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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-08-16 · 10 (16.8.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
10 (16.8.1927)
Date
1927-08-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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— 297 — manches „Glitzerte" seinen Platz oben am Leuchter hat unfreiwillig verlassen müssen, um in einer Bubenhose zu landen. Ich brauchte kein solches Sakrilegium auf mich zu laden, denn eines Tages fand ich, als gerade die „Bernlöhren", die christliche Dienerin, die Synagoge verlassen hatte, eine unverschlossene Truhe, in der unter vielen Kerzenstumpen zahlreiche „Glitzerte" ausbewahrt waren. Hinter der Synagoge breiteten sich Grasgärten aus, die zu einem sanft fließenden Bach hinab sührten. Wenn am Rosch-Haschonoh oder gar am Jom Kippur uns Kindern der Gottesdienst zu lang deuchte, versammelten wir uns draußen und zogen gemeinsam die Wiesen hinab, dem Wasser zu, bis die Klänge, die aus der Synagoge hervordrangen, uns wieder zu unserer so leichtfertig vergessenen Pflicht und an die Seite des Vaters zurückführten. Neben dem Lehrer versah an den hohen Festtagen das Gemeindemitglied Uri Rosenheim mit mächtiger und klangvoller Stimme das Amt des Vorbeters. Er war aber nicht der einzige Sangeskundige in der Gemeinde. Denn noch eine ganze Anzahl der wenigen Gemeindemitglieder war san geskundig und vor allem sangesftoh. Dankbar gedenke ich meines alten Freundes „Divele" (David) Rohrbacher, der mich, als ich während meiner Seminarzeit an den hohen Feiertagen in einer Gemeinde vorbeten sollte, aus der Verlegenheit riß und mich im alten „Jebenhauser Chasones" unterwies. Es war eine sangeslustige Gemeinde, dieses Jebenhausen; und wenn die Rosenheims und Rosenthals und Rohrbachers zusammen sangen, klang dieser Gemeindegesang vielleicht voller' und kräftiger als heute mancher Synagogenchor. Eines Sängers aus meinem alten Jebenhausen muß ich aber ganz besonders gedenken, denn er war einer der größten Sänger der damaligen Zeit. Heinrich Sontheim, der „König der Tenöre", hat von Jebenhausen aus seine Laufbahn angetreten, die ihn auf die Höhe des Künstlerruhms führte. In Jebenhausen in der Synagoge hat dieser gottbegnadete Sänger mehr als einmal am Jom Kippur vorgebetet und durch die Macht seiner Töne die Seele des Zuhörers erfaßt. In späterer Zeit hat Sontheim in Jebenhausen Güter angekauft und eine Bifla erbauen lassen, und dort verbrachte er oft den Sommer. Welcher Stolz erfüllte da unsere Kameraden, seine Neffen und Nichten, wenn sie uns erzählen konnten, daß der „Onkel Sontheim" in einigen Tagen ankommen werde. So war Sontheim in Jebenhausen wieder ein steuerzahlendes Mitglied geworden. Als man erfuhr, daß er mit der Zeit seine Villa wieder verkaufen werde, erhob das damalige Kirchenvorsteheramt höhere Steuern als zurzeit nötig waren, um aus dieser reichen Steuerquelle noch für die Zeiten des kommenden Mangels zu schöpfen. Im letzten Jahrzehnt des Bestehens der Ge- % VlIhdmkM ^p.Z.“ hat aUc* Mr B*lca<ttu* nad ElddrtxUU E. KLEIN A Cie, Juwelier« STUTTGART Köiilgilral« Nr. U, Faraipr. 23CH Gegründet 1M2 Wilhelm Kalb Feinkost Büchsenstr. 43 ti Telefon 23633 S p e xta I mir en gro« HIER ea detail ANTON SCHULTE S SCHNEIDERMEISTER Kencntrft|c Nr. 42a, »ftdut 4cm EageBipUU Feint Herrentchneiderei Moderne F a e » o n e m mäßigen Preisen uni e r Gmrantie für guten Sitz Ereikimteiges Stof finget ^llllllllllllMIItllllllllllillllllllllllllllllllllllllMIIllllllUllMIIIIIIIIljlNlllllllllllllllllWIIIIttW l FRANK-SEIDENl | Seidenstoffe - Bänder - Samte § I GEBRÜDER FRANK l 1 Königstraße 56 STUTTQART Tel. S.A.23209 1 Wäscfie zu Jl. Marquardt Schwerzvaldwüfiherei HIRSAU (Klein- Wildbad) Hauptbüro: Vaihingen a. F.. Fernsprecher 43 Qebt luraa Kindern und Kranken Im er und Winter IEBAL ohaeTrangeschmack _ ebne Trangeruth ■ a schafft Gosundholt und Kraft ErhSItllcf, In allst, Apothakan und Drogaelan HUIHWnmillUHII .«ncosAN** »chwAb. qmOnp |[imilllHIIHIHlHfl Wir bitte« STS'XÄÄf' sich empfehle«de« Firme» z» beriidfichtige». —

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