Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 18 (16.12.1927)
- Date
- 1927-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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unbewachten Augenblicken diesen Propagandasturm selbst „als übertrieben und ungesund" gekennzeichnet. Im Grunde sind alle Juden ausnahmslos Freunde des Palästinaaufbaus, die mit innerer Anteilnahme das Liedlungswerk im Lande ihrer Vorzeit verfolgen und nur an der politischen Auswertung der Palästinaarbeit Anstoß nehmen., Tie Methode der Uebertreibungen muß aber notwendig abstoßend und verärgernd wirken. Es ist also kein Münder, daß der schon vor längerer Zeit angekündigte kritische Bericht des Syndikus des Zentralvereins, Tr. Alfred Wiener, über seine Reise im heiligen Lande mit allseitiger Spannung erwartet worden ist. Gerade er, durch jahrelangen Ausenthalt im Orient ein Kenner morgenländischer Verhältnisse, dazu ein ehrlicher Freund des Palästinawerkes und ein anerkannter Fübrer des jüdischen Lebens in Teutschland, ist wie wenige dazu berufen hier mitzusprechen. Tic Absicht seines Berichtes') kennzeichnet er selbst durch die Worte: „Möge diese Schrift die Liebe zum Lande unserer Urväter wecken und bestärken, möge sie den Weg dazu bahnen, die Palästinaarbeit aus den Auseinandersetzungen politischer Parteien auszuschallen, damit diese kolonii) Tr. Alfred Wiener, Uritifcke Reife durch Palästina. Philo Verlag Ä. m. b. H. Berlin 1827. .Preis: br. 2,10 M., gebunden 3,40 M. satorische und religiöse Arbeit frei von alle» politischen Zielsetzungen von jedem jüdischen Teur schen . . . gefördert werden kann." Es verlolmi sich, das Palästinawerk an der Hand eines sol chen Führers kennen zu lernen, der es nüchtern und doch mit den Augen sorgender Liebe be trachtet, aus dessen Worten, auch wenn er ja delt, der ernste Wille zu bessern und zu wa» deln spricht. Natürlich muß der Führer vorerst eine lange Reihe falscher Vorstellungen und irriger Mci nungen gleichsam wie Wegehemmnisse beseitigen, die den Weg des Wanderers zum Ziele aus halten. Von Kindheitstagen an haben wir je säst ausnahmslos eine phantastische Vorstellung von den Grenzen und Maßen des heiligen La» des. Palästina ist aber nur etwa so groß wie die Rheinprovinz und von diesem Boden ist nur ungefähr ein Drittel anbaufähig. Von diesem Tritte! ist erst ein Neuntel (919 qkm.) in jüdi schem Besitz. Tas ist etwas mehr als die Fläche Groß-Berlins (878,40 qkm.). Vergleicht man den Umfang des südrussischen Siedlungsgebietes (Anfang 1927: 4370 qkm) oder den Bodenbesitz der JCA. in Argentinien (5960 qkm.) mit diesen Zahlen, dann wird die Winzigkeit detz jüdischen Palästinawerkes offenkundig. Noch zwerghaster sind die Zahlenverhältnisse Bericht des Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat November Das Israelitische Fürsorgeamt hat im Monat November 1927 unter Mitwirkung der angeschlosscnen Wohltätigkeitsvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen.K 1187.36 Einmalige Unterstützungen. 404.69 Gesundheits- und Erholungsfürsorge . . „ 258.86 Anstaltsfürsorge. 888.— Winterfürsorge .. 1586.— Durchreisende.* 213.70 An 13 Erwachsene und 6 Kinder wurden insgesamt 58 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An einmaligen Spenden erhielt das Fürsorgeamt .H 12.— von Frau Berta Rosenfeld und N. N. Ferner erhielt daö Fürsorgeamt eine Zuwendung des Israel. Landesasyl- und UnterstüyungsoereinS in Höhe von .H 210.— in Form eines Kostennachlasses für eine in Sontheim untergebrachte Asylantin. BERTHOLD AUERBACH. VEREIN Dienstag, den 20. Dezember, Stuttgart-Loge, Calwerstr. 33, Hths., abends 8 % Uhr und interne ChanukkaFeler Alle Mitglieder des Verein« sind herzlich eingeladen FQr unsere Eisengrohhandlung suchen wir zum Eintritt im Frühjahr einen Lehrling mit guten Schulkenntnissen. Selbstgeschriebene Offerten an LUHainlln nacht, Elsengroßhl., Stuttg^ Posll.234 s c I E AYE Planofortefabrik STUTTGART, Neckarstrasse 12, Eck« uirichatra FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETE , TAUSCH / STIMMUNGEN / BEQUEME TEILZAHLUNGEN F«mapr«oh«r ««841/42