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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-11-16 · 16 (16.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
16 (16.11.1927)
Date
1927-11-16
Page
[Seite] (sequence 15)
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497 — geist in unserem Volke richten, und bittet den .Satz in seinem Werke nicht zu übersehen: „Zur Ueberhcbung über den Juden haben wir heute kaum einen Anlaß und kaum mehr ein Recht, da so viele Deutsche völlig dem Judengeiste verfallen sind." Professor Messer erwidert: „Sie erkennen ja selbst gelegentlich edle und hohe Züge im jüdischen Wesen, bedeutende Anlagen und große Leistungen von Juden an. Ich vermag mit solchen Sätzen so allgemein verdammende Urteile, wie ich sie aus Ihrem Buch angeführt habe, nicht in Einklang zu bringen. Aus dem methaphysischen Grundgedanken, daß alles wahrhaft Edle und Hohe in den einzelnen Volksgeistern die Wertfülle des einen Göttlichen irgendwie wiederstrahle, scheint mir doch zu folgen, daß in allen Völkern göttlicher Geist walte und daß sie auch nicht so tief verschieden sein können, daß ein Volkstum durch Uebernahme edler Züge eines anderen zugrunde gchen könne. — Gewöhnen wir uns die Unart ab, unedle und niedrige Züge, die wir allenthalben finden, als „jüdisches Wesen" zu brandmarken! Das ist ebenso ungerecht, als wenn man früher gewisse andere Spielarten des Bösen als „jesuitisches Wesen" bezeichnete. — Aus jenem Antisemitismus, dessen Treiben ich nun schon fast 50 Jahre beobachtete, ist nie etwas anderes herausgekommen, als Verhetzung, Verbitterung und Gehässigkeit. Da waltet alles andere mehr als christliche Liebe, von der Sie doch vor allem Genesung unseres Volkes erwarten." - (Abwehrblätter). Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Sitzung des Israelitischen Bor - steheramts am 9. November. Die Oessentlichkeit war sür die letzte Sitzung des Israelitischen Borstehcramtes ausgeschlossen, da interne Berichte der Finanzabteilung und der Gottesdienstabteilung zur Verhandlung standen. Das Israelitische Borsteheramt hat den Schächter Engclmayer, der bisher in Karlsruhe tätig gewesen ist, auf Vorschlag der Gottesdienstabteilung zum Schächter der Gemeinde gewählt. Engelmayer wird seine Tätigkeit am 15. November hier beginnen. Dem Verein Linath Hazedek E. B. hat das Borsteheramt zur Tilgung seiner Abmangels im Jahre 1927 einen Beitrag von 500 Mark bewilligt. Die Gemeinde wünscht, daß sich der Verein mit tunlicher Beschleunigung ein neues würdiges Betlokal beschafft. Für diesen Fall wird dem Verein ein Beitrag bis zu jährlich 1090 Mark von der Gemeinde in Aussicht gestellt. Stuttgart. Der Ausschuß des Israelitischen Frauenvereins hatte diejenigen Frauen, die durch ihre tätige Mitarbeit zum Gelingen des WohltätigkcitSsestes beigetragen hatten, aus Donnerstag, den 10. November, zu einem Nachmittagskaffee eingeladcn. Den Damen des Ausschusses war es ein Herzensbedürfnis, ihre fleißigen Mitarbeiterinnen in dankbarer Würdigung ihrer Mithilfe selbst zu bewirten und gemütliche Stunden mit ihnen zu verbringen. Der Nachmittag nahm einen sehr harmonischen, durch vielseitige Darbietung angeregten Verlauf und hat das Band zwischen Lusschuß und Mitgliedern enger geknüpft. In dem Bericht der letzten Zeitungsnummer über das Wohltätigkeitsfest des Israelitischen Frauenvcreins ist durch eitwp Zufall vergessen worden, die liebenswürdige Mithilfe der Frau Rechtsanwalt Dessauer zu erwähnen, welche die samose Jazzmusik einstudiert und an dem Festabend selbst als brillante Geigenkünstlerin in der Jazzkapelle mitgewirkt hat. Der Landesverband der jüdischen I ugendvereineWürttembergs hält am Sonntag, den 20. November, in den Räumen des Hotels Westheimer seine Delegiertentagung ab. In der Tagesordnung ist außer dem Tätigkeitsbericht und den Berichten über die Kasse und die Tätigkeit der einzelnen Ortsgruppen ein Bortrag des Oberlehrers Rothschild-Eßlingen über den Aufgabenkreis der jüdischen Jugend in ihren Vereinen vorgesehen. Im Berthold Auerbach-Verein hielt Stadtrabbiner Dr. R i e g e r am Dienstag, den 8. November, einen Bortrag über das Jüdische Lchrhaus und die Jugend. Er schilderte einleitend das Lehrhaus als die einzigartigste Schöpfung jüdischer Kulturarbeit. Er erzählte, wie nach der Tradition schon die Stammväter Israels Stätten der religiösen Belehrung begründet und wie seit den Tagen des Samuel das Lehrhaus, die geistige Zentrale jüdischer Religiosität gebildet. Bor allem verweilte er bei der Schilderung der Bedeutung des Lehrhauses im Judentum nach der Vernichtung seiner nationalen Selbständigkeit und stellte nach den Worten der Weisen die Bedeutung der Arbeit im Lehrhause im Mittelstand, freie Berufe Sn?wei'rt?u8swäft8leute' erfüllt Eure gegenüber Bure Pflicht und tretet ein in öle Deolsdie Krankenvmidieniii$'«<K^ Aktienkapital RM. 2 Mill. — Organisationsfonds RM. 150000.— / Privatkrankenversicherung mit Gewinnbeteiligung der Nichtkranken bis zu 80% der Jahresprämie. Sterbegeld bis 500 RM., bei To<^ durch Unfall bis 1000 RM. ohne Beitragserhöhung Hohes Einkommen 9 aussichtsreiche Position bieten wir seriösen u. rührigen Herren als Bezirks» u. Platzvertreter Laaiesdireklion Württemberg ITDTTI11T 5.» MNI

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