Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IV (1927-1928)
- Issue
- 3 (1.5.1927)
- Date
- 1927-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
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— 78 - Hektar wird auch in Preußen auf durchschnittlich gutem Weizen- und Rübenboden und bei intensiver Viehzucht (der die rentable Schweinezucht allerdings abginge) kaum mehr als ein Bruttoeinkommen (inkl. Grundrente und pers. Arbeitsverdienst von Mann und Frau) von höchstens 4500 Mark herauszuwirtschaften sein. Darauf sollte hingewiesen werden, um vor Enttäuschungen und Rückschlägen zu schützen. In Süddeutschland ist arrondiertes SiÄ>lungsland nicht oder doch ganz selten zu erwerben, deshalb lebt z. B. in Württemberg unter der kleinbäuerlichen Bevölkerung z. Zt. die Ostmarkenbewegung wieder auf. Sollen wir nun jüdischen jungen Leuten aus Süddeutschland raten, sich der norddeutschen jüdischen Siedlung anzuschließen? So, wie ich die Leute und die Verhältnisse kenne, würde ich eine Ansiedlung in der Heimatprovinz vorziehen. „Hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft." Dort in der fremden Welt stehst du allein, ein schwankes Rohr, das jeder Sturm zerknickt." (Schiller: Tell). Dabei können wir hier an Vorhandenes anknüpfen. Sett mehr als 100 Jahren treiben in Süddeutschland in zahlreichen Landgemeinden die meisten Juden Landwirtschaft und Viehhandel. Parzelliertes Land kann in jeder Gemeinde heute nach und nach erworben werden. In zahlreichen Gemeinden sind Synagogen, Schulen und andere jüdische Einrichtungen noch vor- ' 00000000000000000000000000000000 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 g Das Haus für Kindermoden g I Baustil & Nagel | | STUTTGART § © Calwerstr. 30 (Ecke Gymnasiumstr.) O 0 Fernsprecher Nr. 22314 0 80000000000000000000000000000000 ülllllllllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllinillimillie | MAX GAILINGER ] j *]20 NifMuawelztcrci XO I | STUTTGART, Silberburgstr. 116 | | Telefon S A. 6070« | empfiehlt I la Fleischi und Wurst-Waren ( ftesfelhingen | werden pünt-llkh und frei Haus ausgefOhrt. 1 MaAt auf meine »e«»cRLKah1«n I«« besonder» aqfcnnjuwi 5 HmtiniuimiiiiiiiiiiiiiiiiiMintiiiiiiimmiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiuiiiiiinE Händen. Sie warten der Wiedevbenützung. Aber erhebliche GeLmittel müßten auch bei uns zur Verfügung stehen, um rein bäuerliche Siedlungen zu finanzieren. Ich habe eingehende Erhebungen nach der Richtung urü> Rentabilitätsberechnungen angestellt. In hies. Gegend, Höhenlage 500 m ü. M., warmer Muschelkalkboden mit tiefgründiger Lehmauflage, dem idealen Boden für Körnerbau, gehören mindestens 20 württ. Morgen (6,5 Hektar — bei Vs gutbewässerter Wiesen —) dazu, um ein Bruttoeinkommen von 3800 Mark herauszuwirtschaften. Der Wert eines solchen Gutes liegt zwischen 16 000 und 25000 Mark, selbstverständlich inkl. Gebäude, lebendem und totem Jnventar. An dem Bruttoeinkommen sind noch die Steuern, die Beschaffungskosten für Kunstdünger, die Instandhaltung der Geräte abzusetzen. Das Nettoeinkommen, in dem der Betrag der Grundrente, der persünl. Arbettsverdienst von Mann und Frau und der Unternehmergewinn enthalten ist, dürfte kaum über 3000 Mark liegen. Daraus geht doch zur Genüge hervor, daß ein solches Bauerngütlein nur dann Aussicht auf ErnährungsmöAichkeit gibt, wenn es nicht mit Hytheken büastet ist, wenn also die Grundrente dem Einkommen erhalten bleibt — und wenn Arbeitslöhne nicht bezahlt werden müssen. Und nun frage ich: In wie vielen Fällen werden Siedler etwa 20000 Mark zinslos zur Verfügung haben? Wer Kn Otto Wiederhold Färberei und chemische Reinigung Hauptgeschäft: Weimarstra$e IS Filiale: Johann nitrate 92 Telephon 4100 ♦ Bekannt durch tadellose Ausführung Auf Wunsch Abholung und Zustellung durch meinen Wagen Lebende Forellen, Karpfen, Sdilelen Jung« 1927 er GSnse und Enten Halmen, Poularden, Suppenhühner KARL KRAUTH VrieUriebtsfcaa - Telephon 20241/42 und Cannstatt, BahnhofstraBe Nr. 8