Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 17 (1.12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
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— 393 — «ge Quelle für die Erforschung der Beziehungen zwischen Judentum und Christentum. Selbstverständlich und nur zu natürlich war für den christlichen Theologen dir Schlußfolgerung au« seiner wissenschaftlichen Betrachtung, daß da« Christentum .au« der Leistung«religion. die auf relative und mögliche Erfüllung eingestellt ist. die Religion der absoluten Erfüllung und damit die Sünderreligion" gemacht hat. Wa« Professor Kittel damit meinte, illu-, strierte er durch die Erzählung de« Midrasch von dem .verehrten und frommen Jochanan den Sakkai, der weinend und zitternd stirbt, weil er nicht weiß, ob sein Weg zum Garten Eden oder zur Gehenna führen wird," während Paulu« mit unantastbarer Sicherheit sagen konnte: ..Wir haben den Frieden.' Man wird e« dem christlichen Theologen verzeihen, wenn er auch den Midrasch heranzieht, um sein Christentum zu verherrlichen. Er möge e« aber auch einem jüdischen ReligionSbekenner nicht verargen, wenn dieser seine Beweisführung, sofern fie darauf abzielt, die jüdische Religion al« die inferiore hinzustellen, nicht al« überzeugend "ansteht, Denn der christlichen Lehre von der absoluten Erfüllung durch Jesus geht parallel die Lehre von der absoluten Sündhaftigkeit aller Menschen, während der jüdischen Lehre, von der relativen oder möglichen Erfüllung durch die Menschen selber die Lehre von der relativen oder, möglichen Sündhaftigkeit der Menschen parallel geht eine Lehre, welche sowohl den Erfahrungstatsachen als auch der Menschenwürde in gleicher Weise entspricht. Daß diese jüdische Lehre auch dem größten Sünder die Möglichkeit der Erfüllung noch offen hält zeigt eine andere Erzählung de« Midrasch, nämlich die von dem abtrünnigen Elisa den Abuja. dessen in dem Moment des Berschriden« vergossenen Tränen sein einstiger Schüler R. Meir mit freudiger Gewißheit al« fichere« Zeichen der Erfüllung d. h. der Sündenvergebung durch Gott erklärte. Während dieser Vortrag des Professors Kittel trotz seiner christlichen Einstellung schon allein wegen seiner teilweisen Würdigung de« Judentum« al« eine erfreuliche Erscheinung an der hiesigen Universität bezeichnet werden darf, zeigte die große Beteiligung namentlich studentischer Kreise an den judenhetzerischen Vorträgen de« N -S. Dr. Gregor am 3. und 6. November, wie notwendig e« ist, daß in Tübingen durch den C B. eine gründliche Auftlärungsarbeit durchs Borträge und Echriftenversand unternommen und dauernd fortgesetzt wird. W. Renaiffanee-Menschen und Juden. Bon Bezirksrabbiner Dr. Bee rm ann-Heilbr. ') Der Uebergang vom Mittelalter zur Neuzeit ist durch die Epoche der Renaissance, der Wiedergeburt des klassischen Altertums in Kunst, Wissenschaft und Äben vermittelt. Bolskommen harmonische Entfaltung aller menschlichen Anlagen wird als Ziel der Bildung erstrebt. Der Mensch fühlt sich als Einzelwesen, lernt seine und anderer Eigenart schätzen, eine neue Auffassung von Staat und Bürgertum, eine völlige Umgestaltung des geselligen Lebens bahnt sich an. Die Ent deckung der Welt als eines unendlichen Alls, die Auffindung bisher ungekannter Meere und Län der, die außerordentlich erleichterte Verbreitung der Kenntnisse und des Wissens durch die Buchdruckerkunst, die religiöse Selbstbestimmung in der Reformation sind, wie Jakob Burkhard zeigt, die wesentlichen Momente, die den Anbruch der neuen Zeit bedingten. Für die Juden brachte diese Epoche der Verjüngung und Neugeburt keine neue Aera. Ein wissenfeindliches, buchstabengläubiges Mittelalter hat das Geistesleben im Ghetto nur ganz partiell durchgemacht, und die dem Mittelalter eignen Hand - Arbeiten / Modelle und Material Wolle, Seide, Garne, Stoffe Haus feiner Handarbeiten RICHARD VOGT, STUTTGART, MARIENSTR. 7 (EUtfu* HlnlnUMf) Damplwasm* Anstatt Knffdler Inhaber, B. WITTMANN SUker*»r*«tr. Ma / TeL tt. asais / Mr. 19M Nasswäsche, Trockenwäsche, schrankfertige Wäsche, feinste Stärkwäsche Gardincnspanrttrei, Abholung u. Zustellung ist gesund, »tel gesünder als «affee, aber auch nur dann, wenn er ungekälscht und ungefärbt ist. »Uten, schmackhast-n, retnen Cblna-Tae bekommen 6it im Preise von */. Pfund-Paket 6.50 A,Pfund -- 3.30 X, ■/. Pfund — 1.70 .ft bei 3. ftomot, Tee, China» und Japanwaren Stattgart, Breitestraße 2 a T&ChriChlUl (SterbeklEider) komplette Garnituren schon von Mk. 18>* an sowie Einzelteile Mit und ohne Zugabe des Stoffes Keine Fabrikware, sorgfältige Ausführung Anfertigung von Wimpeln, Jahrzeitstabellen, Grabsduiflen etc. Jeni Levy / Crailsheim Fronbarg stra&a 14 Prima Referenxea!