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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-05-16 · 4 (16.5.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IV (1927-1928)
Issue
4 (16.5.1927)
Date
1927-05-16
Page
[Seite] (sequence 3)
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— 105 — Landes besucht. An der Eröffnung nahmen vom Obervat Regierungsrat Dr.Rördlinger, Louis Hirsch, Leopold Levi und Isidor Flegenh ei mer-Heilbronn, von der Israel i.chen Landesversammlung Präsident Julius Rothschild, Ministerialrat Dr. Hirsch, Leopold Kahn und Fräulein Feld mann, vom Israeli ischen Vorsteheramt Stuttgart Felix Wolfs teil, als auswärtige Gäste: als Vertreter des Verbandes bayerischer isr. Gemeinden Oberlehrer Dingfelder-München, Mitglied des Bayerischen Rats, als Vertreter der badischen Rabbiner und Religionslehrer Rabbiner Dr. Grzymisch Bruchsal und Lehrer G r ü n f e l d - Baden-Baden. Regierungsrat Dr. Rördlinger begrüßte die Versammlung im Namen des Isr. Oberrats und wünschte ihr guten Erfolg. Stadtrabbiner Dr. Rieger, der Leiter des Kurses, eröffnete diesen mit einem warmen Nachruf auf den im letzten Jahre in der Vollkraft der Jahre verschiedenen Rel.-Lehrer Wißmann-Künzelsau. Die Versammlung erhob sich zum ehrenden Andenken an den vorbildlichen Kollegen von ihren Sitzen. Hierauf besprach Religionslehrer Adler-Cannsta!t den Entvurf der Lehrplans für die höheren Schulen in Klassen 1 — 6. Er bemängeltet in ihm dir Verteilung des Lehrstoffs und empfahp als abschließendes Schuljahr für diese Stufe das sechste zu betrachten. Rabbiner Dr. Cohn-Stuttgart ging bei seinem Referat über den Lehrplan für die Klassen 7 bis 9 im wesentlichen auf die Einstellung der Schüler im Alter von 16—19 Jahren gegenüber den Fragen des Religionsunterrichts ein. Er trat besonders, für die Beibehaltung des systcmatischen Religionsunterrichts ein. An der lebhaften Aussprache beteiligten sich Oberlehrer Dingfelder-München, Rabbiner Dr. Grrymisch- Bruchsal, Rabbiner Dr. Beermann^ Heilbronn, Oberlehrer Rochschild-Eßlingen, Oberlejrcr Spatz- Rexingen, Religionslehrer Metzger-Ludwigsburg, Oberlehrer Preßburger-Creglingen, Rabbiner Dr. Straßburger-Ulm, Stadtrabbiner Dr. Rieger. Letzterer erklärte, daß die verschiedenen Anrc gungen vor Abgabe des Lehrplans an das Ministerium berücksichtigt werden würden. Am zweiten Tag hielt Rabbiner Dr .Beermann-Heilbronn ein von tiefem religiösem Gefühl und großem Verständnis für die Seele der Jugend erfülltes Referat: „Der Prophet Jeremias im RÄigionsunterricht auf der Oberstufe (didaktische Behandlung mit methodischen Lehrgängen)." Er verstand es durchs Vergleiche mit der Gegenwart die Unterrichtsboispiele lebhaft zu gestal ten und zeigte, wie religiöser Geist in den Kindern geweckt werden tonn. Recher Beifall dankte dem Redner für seine "wertvollen Darbietungen. Ein wesentlicher. Teil der Debatte behandelte die Frage: Soll der systematische Religionsunterricht an den höheren Schulen beibehalten werden oder nicht? Ist ln dem Lehrplan nicht gerade der systematische Religionsunterricht gegenüber der Bibellektüre zu stark bevorzugt? An der Aussprache beteiligten sich Rabbiner Dr. jkahn-Mergentheim, Rabbiner Dr. Straßburger-Ulm, Rabbiner Dr. Grzymisch-Bruchsal, Oberlehrer Dingfelder-München, Dr. Cohn-Stuttgart, Oberlehrer Spatz-Rexingen und Rel.-Lehrer Meyer-Stuttgart. Es wurde folgende Entschließung angenommen: „Die Konferenzgemeinschaft stellt im Anschluß an den Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. Beermann-Heilbronn über die „Persönlichkeit des Propheten Jeremia" an die Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Verbände den Antrag, Mittel bereit zu stellen, Herrn Dr. Beermann die Abfassung und Veröffentlichung eines methodischen Werkes im Sinne seines - Vortrags zu ermöglichen." Hierauf erstattete Rabbiner Dr. Kahn-Mergentheim sein Referat: „Was kann der Rabbiner bezw. der Lehrer für die Erhaltung der geschichtlichen Erinnerungen und der vorhandenen Denkmäler in seiner Gemeinde leisten?" Er erinnert daran, daß in dem Privatbesitz der Gemeindemitglieder wertvolle Kunstgegenstände vorhanden sind, deren Abwanderung in fremde Hände verhütet werden soll. Die Rabbiner und Religionslehrer können in der Erforschung der Geschichte der einzelnen Gemeinden wertvolle Arbeit leisten. Es ist überall reiches Material vorhanden, das gesichtet werden sollte. Aufschluß über die Geschichte geben in erster Linie die Memorbücher, Mohelbücher, Judenschutzbrefe und die Protokolle her jüdischen Gemeinden. Auch an diesen Vortrag schloß sicht eine lebhafte Aussprache an. Kurz vor dem Ende der Tagung erschien der älteste Rabbiner des Landes Rabbiner a. D. Dr. Trritel, der vom Vorsitzenden und der Versammlung auf das freudigste begrüßt wurde. Stadtrabbiner Dr. Rieger schloß die Tagung mit herzlichem Dank an die Referenten und alle, die sich an der Aussprache beteiligt hatten, und bat, die Anregungen des Fortbildungskurses in der praktischen Berufsarbeit zu verwerten. W. 3m kommenden Zahr- I. In einer Zeit, in der sich Juden so oft mit Juden darüber streiten, ob es richtig sei, sich am Aufbau des alten Mutterbodens zu beteiligen oder nicht, ist es vielleicht nicht ganz unangebracht, diese Frage auch einmal von dem wichtigsten, weil persönlichsten Standpunkt jedes einzelnen jüdischen Menschen aus zu betrachten. Ich meine den religiösen Standpunkt, der besonders für alle die der ausschlaggebende sein muß, welchen das Judentum nur religiöse Bedeutung hat, für alle die, welche sich weni er als Angehörige des jüdischem Volkes, als des jüdischen Glaubens fü^en. Der dieser Gruppe zugehörige

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