Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 10 (16.8.1927)
- Date
- 1927-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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— 296 — früheren Zeiten, denn längst standen Bänke in der Synagoge, und auch sie konnten schon lange nicht mehr ausgesüllt werden. Als diesmal zu unserem Jubel die Flammen höher als sonst aufloderten, ahnten wir nicht, daß sie dem Untergang einer absterbenden Gemeinde leuchteten. Tenn längst schon war die Gemeinde Jebenhausen zusammen geschrumpft. Den ersten Stoß erlitt sie, als in den öOiger Jahren die wirtschaftliche und die politische Not der Zeit so viele zum Auswandern nach Amerika veranlaßte; wie mir mein Vater erzählte, sind da an manchen Tagen die jungen Leute wagen weise aus ihrem Torf der neuen Heimat zu weggefahren. Tann begann die Abwanderung nach Stuttgart, München, und vor allem nach dem benachbarten Göppingen. Allerdings wir Kinder merkten nichts vom Sterben und Vergehen einer Gemeinde. Tenn noch mar unsere Zahl beträchtlich größer als beute in einer unserer mittleren Gemeinden, und noch stand unsere Schule; ja in einer unerhörten Geberlaune — vielleicht hatte der Herr Schul Inspektor sie auch künstlich entfacht — waren von der Gemeinde neue Schulbänke bewilligt worden. Ich sehe sie noch vor mir, die neuen, herrlich grün gestrichenen „Subsellien , die so lange den Mittelpunkt der Verhandlungen des Kirchenvorsteberamts gebildet batten und nun uh* serer „pfleglichen Behandlung anvenraut worden waren. Die neuen „Subsellien" waren fortan das Heiligtum der Schule, und weh« dem Schüler, der ihren Glanz und ihre Schönheit minderte oder gar das sträfliche Verlangen fühlte, seinen Namen hier der Mit und Nachwelt zu überliefern. Neben dem Schulhaus, in dessen unterem Stockwerk die Unterklassen der christlichen Schüler, im kleinen oberen Schulzimmer die weniger zahlreichen jüdischen Kinder unterrichtet wurden, stand die Synagoge; ein schöner Bau, der noch ums Jahr 1860 renoviert worden war. Geheimnis voll prangte von der Decke der blaue Sternen Himmel. Tie vielfarbigen Fenster an der Ostwand hinter der heiligen Lade wirkten auf das kindliche Gemüt wie etwas überirdisches, wenn die Sonne durch sie l euchtete und bunte Lichter auf den Fußboden und auf die Wände warf. Herrlich geschmückt prangte am „Schowuos" unser Gotteshaus im Schmuck hellgrüner Maien und leuchtender Feldblumen. Tann war es uns, als ob Wald und Feld ins Gotteshaus zu uns gekommen ivären. Auch des schönen Hängeleuchters mit seinem Kranz von Glasprismen muß ich noch gedenken. Tenn die letzteren bildeten das Ziel der Sehnsucht unseres Kinderherzens. Wenn eines dieser „Glitzerte" einmal herabfiel, dann begann ein Wettlauf, wer es zuerst erreichte; denn der glückliche Besitzer hob es an die Augsrn und sah nun die Welt in allen Farben leuchten. Ich will nicht verraten, ob nicht im Lauf der Tage IMIIIIlllllllWlllllllllllllllllWIlllllWWlllllllllWIIllllMWMIIlWMIIMIlllMlllllMlltzlMlWWIIWWlllWIlllMIIhWIDllllllllllllllllWlMlllWIIllllllllllllMWIIMl!- S C H I E AYE Planot ortefabrl k STUTTGART, Neckarstrasse 12, Eck« uwchatra»»« FLÜGEL / PIANINOS / HARMONIUM MIETE / TAUSCH / STIMMUNGEN r BEQUEME TEILZAHLUNGEN F*m«pr*oh«r SB841/42 ^lllltlllllllinHIUHI(HmiltllHHn(tt.HnmWHIIIlllHIHIIllHIUilUlllJltlHU<(llUIHtltUKllUlli»BIIliHillllllllllllIIIMItlllHllllllinilllM1ll]lllilllill}llllll]llinilllll!lllllllllllllllllll]MII iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHüiiiiuniP Flasdienregale „REGULA“ 1» alle« GrA|«tt offen und ▼erschließbar iiiiasBsai I >9000* - r M | I d •jaooojoooo»'! I »JatOOOOOOOQOQ EMIL 6S1H66I,STDTT6ABT Aofosteostrafie 74 Telefon Nr. 611 16 Die elegante Dame tragt ma&kleidung von Bauer&Jetter Da m e nsch nefäe rei Alleansir. T9*. Tel. 24760 Jiiüuiii y T fert rasch T. \\ Stempel-Baur, Stuttgart i AlVad Ba-' / 4o\ ' 20 EntM Photo'Entwidriungs- und Kopier-Institut USflMlPEtM A, I empfiehlt sieh den Herren Amateurpbotogrupben bei billigster und gewissenhaftester Ausführung. Fertigstellung von Platten und Abzügen innerhalb 4—5 Stunden. Zerrissene Strümpfe werden wie neu hergestelli. FQfclinge nicht abschneiden. Alle Strümpfe mitbringen. Paar 55 Pf. TT Seidenst rümpfe werden aufgemascht TT Ernst veno Bradf. Stuttgart EHriurtstr.63 Karl Adolf Höhn, Stuttgart Paolinenstr. 37 B H Hinterhaus > Tapezier u. Dekorateur - Oerkstitte L Innendekoration Pünktlidve. reelle und fachgem&be Ausführung der mir übertragenen Arbeiten wird bei billigster Berechnung sugeskhert