sür Waisenfürsorge. Der Hilfsverein kann mit Mitteln, die von den deutschen Juden aufgebracht werden, aus fast allen Tätigkeitsgebieten Erhebliches leisten. Bei der Kolonisation in Rußland kann und darf er nicht schien. Der Hilfsverein braucht nicht nach Arbeit zu suchen, die Arbeit sucht ihn. Tie deutschen Juden können sich diesem Ruf nicht entziehen; sind sie doch die nächsten Nachbarn der Judennot. Das Depressionsgebiet hat die Tendenz, zunächst nach Deutschland vorzurücken. Es ist daher für die deutschen Juden nicht nur Bruderpflicht, zu helfen, sondern auch Gebot des Selbstschutzes. Um mit den Zentral-Jnstitutionen der anderen Länder gemeinsam Vorgehen zu können, muß der Hilfsverein die ganze deutsche Judenheit zusammenfassen. Nur so können die deutschen Juden in Reih und Glied mit den Juden anderer Länder ihre jüdische Schuldigkeit erfüllen. Zu Beginn der Generalversammlung widmete der Vorsitzende, Dr. James Simon, den verstorbenen Mitgliedern einen tiefempfundenen Nachruf. Er gab dann einen kurzen Ueberblick über die Tätigkeit des Hilfsvereinis, der schwere Iah« hinter sich habe, aber dennoch seine segenspendende Tätigkeit niemals unterbrochen habe und nun die Arbeit mit der früheren Intensität fortsetzen wolle. Die Mitgliedercadres sind wieder aufgefüllt. Notwendig sei die Wiederaufbringung eines größeren Fonds als Reserve für den 'Fall unvorhergesehener Katastrophen. Im Rahmen des Hilfswerks für das Gesamtjudentum müsse das deutsche Judentum vollgültig repräsentiert sein. Den Tätigkeitsbericht erstattete der Generalsekretär Dr. Mark Wischnitzer. Er ließ ein eindrucksvolles Bild von der gegenwärtigen Tätigkeit des Hilfsvereins erstehen und skizzierte das Programm der künftigen Tätigkeit, insbesondere auf dem Gebiet des jüdischen Aufbaus in Rußland. An das Referat schloß sich eine fesselnde Aussprache. Zum ersten Vorsitzenden wurde Dr. James Simon, zum Weiten Vorsitzenden Generalkonsul Eugen Landau wiedergewählt. Zu stellvertrttenden Vorsitzenden neugewählt wurden anstelle der verstorbenen Vizepräsidenten Oskar CassÄ und Dr. Paul Nachan Max M. Marburg, Hamburg, und Willi Dreifus, Berlin, so daß das Präsidium des Hilfsvereins nun wieder vollständig ist. Dem geschäftsführenden Ausschuß gehören an: Berchold Israel, Prof. Dr. Eugen Mittwoch, Landgerichtsrat Dr. I. Stern, Sigmurü» Hirsch, Ernst Wallach und Dr. Moritz Bileski in Berlin; Rechtsanwalt Paul Salinger, Dresden. In das Zentral- Komitee wurden gewählt: Emil Blumenau, Köln; 7» V >\ « I R NOTENBANK STUTTGART I'KIKDRICIIM'K. DITOS! 1 I \ K Ass* iiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiuiiiiimuiiiniiiiiitOHiitiiiiiiiii BLEYLE- S AUE R STUTTOART 1 Itaaa BtMm f Matai ilstar ta»rtw|itr. Fmrmrml Ulli