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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-11-01 · 15 (1.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
15 (1.11.1927)
Date
1927-11-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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— 453 — Freude am Gesetz und am Lernen der Schrift. Junge Juden aller Richtungen! Wir müssen sehen, daß, wenn nicht das Judentum in seiner Verflachung weiterschreiten soll, wir daran gehen müssen, althergebrachte Gebote wieder zu Ansehen zu bringen. Es geht schlechterdings nicht, nur für eine Idee begeistert zu sein und alles andere dem lieben Gott zu überlassen. Wir Jungen, die wir den drohenden Zerfall des Judentums aufhalten wollen, müssen uns eben hier Pflichten auferlegen, wenn sie auch oft nicht bequem zu tragen sein werden. Wir haben uns damit, daß wir diese beiden Punkte auf die Fahnen der jüdischen Jugend geschrieben haben, meiner Ansicht nach viele Sympathien gewonnen. „Pflege von Volkslied und Literat u r" besonders zu betonen, wird nicht nötig sein, denn wo immer auch jüdische Jugend beieinander sitzt, da werden jüdische Erzählungen und Märchen gelesen, da werden jüdische Lieder erklingen. Man verläßt die Ausstellung und besonders die jüdische Abteilung mit dem ehrlichen Gefühl: Es geht bei uns wieder aufwärts! Als Manko habe ich empsunden, daß unter den Broschüren, die jedem Besucher zum Kauf angeboten und auch sehr viel gekauft wurden, neben den Heften der evangelischen und katholischen Jugend die der jüdischen Jugend gefehlt haben. Es ist dies umsomehr zu verwundern, da doch die jüdischen Jugendorganisationen im allgemeinen von Seiten der älteren Generation und von jüdischen Instituten in vorbildlicher Weise unterstützt werden. Einer zielbewußten Organisation hätte dieser Fehler nicht unterlaufen sollen. Von unseren Berliner Vereinen hätte man, wie dies bei den anderen Jugendgruppen zu sehen war, erwartet, daß in der Ausstellung am schwarzen Brett der Treffpunkt aller Verbandsfreunde angegeben worden wäre. Trotz dieser kleinen Mängel waren die jüdischen Jugendorganisationen auf der Ausstellung würdig repräsentiert. Möge ihre Arbeit sich weiter segensreich auswirken! Gewiß ist noch viel, sehr viel bei uns zu leisten. Aber der Wille zur Tat ist vorhanden. Bortrag Prof. Dr. Goldstein-Darm, stadt im Berthold-Auerbach,Verein. Als zweiter prominenter Redner dieses Winterhalbjahres sprach Prof. Dr. Goldstein-Darmstadt über „Die Toleranzidee". Einleitend gab der Redner zunächst eine Definition des Begriffes Toleranz als Geistesverfassung für die Freiheit jeder, auch der gegnerischen Meinung. Er behandelte dann kurz das Austauchen der Toleranzidec im sechzehnten Jahrhundert, ihre erst negative, dann positive Bewertung und schließlich ihr Anwachsen im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert zu einer leidenschaftlich umkämpften Sache, die in Deutschland in den Werken Lessings („Nathan der Weise") und in Aeußerungen Treitschkes ihren Ausdruck findet. Bei der Betrachtung der gegenwärtigen Beurteilung der Toleranzidee kommt der Redner zu der Feststellung, daß die Meinung zwischen Indifferenz und Ablehnung schwankt, weil einerseits ge- |CHEVROLET Der beste ttelsewagen R-Mark Tourenwagen, offen . 39X5. — Tourenwagen, Luxus 4425.— Limousine, 2türig ... 4425.— Limousine, 4fürig ... 4895.— PreUe ab Werk FORDERN SIE ANGEBOT! voMpa fl Konigstr. 3 Stuttgart Td. 2so4i/42/43 Tourenwagen offen (5-Sifzer) RM. 3925.—

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