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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1927-01-16 · 20 (16.1.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
20 (16.1.1927)
Date
1927-01-16
Page
[Seite] (sequence 20)
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— 482 — Ein 9t«Mi>tr erhält >tn Anstrsg zur Bildung des lettl. Kabinetts. Nachdem die Sozialdemokraten den an sic er gangencn Auftrag, das neue lettländische Kabinett zu bilden, abgelehnt haben, lud der Staats Präsident Tschakste den Führer des demokratischen Minderheiten Blocks, Rabbiner Tr. M. Nurok, zu sich und beauftragte ihn mit der Kabinetts bildung. Abg. Rabbiner Tr. Nurok nahm den Antrag mit Vorbehalt an und setzte sich auch schon mit den in Betracht kommenden Partei führern in Verbindung. Es ist dies der erste Fall, daß in den baltische» Staaten ein Jude mit der Bildung des Kabinetts betraut wird. Ein jüdischer Ackerbau Minister i i Bolivien. Ter in Uriev in Bessarabien geborene Zrpik Rothman, ein Sohn des jüdischen Kausmann-.l Ehaim Rothman, der vor etwa 20 Jahren nach eUebersee auswanoerre, ist vor kurzem zum Acker bauminister der Republik Bolivien in Südamerika ernannt worden. ITA Führende Perssnlich'e ten Sowjetrußlands beraten über Maßnahmen zur Bekämpfung de; Antisemitismus. Unter dem Vorsitz des Volkskommissar Smido witsch fand am Freitag, den 3. Tezember, in Saal des Moskauer Konservatoriums eine össentliche Aussprache über die Erscheinung des Antisemitismus ln den Ländern der Sowjet Union und über Maßnahmen zu dessen Bekämpfung statt. Führende Persönlichke te'n der Sowjetunion beteiligten sich an der Aussprache, so u. a. die Volkskommissare Smidowitsch, Larin und der Volkskommissar für Gesundheitswesen Semaschko, Prof. Meißner, Prof. Kolzow, Prof. Sakulin und der Organisator der jüdischen Kolonisationsbewegung Bragin. Sämtliche Redner stellten fest, daß der Anti semitiSmuS in Rußland eine ernst zu nehmende Erscheinung sei und daß Maßnahmen ergriffen werden müssen, um dieser Bewegung zu begegnen. Tie Redner sprachen von der hervorragenden Rolle, die das jüdische Volk in der Weltgeschichte gespielt hat und wiesen auf die großen Verdienste der Juden um das russische Volk hin. Bragin sor derte, daß man vom Repertoir der russischen Bühnen alle jene Stücke absetze, die eine antisemitische Satire enthalten. Tcm Ruse „Nieder mit den Juden", sagte Bragin weiter, können sehr bald konterrevolutionäre und reaktionär-monar chistische Losungen folgen. Pros. Klutschnikow be gann seine Rede mit dem Hinweis, daß das russische Volk den Juden nicht feindlich gesinnt sein könne, beweise die Politik der Sowjet regierung in der Nationalitätenfrage. Wenn aber doch der Antisemitismus zu einer ernsthaften Erscheinung werden konnte, so sei dies Haupt sächlich daraus zurückzuführen, daß die Juden einen in keinem Verhältnis zu ihrer Zahl stehen den Einfluß in den verschiedensten Gebieten des öffentlichen Lebens auSüben. Tiefe Erklärungen KlutschnikowS riefen sehr lebhafte Proteste hervor, er wurde gezwungen, seine Rede abzubrechen. In längeren Ausführungen trat Larin den Behaup- ULM % Miller & Sobn bos -Juwelier Ulm a. o n a u T>ouaustraste I. Telefon 552 iPcqrnntct 1858 Himer Karossericfabrik Neuer D Thieme ULM a. D., SMlingenlr. 91 Karosserien jeder Art Limousinenaufsätze Allwetterverdecke Reparaturen, Neu-Ladcierungen Verkaufsabteilung Großgarage Einziges Unternehmender getarnten Auiomobilbranche am Platze I f - )F. KILIAN-STRAUB M Erstes Haus für Corsetten und r Leibbinden. T Tel. 765 Maßanfertigung * Reparaturen \ Ulm a. D., Münsterpl. Nr. 30 H. OECHSLE Saalbau - Parfümerie Fciseurgesdxäft Damen- und Herren-Salon Schönheitspflege * Großes Lager in inu. ausländischen Parfümerien und Toiletteartikeln

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