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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-02-16 · 22 (16.2.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
22 (16.2.1927)
Date
1927-02-16
Page
[Seite] (sequence 17)
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— 527 — auf die Aussprache der deutschen Juden besondrrc Rücksicht nimmt. Wie seine christlichen Vorgänger benutzt Rcuch. lin seine hebräischen Kenntnisse zu kabbalistischen Studien. In seinem de verbo minfico (über den wunderbaren, unaussprechlichen Gottesnamen) singt er das Lob der hebräischen Sprache: die Sprache der Hebräer ist einfach, unverdorben heilig, kurz und fest, in welcher Gott mit den Menschen wie ein Freund mit Freunden spricht. Sein Buch de cabbalistiea arte berührt die Frage der Entstehung der Kabbala, die schon Tel Medigo behandelt hatte und kennt neupytharäische und neuplatonische Einflüsse an, eine Forschung, die erst im 19. Jahrhundert von Frank, Jellinek, Joel wieder ausgenommen und wcitergeführt wurde. Für eine rationelle Bibelauslegung fehlt ihm der Sinn. Kritiklos wendet er die spielende Deu tungsweise der Mystik auf die biblischen Bücher an, um Beweise für die Wahrheiten der christlichen Dogmatik zu finden. So zeigt ihm schon das zweite hebräisch« Wort der heiligen Schrift in seinen drei Buchstaben (schuf) die Dreieinigkeit. Aus feinen friedlichen kabbalistischen Träumen ivurde er durch einen Streit herausgerissen, der seinen Namen zu einem Parteiprogramm machen sollte. Der ehemalige jüdische Metzger Psesferkorn, der sich der Bestrafung seiner Diebereien durch die Taufe zu entziehen wußte, beschuldigte in einer von glühendem Haß gegen seine früheren Glaubensgenossen erfüllten Hetzschrift „Judenspiegel" die Juden, daß sie von Religionswegen zu gewissen Verbrechen genötigt seien und ihre heiligen Bücher di« schmählichsten Beschimpfungen der christlichen Lehre und ihres Stifters enthielten. Er plädiert daher für Erziehung der Judenbücher und zwangsweise Anhörung christlicher Bekehrungspredigten. Durch des Kaisers bigotte Schwester Kunigunde wird diese Schrift an höchster Stelle empfohlen und gelehrten Geistlichen zur Begutachtung übergeben. Im Sinne Pfefferkorns entscheidet Victor von Karben, gleichfalls ein antisemitischer Konvertit. - <Schluß folgt). Aus der Welt des Judentums. Die Simnltan-Akadrmie i« Frankfurt am Main abgelehnt. Bei der Etatberatung im Preußischen Landtag Cannstatt. ^Friedrich GBasso 0amen» und ZfLerten-PrisierSalon Qarfümeriegesdiäfi tMar/Usirqfi» 6 Cannstatt TZtltpim 951 wurde die Simultan-Akademie in Frankfurt a. M. mit den Stimmen der Deutschnationalen, bei Zentrums und der Kommunisten abgelehnt. Somit scheint es bei der konfessionellen Lehrerbildung in Preußen bleiben zu wollen. Beiträge zur Geschichte der Juden in Württemberg. Ein Schulbrricht ans dem Jahr« 1331. Kurze Beschreibung des Schulzustandes der Jsra eliten in Aufhausen vor der Organisierung einer regelmäßigen Schule. So wie die meisten israelitischen Gemeinden an einem höchst verderolichen Schlendrian , hingen, ihren Kindern den Weg zu einer ordentlichen Er ziehung und Volksbildung abschnitten, sie in den notwendigsten und unentbehrlichsten Kenntnissen vernachlässigt auswachsen sahen, so auch die Ge meinde Aushausen, was zum Teil die Kultur de« Erwachsenen hinlänglich beweist. Es ist natürlich, daß jetzt manches Weheklagcn, und ein mancher Seufzer von den schon Vernachlässigten entsteht, die ihren Jgnorantismus bloswegen Mangel an früherer Gelcgenhe t entschuldigen, was allerdings sehr begründet ist, und in so fern auch den selben weniger zur Schande angerechnet werden kann. Aufhausen hatte, was ich seit meinem hiesigen Aufenthalte von dem früher stattgehabten Kulturgang des Unterrichts erfahren konnte, häufig Privatlehrer, die bei einigen «ermöglichen Familienvätern konditionierten; ärmere Eltern ließen entweder ihre Kinder ganz verwahrlost, oder ließen dieselben ein wenig im ebräisch Lesen und ebräisch Schreiben, was allgemein für das Notwendigste angesehen wurde, dürftig unterrich ten. Da war an keinen ordentlichen methodischen Unterricht zu denken, die Privatlehrer, worunter es wohl hie und da brauchbare Subjekte hatte, hingen von dem Eigensinn und den Launen ihrer Prinzipale ab, die nicht selten denselben die Unter richtsgegenständ« vorschrieben, die ganz nach ihren herkömmlichen alten Sitten und Gebräuchen be trieben werden mußten; wie viele Jünglinge und Mädchen nach denzelianschen Grundsätzen den Le benspsad betraten, lehrt die tägliche Erfahrung. Bei der Aufnahme genannter Lehrer, sah man weder auf Kenntnisse, auf ein moralisches Be - tragen, noch auf Herkunft, oder frühere Amts- Ludwigsburg. GcferMcr Brftmer / LmflUfeuri SpczialieparatarwcrksiHie für Kraftfahncagc Beaten* eingerichtete, fadunlnnlaah geleitete Werkatitte. Prompte Bedien eng.

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