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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-03-16 · 24 (16.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
24 (16.3.1927)
Date
1927-03-16
Page
[Seite] (sequence 20)
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Ionisation wurden in diesem Zeitabschnitt über 300000 Hektar Boden für die Ansiedlung von 12000 Familien bereitgestellt. Im Laufe von 1828 und 1826 wurden 10570 Familien auf einem Areal von über 180000 Hektar angesiedelt; davon 6740 Familien in der Süd Ukraine, 1853 in der nördlichen Krim, 1877 in Weißrußland (einschließlich Homel und Retschiza) und. 100 Familien im nördlichen Kaukasus. Diese Ergebnisse erforderten einen Aufwand von insgesamt 3 Millionen Rubel. Von diesem Betrage brachten di« Siedler selbst 2 Millionen Kübel auf. Weitere 3 Millionen Rubel stellen staatliche Kredite dar, ^nährend der Rest von den jüdischen Organisationen, mit dem Agro-Joint an der Spitze, beigetragen wurde. Der wirtschaftliche Erfolg der jüdischen Kolonisation gibt dieser schon jetzt die Bedeutung eines wichtigen Faktors des allgemeinen landwirtschaftlichen Fortschrittes in Rußland. Die Intelligenz, der ungewöhnliche Fleiß und der Pioniergeist des jüdischen Siedlers haben den Sieg davongetragen — mit diesen Worten versuchte der hervorragende Agronom Lubarsky, Meister der neuen jüdischen Kolonisation, die über alle Erwartungen hinausgehenden Erfolge zu erklären. Der jüdische Weizen war in diesem Jahre der beste in der Ukraine. Allein die Chersoner jüdischen Kolonisten lieferten 3 Millionen Pud und erzielten die höchste amtliche Preiskategorie. Unvergeßlich bleibt mir das Bild der zusammenhängenden jüdischen Kolonien im Chersoner und Kriwojroger Kreis und in der Krim, wo (mit Ausnahme der Ozet-Bezirke Schalachow und Eupatoria) Agro-Joint seine großzügige Koloni sationstätigkeit entfaltet. Auf meiner Reise durch den Chersoner Rayon, wo sich heute das größte jüdische landwirtschaftliche Zentrum der Welt besindet, in dem 43 jüdische Kolonien mit einer Bodenfläch« von 100000 Desjatin dicht beieinander liegen, verspürte ich den Atemhauch einer neuen, eigenen, durch und durch jÄischen Lebensart. ' Ein« größere Anzahl von Kolonien im Odessaer, Chersoner und Kriwojroger Rayon und in der Krim hat bereits eine höher« Stufe von Wohlstand erreicht. Einige derselben seien hier erwähnt: „Friling", „Scholem-Alejchem", „Jidendorf", „Erster Mai", Ratndorf", „Naileben" u. a. In diesen Kolonien findet man bereits einen jüdischen Dorfrat und Institutionen wie eine Kreditgenossenschaft, einen genossenschastlichen Verkaufsladen, einen (nicht allein von der Jugend besuchten) Klub, eine öffentliche Bibliothek, eine Schule, ein-Minjan und einen Schochet. In einigen der genannten Kolonien fand ich ein eigenes Postamt (so in der Kolonie „Scholem-Alejchem"), eine öffentliche Fernsprechstelle und eine Radiostation. In einer neuen jüdischen Kolonie im Kriwojroger Rayon, wo ich übernachten mußte, lausche * ich am Radio dem Vortrag eines berühmten deutschen Naturforschers in Berlin. Einen besonderen Charakter weist die Arbeit in Weißrußland auf, wo ich auf meiner Rückreise aus dem Süden Halt machte. In der weißrussischen Republik leben etwa 530000 Juden. Juden wie Weißrussen betrachten di« jüdische Gleichberechtigung, den Anteil der Juden am staatl. Lebm als eine Selbstverständlichkeit. Jiddisch ist ebenso wie weißrussisch als Staatssprache anerkannt. Ernst und lojal wird die Eingliederung der Juden in die Staatswirtschast betrieben. Diese Eingliederung geht infolge allgemeiner Verarmung des Landes und der Rückständigkeit der industriellen Entwicklung sehr langsam vor sich Die landwirtschaftliche Ansiedlung der Juden bildet einen! Teil des staatl. Arbeitsprogramms. H EILBRONN Karl Gertler Juwelier Spazlalltiti Bruckmann. Sllber-Bestecke Kaiserstr. HEILBRONNER HANDELSGESELLSCHAFT Qesdi&ftsführer Gustav Kress ST KAR LITE. 25 -MW X Brennmaterial X FEBUPBECKCB 1*4 ».137 zuMripki Prtb» Garne., „ , Kurzwaren Strumpfe Trikotwasche Wollwaren L. ZEHENDER ^5«, r. I JULIUS NÄGELE SCHOKOLADENHAUS HEILBRONN a.N. Kalsenir. 22, Telefon 1866 Kaffee / Tee und Kakao

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