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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-11-16 · 16 (16.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
16 (16.11.1927)
Date
1927-11-16
Page
[Seite] (sequence 8)
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» das Machsor und Leon von Modenas Büchlein blieben vom Feuer verschont. Nun sollte Pater Henri, ein gelehrter und seelenkundiger Tominikaner, den jungen Irrläufer aus die rechte Bahn zurückbringen. Tie Mittel, die Pater Henri anwandte, entbehrten jedes Zwangs. Glaubte doch der Geistliche, daß die Heilswerre des neuen Testaments stark genug seien, um seinen Schützling dem katholischen Glauben zu erhalten. — Tod} bald kam die religiöse Intoleranz des Mönchs so stark zum Turchbruch, daß der junge Palliere an der Göttlichkeit der Kirche nur noch stärker zweifelte. — Zu dieser Zeit entsailele die Heilsarmee in Lyon eine rege Tätigkeit. Auch Aime Palliere besuchte einige ihrer Versammlungen und wurde von der Krast, mit der die anwesenden Männer und Frauen glaubten und ihre reli giosen Meinungen auch praktisch betätigten, auss tiesste erscbütleri. Ter salunstische Glaube, der, srci von allem dogmatischen- Zwang, nur Liebe predigte und klar und eindeutig die irdische Mission des Menscken aus dem Evangelium ent widelre, machte aus ihn großen Eindruck und ließ in idm den Entschluß reisen, in die Mili tärschule der .Heilsarmee einzutreren. Er enlbüllie sich seiner Muner, die den Abbe Neyrel um Rat bar. Ter Priester warnte jedoch Palliere vor der Gesabr. durch Verkedr mit den Saluiisten der Keperei zu verfallen und schickte den Abwegigen in ein Kloster bei Voyron, da mit er dort in aller Stille Buße tue und sich zur Beickne vorbereiie. Als aber die Stunde der erbosiien Absolution gekommen war und Pa! liere dem Beickliger seine Nor geschildert baue, erteilte der Beichtvater die Lossprechung nicht. „Sie sind gekommen, meinen Rat zu erbitten; ich gebe ihn Ihnen. Sie bringen keineswegs die richtigen Vorbedingungen mit, um in diesem Hause sich mit Erfolg der inneren Sammlung zu widmen. In einer Stunde sährt der Wagen nach Grenoble; fahren Sic unverzüglich, das ist der beste Ent ichlust, den Sie janc» können." Mit diesen Worten wurde Palliöre entlassen. In der Pariser Militärschule der Heilsarmee jinden wir den Jüngling wieder. Im täglichen Zusammensein mit diesen Menschen, die, wie Palliere bald merkte, ein bei aller Toleranz dennoch nüchtern-formales Bekenntnis verband, sah er bald ein, daß die hier übliche Art der Gottesverehrung und Lebensauffassung für ihn nicht die richtige sein konnte. Er glaubte, einer srommen Gemeinde anzugehören und erkannte, daß er Mitglied einer kleinen Sekte geworden war. Auch in dieser Zeit holte er sich neue Krast aus seinem hebräischen Psalmenbuch und fuhr nach Lyon zurück. - Tort nahm sich wiederum Pater Henri seiner an, und aus dessen ermahnenden Rat begab sich Palliere eines Tages, nach gründlicher Vorbereitung, in die Tominikanerkavelle, in der Hoffnung, durch den väterlichen Freund nun endlich Absolution zu erhalten und Rüde und seelischen Kontakt mit der Kirche wiederzufinden. Allein es war zu spät. Während der Beichte erkannte Palliere, daß der Glaube seiner Kindheit zusammengebrochen war und mit der offenen Negation des sakramentalen Fundaments seines katholischen Bekenntnisses verließ er die Kirche in dem Bewußtsein, nun „kein Christ im historischen Sinn des Bori e s" mehr zu sein. Sein Entschluß stand fest, ganz zum Juden- Qenaue z E I T d urch: Uhren - Aedcerle KÖNIGSTRASSE Nr. S| cm. 4er ALLE NEUHEITEN DER DAMEN-MODEN | kaufen Sie am besten in dem traten Spezialgeschäft für Modewaren / Seidenstoffe W. Kollmer Imh WOhdai KOLLMER ad Eifea ALTVATTER STUTTGART Hl Konigstra$e Nr. 43 A PUNKTAL BRILLEN »ZWICKER LORGNETTEN BEI SSt» Blicker PSSTSTSASSES W Leib-, Bett-, Tisch-, Lüche»- ». Frottier- Z 1 Wäsche .. | | Christian Pfleiderer^L^. | H H,»ptst«tterstr»ße 521. Ecke Torftraße M „Mundlos" Orig. Viktoria ■ Nähmaschinen ▼orsl|lldies dcaitdiet FeBrfket Eriddrferte t

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