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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-07-16 · 8 (16.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
8 (16.7.1927)
Date
1927-07-16
Page
[Seite] (sequence 5)
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WWWMW» — 235 — Tann int Großen und Ganzen bis jetzt nicht gesprochen werden. Es sind eben nur einzelne, die nach neuen Wegen suchen und sich zu den alten, sicheren zurückfinden. Die Mehrzahl hat dagegen für religiöse Dinge nur wenig übrig und findet — horribile dictu — keine Zeit mehr, auch einmal in der eigenen Seele Einkehr zu Halten. Die Gründe hierfür liegen in der manchmal unglaublichen religiösen Gleichgültigkeit vieler unserer Glaubensgenossen, von denen die meisten oft nicht mehr in der Lage sind, ihren Kindern nur einen Bruchteil der reichen W^rte unserer Religion mit auf den Lebensweg zu geben. Leider ist der heutige jüdische Religionsunterricht nicht imstande, das zu ersetzen, was das Elternhaus nicht mehr an Gefühlswerten vermitteln kann. Es ist darum nur zu rerständlich, daß die weihevolle Poesie unserer Freitag-Abende und die erhebende Atmosphäre eines Pessachfestes immer mehr schwinden müssen, je weniger die Kinder im eigenen Elternhaus das große Erlebnis einer gottgeweihten Stunde in sich aufnehmen können. Und wo heute noch ein Schabboslicht glänzt und der Kidduschbecher in seinem Scheine funkelt, da fehlen die aufnahmebereiten jüdischen Herzen, die es nicht gelernt haben, den Schahbos festlich zu empfangen. —'Die hier gekennzeichneten Verhältnisse sind durchaus nicht unbekannt. Auch sind in dankenswerter Wejse vielfach Ansätze gemacht worden, um diesen Mißständen zu steuern. Jüdische Jugendvereine, studentische Verbindungen, Einrichtungen, wie das ,Hüd. Lehrhaus" Stuttgart ufw. versuchen seit langer Zeit, jüdische Interessen wachzurufen. Allein die Erfolg« sind, das kann man immer wieder bestätigt bekommen, sehr gering. Auf dem Lande fehlen dazu noch meistens die wirklichen Führerpersönlichkeiten, sodaß man sich schon aus diesem Grunde nicht zu wundern braucht, wenn sich dort die Verhältnisse so gestaltet haben. Bisher ist es nur wenigen Institutionen gelungen, unserer jüdischen Jugend positives jüdisches Wissen zu vermitteln und vor allem auch wirkliches Lebensgut mitzugeben. Woran dies liegt, soll hier nicht entschieden werden. Sicher ist ist aber, daß das Problem der religiösen Anreicherung unseres Daseins nur aus der Religion selbst heraus gelöst werden kann, und daß Schule und Elternhaus hier Verpflichtungen von größter Bedeutung erwachsen. Aus dieser Erkenntnis heraus sind nach dem Weltkrieg die Lehrpläne und Bildungsideale der deutschen Volksschulen von Grund auf umgestaltet wordm. Auch für die religiöse Erneuerung des Judentums ist ein geordneter Religionsunterricht notwendig, der den Kleinen und Kleinsten die ersten göttlichen Keime in die Seelen zu legen hat. — Der beste Religionsunterricht bleibt aber unfruchtbar, wenn er nicht durch die religiöse Kultur des Elternhauses wirksam unterstützt wird und wenn nicht jeder Einzelne seine Ehrenpflicht gegen die Gesamtheit erfüllt. Die gegenwärtigen Verhältnisse und besonders Bericht des Israelitischen Fürsorgeamtes über den Monat Znni. Das Israelitische Fürsorgeamt hat im Monat Juni 1927 unter Mitwirkung der angeschloffenen Wohlfahrtsvereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen ...... .st 1158.56 Einmalige Unterstützungen.„ 332.42 Anstaltsfürsorge ..„ 60.— GesundheitS- und Erholungsfürsorge . . „ 607.05 Ausbildungsbeihilfe.* 45.— Durchreisende.. 331.85 AuSgegebene Darlehen .. 330.— An 12 Erwachsene und 15 Kinder wurden insgesamt 43 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An Spenden erhielt das Fürsorgeamt Mk. 310.— von Frau Artur Rothschild zum Andenken an ihre verstorbene Schwester. Frau Dr. Hermann Weil zum Andenken an ihre verstorbene Schwester, Herren Heinrich Kann anläßlich seines Wegzugs von hier, Herrn Friedr. Fuchs, Frau Bella Rosenfeld, N. N. jfldiMhes Kinderheim Lnttkurorl lulhaiHtn Linie Stuttgart - Nördllngen Slreng rituell — Prospekt Leiterin: FrL Lina Nager Israelitischer Landes-Asyl u. Unterstützungsverein für Württemberg E. V. Die Mitgliederversammlung findet am Sonntag, 31. Juli, vorm. 11 V2 Uhr im Gemeindehaus in Stuttgart statt. Tagesordnung: 1. Verwaltung*- u. Kassenbericht, Entlastung 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist dringend^ erwünscht. Der AusschuB. ■ sucht per sofort als Vertreter des I I Chefs auf der Reise einen tüchtigen ■ ■ soliden und strebsamen ■ I jungen Herrn. I I Offerten unter NN 100 an die Expe- I Idltlon des Blattes. M

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