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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1928-01-16 · 20 (16.1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
20 (16.1.1928)
Date
1928-01-16
Page
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- 614 — läufig noch nicht viel anderes aufweifen kann ten als unentwickeltes Talent und zähen Arbeits willen. Und so beschränkte er sich nicht nur aus beratende Hilfe, sondern er gab ihnen Wachtan g o w , seinen besten Regisseur und bedeutendsten Helfer bei seinen eigenen Bestrebungen, zum Leb rer und künstlerischen Führer. In unermüdlicher Arbeit unter der anfeuern den Leitung Wachtangows arbeitete man, der Ungunst der Wirtschaftslage, der Blockade, dem Hunger und der Kälte zum Trotz, „den Mangel an Kalorien durch Sprechtechnik, Akrobatik, Rhythmik, und Gesangsstudicn ausgleichend". Und so konnte im Januar 1922 die hebräische Erst aufführung des „T y b u k" von Anski in einem eigenen kleinen Theater „Habima" in Moskau vonstatten gehen. Ter Erfolg war überraschend. Tie gesamte russische Leffentlichkeit war von dem neuen Unter nehmen ehrlich begeistert; Männer wie Maxim Gorki und der Länger Schaljapin sparten nicht Bericht deS Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat Dezember Das Israelitische Fürsorgeamt bat im Monat Dezember 1927 unter Mitwirkung der angeschlosscnen Wohltätigkeitsvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen.il 1020.02 Einmalige Unterstützungen. 183.07 Ehanukkagaben. 518.— Gesundheits- und Erholungsfürsorgc . . „ 120.30 Anstaltsfürsorge.177.30 Ausbildungsbeibilien.. 120.— Darlehen.310.— Durchreisende. 257.30 An 15 Erwachsene und 7 Kinder wurden insgesamt 78 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An einmaligen Spenden erhielt das Fürsorgeamt Mk. 600.— von: Herrn D. Awcrgon: Frau Kommerzienrat Heilner; Herrn Louis Hirsch, Jahrzeitspende: Herrn Julius Merzbacher, anläßlich d. Geburt s. Sohnes und Jahrzeitspende; N. N.: Herrn Regierungsrat Dr. Nördlinger: Herrn Mar Cfterberg, Kalendcrspende: Herrn Isidor Rothschild zur Verteilung an Chanukka. Zu Chanukka wurden 23 Kleinkinder mit Kleidungsstücken, Spielzeug und Süßigkeiten beschenkt. In liebenswürdiger Weise stellten uns Sachen zur Verfügung die Firmen: S. Ebstein. Eahn L Weilmann, Glaß & Wels, Brüder Landauer, Bernd. Lipper. Mara- Schuh G. m. b. H., Richard Schaarschmidt, Julius Schmidt & Co., Hermann Tietz. Ferner gelangte ein Sack Mehl, gespendet von Herrn 41. Gum brich, zur Verteilung. mit Worten höchsten Lobes. Und dieses Lob war nicht nur die freundliche Ermutigung ehrlich rin gender Anfänger, sondern es gründete sich aus positive Leistungen stärkster künstlerischer Ein dringlichkeit. Und die Habima ließ es nicht bei dem Anfangserfolg bewenden; es folgten Einstu dierungen des „G o l e m", des „Ewigen I u ö e n" und einer Uebersetzung von Beer-Hosmanns „Jaakods Traum", Aufführungen, die an künstlerischer Bedeutung den „Tybu k"-Vorstel lungcn aleichkamen. Nunist die „Habima" seit eineinhalb Jahre» auf Gastspielreisen durch die westeuropäischen Län der, und diese Reisen bedeuten einen ununter brochenen Triumphzug. Und obgleich das künstlerische Erlebnis der „Habima" Vorstellungen im wesentlichen ei» Spracherlebnis ist, ergreift es, wie ein völlig un befangener Zeuge, ein durchaus kritischer Betrach ter, ein unabhängiger Geist, der Frankfurter Thea terschriftsteller Bernhard Tiebold, sagt, mit seiner ganzen Stärke auch denjenigen, der Ser hebräischen Sprache völlig unkundig ist, bei dem bestenfalls bei der Nennung des Gottesnamens oder bei der Anwendung ses Grußes „Schalom alechem" eine schwache Ahnung ausdämmert. Tie Kunst der „Habima" basiert im Wese», lichcn aus Denselben darstellerischen Elemente», die auch gelegentlich des Gastspiels des Mos kauer Künstlertheaters im Herbst denjenigen der willigen Zuschauer in den Bann schlugen, der kein Wort russisch verstand. Tie psychologisch bis ins Letzte durchgliederte Einzelnuance, die fast sil mische Präzision des Zusammenspiels, der Geste und Miene, die Geist- und Stimmung-erfüllte Sprachgestaltung, die auch das unbekannte Won der Bibel und Psalmensprache (neben diesen Ur lauten klingt — nach Tiebold — Latein und Griechisch modern!) zum verständnisvollen Er leben aufklingen läßt. Tie „Habima"-Leute arbeiten mit derselbe» Werkbesessenheit wie alle, die jemals unter Stanis lawski wirken dursten: kein Tag vergeht ohne Probe, obgleich die Stücke hunderte von Male» von denselben Tarstellern gespielt wurden. Es gibt wie bei Stanislawski keine Stars und keine unbedeutenden „Episodenspieler". Jede kleine Charge ist mit einem ersten Schauspieler besetz!. Tie Werke, die die Habima auf ihren Ga» spielreisen gibt, halten sich mit woblbegründe'er Absicht fern von jeglicher dialektischen Zuspitzung eines difserenzienen Konversationsdialoges. Ei» Die beste Kapitalsanlase VERTRETER an allen Plätzen gesuchti GUSTAV SIMON erhalten Sie durdi den Abschluß einer Lebensversicherung bei der „VITA" Lebensversichernngs A. G. in Z&ricb, Beratung kostenlos und unverbindlich durch die General-Agentur fdr Württemberg / StUttgart'Valhlngen, Obere Oesteifeldstr. I

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