Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 17 (1.12.1926)
- Date
- 1926-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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— 388 — Neubildung!), die ihr Gepräge dem Leben des Individuums verlecht." Und nun folgt 8er klassisch« Nachweis - daß die Juden eine religiöse Gemeinschaft ftnd: die losgelösten Abzweigungen vom Judentum: das Christentum, der Islam, der Karäismus in ihrem rein religiösen Gepräge beweisen, daß das Judentum zur Zeit dieser Lolösungen kein nationales Gebilde gewesen. Tie haben sich aus einem religiösen Gefüge gelöst und sind neue religiöse Biloungen geworden. Tic nationalen Residuen (Rückstände) im Ju dentum, seine Feiertage, Sitten, Gewohnheiten, Rechtsnormen und sozialen Einrichtungen haben sich der kulturgeschichtliche Weg ist trotz Tub nows entgegengesetzter Behauptung dieser gewe sen unaufhörlich entnationalisiert. Tubnow ge steht selbst zu, daß ein Jude, der sich heute von seiner Religicn lossagt, auch nicht mehr Jude der Nationalität nach ist. „Eine solche Ansicht wäre dir gefährlichste Verirrung." Und nun gibt Tubnow selbst den unwiderleglichen Nachweis, daß das Judentum allerdings nicht Religion, aber Weltan schauung ist: „Ter Judaismus ist daher so um fassend und mannigfaltig, daß fast jedermann ihm entnehmen kann, was seiner persönlichen Ucberzeugung entspricht. Der orthodoxe Jude akzeptiert alle Togmen und Riten des Judaismus, so wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte gebildet hatten und in der letzten rabbinischrn Kodifikation erstarrten. Der reformierte Jude sch«idet die Vorschriften der Rabbiner und sogar des Talmud aus und erkennt nur die Grunddogmen und die geschichtlichen Riten des „Mosaismus" an. Die Anhänger des theologischen Rationalismus finden Befriedigung in unserer reichhaltigen Religionsphilosophie des Mittelalters. Der freidenkende Jude, der überhaupt keine Religionsdogmen anerkennt, findet in der Lehre der biblischen Pro pheten eine erhabene ethische und soziale Weltanschauung. Ter Prophetismus mit seinen universalen Idealen trägt alle Keime in sich, um zur Religion der Zukunft, zur Ethik der freien Gesellschaft zu werden. Tie Anhänger der Mystik werden ungeheure, brachliegende mystische Gebiete in der Kabbala, noch mehr aber im Chassidismus, der „Religion des Herzens", finden. Dagegen kann man sich kaum vorstellen, daß irgend jemand aus unserer ungläubigen nationalen Intelligenz, die in ihrer Mehrzahl doch zum wissenschaftlichen Positivismus oder Evolutionismus neigt, sich entschließen könnte, die Fahne des Judentums, die auch ein nationales Symbol ist, zu verlassen und aus Ueberzeugung unter die Fahne einer fremden Religion zu treten. Derjenige, dessen Gewissen sich nicht einmal mit der freien Dogmatik des Judentums versöhnen kann, wird kaum in der mystischen Togmatik und Symbolik des Christentums Befriedigung finden können." NEUERÖFFNUNG! Orient. Deutsche Teppiche Decken, Läufer etc. ( TEPPICHHAUS D. PREUSS Marienstrafje 24. Eingang Sophiens tra$e — Telephon 63446 Tanz-Schule Volle Kanzleistraße 241 -> vis a vis Landesgewt rbemnscum Anmeldungen für beginnende Kurse und Einzelunterridit täglich Friedrich Kernberger Hohenheimerstraße 47 Bubikopfschni11e und moderne Haarpflege — Aeußerst solid«, angemessen« Preise — Dr. Ntttloger’s Campherseiffe erhalt die Haut zart u. rein, de feilitt MIteffer, Sommerfproffen Man adtte auf die Firma: Ad.osferberg'Graeicr Ruf 41699! Engen Stiiaupp Beste Ausführung! Niedrige Preisei