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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1926-10-16 · 14 (16.10.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
III (1926-1927)
Issue
14 (16.10.1926)
Date
1926-10-16
Page
[Seite] (sequence 24)
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Morgentau lag auf den Gräsern. Kuhglocken tönten von nah und fern. Von der Leeseite her sah man die schneebedeckten Berge. Tort, wo die Felswände sich nach vorn zu neigen scheinen, liegt in tiefem Schweigen, von dichtem Wald umhegt, der jüdische Friedhof. Wohl jeder Friedhof atmet Ruhe und Frieden, aber hier fühlt man sich der Allmacht GEs näher als sonst. Hunderte von Grabsteinen, >^ie den Felsen fast bis zur Kammhöhe bedecken, ichmiegen sich stimmungsvoll in den Wald ein. Sie erzählen von der einstigen Größe der Gemeinde. Tie Steine sind zum Teil tief in den Boden eingesunken, zum anderen Teil von Moos überwachsen und vom Epheu zerfressen, daß kaum noch ein Buchstabe zu entziffern ist. Alles mahnt an den Tod und predigt Vergänglichkeit. . . . Draußen vor der Friedhofsmauer hört man das Lachen singender spielender Kinder. Es klingt wie die Botschaft des Lebens im Garten des Todes. Wenige Stunden später fuhren wir auf dem sonnenbeglänzten Bodensee. Aber die ernste Erinnerung an den Judenfriedhof zu Hohenems ließ die Freude an all der ' sonnigen Herrlichkeit ringsum lange Zeit nicht recht aufkommcn. Milli Rieger. Mein Onkel Mosche Wolf. 5) Von Max Osterberg. Mein Onkel Mosche Wolf war kein Dichter, aber er erzählte gerne Geschichten, die er in seiner 318 — Bescheidenheit Muschelich nannte. Alt und Jung hörten ihm immer gerne zu, besonders da diesen kleinen Erzählungen stets ein tiefer Sinn innewohntc. Ich will versuchen, ein solches „Muschele" wiederzugeben. Onkel Mosche Wolf sprach: „Ter liebe Gott hat gar viel zu tun, er kann nicht alles allein besorgen. Da läßt er sich manchmal von den lieben Engelein Helsen. So hatte er drei Engel mit der Aufgabe betraut, die Menschen zu prüfen. Einmal, er war in besonders guter Laune, beauftragte er sie, ihren Prüflingen ganz besonders schwere Aufgaben zu stellen: wer von den Menschen die schwerste Prüfung am besten bestehe, dem sollte reicher Lohn werden. Nach einiger Zeit standen die Engel wieder vor Gottes Thron, um ihm zu berichten. „Nun, wie hast du die Menschen geprüft?", fragte der liebe Gott den ersten Engel, „und wie haben sie die Prüfung bestanden?" „Ich habe sie mit schwerer Krankheit heimgesucht. Viele waren darunter, die klagten, jammerten und lästerten. Einer aber, der am schwersten Belastete, ertrug sein Leid mit bewundernswerter Geduld. Er versuchte, seinen Lieben die Schmerze» zu verbergen, hatte für jede ihm erwiesene Liebestak ein Dankeswort und haderte nicht mit seinem Geschick. Nie dachte er an sich, immer an die andern." „Das ist ein frommer Mann", lobte der liebe Gott. „Und was hast du zu sagen," wandte sich der Ewige an den zweiten Engel. „Ich prüfte die Menschen mit Armut. Viele verzagten, jammerten und verwünschten ihr Los. ULM X Obersdwtöbisdie X Kohlenhandelsgesellschaft », n. Ulm a. D. Franenttr. 34, Telefon 1490 Lager: Blaubeurerstraaae. %XoRhn > / cffiofis cßrifictts / iXolz Düngemittel, Torf streu, Torfmull [ Q'feiffer .Giditbildner Ulm a. 0. ’JCönig cWilfelmstr. 1 TStltfon 611!! : finden was Sie suchen bi elekfrlsdien Koch* und Holzapparaton Beleuchtungskörper aller Art bei Alberl FalsAebner, oima.D. Telephon 764 HirschstraOe 12 Pf aff - Nähmaschinenhaus Inhaber: Otto Pabst Fernsprecher 464 Ulm a. D. HlrschitraBeNr.tf

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