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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-03-01 · 23 (1.3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
23 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 4)
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699 gehalten. Trotzdem muß zugestanden werden, daß das Bild, das die Verhandlungen entrollt haben, kein Zufallsbild ist und keinen Einzelfall darstellt. Man darf nicht vergessen, daß Wedekinds „Frühlingserwachen" bereits vor dreißig Jahren Verhältnisse schildert, deren Wiederkehr der Prozeß aufgedeckt hat. Es mag also überraschend klingen, aber der Prozeß hat den Eingeweihten keine Ueberraschungen bereitet. Er ist nur ein Beweis mehr für die Tatsache, gegen deren Bekenntnis wir uns wehren, die aber eine der ernstesten Tatsachen der Gegenwart ist: der Bankerott der Familie. Die Familie galt bis noch vor kurzum als der Hort und Zusammenhalt gutbürgerlicher Sitte und Sittlichkeit. Der Prozeß hat bewiesen, daß sie ein Schemen ohne Lebenskraft, eine schöne Redeform ohne Inhalt ist. Gewiß war die Familie noch bis vor wenigen Jahrzehnten ein starker erziehlicher Faktor, eine seelische Bindung und innere Hemmung. Sie ist es nicht mehr. Es hilft keine Schönmalerei und kein Selbstbetrug: die Jugend ist ihr entwachsen, und die Alten stehen händeringend ohnmächtig dieser Tatsache gegenüber. Was ehedem gut bürgerlich hieß, gilt heute als spießbürgerlich. Allen Deklamationen, die diese Entwicklung verdecken oder beschönigen wollen, stehen die unerbittlichen Tatsachen gegenüber, in die der Krantz-Prozeß schlaglichtgleich hineingeleuchtet hat. Bereits drei Jahrzehnte ist die Bewegung alt, welche der Amerikaner Lindsey vor kurzem in seinem Buche recht verspätet als Revolution der Jugend geschildert hat. Er hätte sein Buch richtiger das Fiasko der Eltern oder den Zusammenbruch der Familie nennen sollen, denn alle Bilder und Beispiele seines Buches sind ein einziger und fortlaufender Beleg für die Ohnmacht und das Mißverstehen der meisten Eltern gegenüber dem Lebensrechte ihrer heranreifenden Kinder. Diese Kinder fanden etwa bis zu der oben angedeuteten Zeitgrenze den inneren Halt in der Familie. Sie bildete den Zusammenhang, in den sich das Kind willig einreihte. Hier fand es die Verwurzelung für seine gesunde Entfaltung. Hier waltete jene Gegenseitigkeit, welche Eltern veranlaßte, ihr Leben im Hinblick auf ihre Kinder zu führen, und die Kinder veranlaßte, sich ihren Eltern unterzuordnen. Familiensinn und Familiengeist blieben die Schutzengel des Kindes noch über die Grenzen des Elternhauses hinaus. Die Hut der Eltern war die ideale Abwehr von Eigenbegeh- Für die Feiertage _ ros bv TOMOR Die Mandelmilch - Pf lanzenbutter - Margarine mH d«r raten Slstttaurfci Voll komm mit er Ersatz für Butter. Für Mildb- und Fleischspeisen verwendbar. Herges!eilt unter Auflicht SrJEhrw&rden Herrn Rabbiner Dr. Wolf, Köln a.Rh. Alleinig« Fabrikanten i Van den bersh’s Margarine-Ges. m. b. H., Abt Sana, Cleve Mhh achte auf den Namen , T OMO B *, am vor MA/jrahumjFn sicher n sein ■WIMHWIMnWHIMMItRUniltllHIIllUlllilttUiUltltlUlHtOiiUUiUUlltttWmttltfWtflV I ALFRED TRABOLD W Feinkost-Haus / Büchsenstr. 43 1 Sämtliche Koscher»Feite, sowie Weine, | Delikatessen und Südfrüchte | 1 B.WENMNGER I UMMrMr.n - Tel. »3 35 I WcrKfiittc Iflr laHealckaraiisn Z im Psuicna—ei i Vis i vis der Koscher-Abteilung von Hans Teufel ■■■BMMHnHMHBManmHMUHnainHiiniuiiiiiiiiuil I Ta»etier>lrhett iMWMIMMwWUM« ■ Keife I ■MMIIIIIüI ■EU- «ASCHEREI Klf ■ ■ sivnRB. Elax«llMh«Bdl.i laualaoha 18 Ff,. _ lll&lteF SI S trook.m 84 Pf., 80 Pf. p. ptt. Qllml STR. S4y 8ttrirai8—teB/Ahholi^ZBrieHaM frei! 41408359

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