Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 16 (16.11.1927)
- Date
- 1927-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 14)
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- 496 — grüßen als Zeichen des Wiederauflebens des Hebräischen als heiliger Sprache. Eine verdiente Zurechtweisung. In Jena doziert als Professor der Philosophie Max Wundt, der in der völkischen Bewegung eine führende Rolle spielt. In seinem Buche „Deutsche Weltanschauung" präzisiert er seinen Standpunkt. Professor Dr. August Messer in Gießen nimmt im Aprilheft 1927 der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Philosophie und Leben", Verlag Felix Meiner in Leipzig, unter der Ueberschrist „Max Wundt über völkisches Denken" Stellung zu der Frage. Eingangs bemerkt Messer: „Diese Bewegung bekundete sich bisher vorwiegend als Abwehrbewegung, als Antisemitismus, Anti Marxismus, Anti bolschewismus. So trat das „Nein" in ihr weit stärker hervor als das „Ja". Die volle Wucht der Verdammnis trifft bei Wundt lediglich das Judentum. Es ist chm „die dunkle Macht der Verneinung, die tötet, was sie ergreift." Der Jude „wirkt als der Wille zum Bösen in den Bezirken des deutschen Geistes, zieht diesen von seinem reinen Urquell ab und reißt ihn in den Pfuhl der Gemeinheit hinunter." Durch „Rassenmischung", insbesondere im Osten mit mongolischem Blute, entwickelt sich der jüdische Geist, wie er als eine teuflische Macht unter den germanischen Völkern gehaust hat und bis heute haust, der Geist der Verworfenheit." Wundt fügt dieser Stelle den Satz an: „Der Geist Gottes ist die Liebe; wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihn,. Ueber dem Judentum aber brütet ein Geist des Hasses." Dazu bemerkt Messer: „Wundt möge sich prüfen, ob seine Ausführungen über das Judentum aus dem Geiste der Littie geboren sind; und er möge sich ftagen, ob er als Erzicher deutscher akademischer Jugend verantworten kann, an solcher Aussaat des Hasses teilzunehmen. Sind es nicht irregeleitete, junge Idealisten gewesen, die zu Rachenaumördern wurden? Schließlich wird der Geist des Kampfes und des Hasses selbst über ihn Herr, verleitet ihn zu ganz einseitiger Bewertung des geschichtlichen Stoffes und reißt ihn zu Beurteilungen des jüdischen Geistes fort, wie sie in der politischen Agitation leider üblich sind, wie man sie aber nicht erwarten sollte in einem Buch, das den Anspruch erhebt, ein wissenschaftliches und philosophisches zu sein." — In der Mai/Juni-Nummer der genannten Zeitschrift „Philosophie und Leben" repliziert Professor Wundt und macht darauf aufmerksam, daß seine Ausführungen über das Judentum sich letzthin nicht gegen dieses, sondern gegen den JudenwVb wörttembercische vereinsbamk FILIALE DER DEUTSCHEN BANK Weitere Niederlassungen der Deutschen Bank in Stuttgart WURTTEMBERQISCHE VEREINSBANK WURTTEMBERQISCHE VEREINSBANK Flliala dar Dautschan Bank Flliala dar Dautschan Bank Abtallung Bankanstalt Abtallung Hofbank WURTTEMBERQISCHE VEREINSBANK Flliala dar Dautschan Bank Abtallung Rantananstalt in Württemberg Eßlingen Gßppingen Ludwigsburg Tübingen Feuerbach Heidenheim Mergentheim Ulm a.D. Friedrichshafen Heilbronn Ravensburg Qmünd Reutlingen Aalen Cannstatt Ebingen