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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-03-01 · 23 (1.3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
23 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
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> rungcn. Der junge Mensch wußte, wohin er gehörte, und fügte sich vielleicht nicht ohne Widerstreben, aber er fügte sich doch, weil er den Wert der Obhut der Familie gefühlsmäßig empfand. Ein verhängnisvoller Wirtschaftsprozeß hat die Grundlage dieser Familiarität zerstört. Die Väter haben keine Zeit, sich ihren Kindern zu widmen, und die Mütter haben keinen Sinn für den Ernst dieser Mutteraufgabe. Die auf Eigenerwerb angewiesene Jugend fühlt, daß das Familienleben nur noch eine Heuchelei, eine mit mehr oder minder großem Geschick gespielte Komödie ist. Sie hat sich in der Jugendbewegung und in allerlei Vereinen selbst ein Surrogat geschaffen. Und wo dieses Surrogat versagt, geht sie eigene Wege. Der Respekt vor dem Elternhause ist eine Fiktion geworden. Schuld an diesem Zusammenbruch ist aber nicht, wie man es sich so gern einredet, die Jugend. Schuld ist das Elternhaus, das seit drei Jahrzehnten völlig versagt hat. Schuld sind die Väter, die keinen Sinn für das Seelenleben und das Lebensbedürfnis ihrer herangereisten Kinder haben, die es nicht verstehen wollen, daß ein eigener Mensch auch ein Recht hat, sich seinen eigenen Weg zu wählen. Schuld sind die Mütter, die sich in sozialer Betätigung einen billigen Ersatz für ihren eigentlichen Lebrnskreis gesucht und sich ihren Kindern entfremdet haben. Eltern, die das Seelenleben ihrer Kinder kennen, sind nachgerade Ausnahmen geworden. Eltern und Kinder leben nebeneinander, aber nicht miteinander. Natürlich klagen die Eltern über die Respektlosigkeit ihrer Kinder, über die fehlende Ehrfurcht der halbreifen Jugend. Aber die Ankläger vergessen, daß sie sich selbst anklagen, daß sie die eigentlichen Schuldigen sind, aber nach dem berüchtigten Rezept „Haltet den Dieb!" die Schuld außer sich suchen. Die Entfremdung zwischen Eltern und Kindern ist so groß, daß man ohne Uebertreibung von einem Zusammenbruch des Familienlebens und einem Bankerott des Familiensinnes sprechen muß. Diese beklagenswerten Verhältnisse haben sich während der Kriegszeit zur Unerträglichkeit verschärft. Die Väter waren jahrelang im Felde und kehrten gar nicht oder leidend und innerlich gebrochen heim. Die Mütter mußten die Alltagssorgen auf sich nehmen und büßten dabei unbewußt ihre Mütterlichkeit und Fraulichkeit ein. Die heimkehrende Jugend war durch die Kriegsjahre der Familie entwachsen und völlig ungeeignet, sich in die alte Familienordnung einzuordnen. Gewiß 89t jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinii iiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiimiiiiiiiu Schweizerische Unfall' | Versicherung» » Gesellschaft 1 Winterthur iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii „Winterthur“ Lebens« | Versicherung»' Gesellschaft | in Winterthur | iimimiimimimnmiiiiiiimiiiiimiiimiimmiiiiiim I | Lebens-u. Renten-Versicherungen / Unfall-Versicherungen | | Haftpfllcht-Ver8icherungen/Kraftfahrzeug-Ver8icherungen | 1 Einbruth-Diebstahl-Versicherungen f | Vorteilhafte Bedingungen! Kulante Schadensregullerungl | Auskünfte und Prospekte durch: | Subdirektion STUTTGART, Wilhelmsbau, Eingang Passage Generalagenlur ULM a. D., Büro Bode, Bahnhofsira£e 22 | Generalagentur HEILBRONN a. N., Karl Graf, Gerberstr. 6 GAQDINEN HAUS EUCEN FINK LANGE STR.4B : Mitarbeiter und stille Vermittler an allen PIStsen gesucht | ........hihi.... Kochs-Adler- Spezialmaschinen f. Gewerben. Industrie/Zick-Zack- SdmelinUier / 3000 Stiche pro Minute leistend / Probeweise Lieferung kost ent. Kurier* Co., Stuttgart Gartenstrabe 19 / Telephon <1085 PHOENIX 'Schnellnäher für die Trtkot-, Kleidern. Wäsche- Industrie / 3-4000 Stiche pro Miaute leistend / Probeweise Lieferung kosten!. Kaplcr*co„SMttarf Gartenstrabe 19 / Telephon <1085

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