Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- III (1926-1927)
- Issue
- 14 (16.10.1926)
- Date
- 1926-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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- 299 - ob Christ oder Jude, alle in vollem Maße unsere Pflicht getan, und niemand kann eS uns anrechnen, daß unsere Hingabe nicht den gewünschten Erfolg hat bringen können. (CA.-Zeitung v. 1. Okt.). Noch einmal Sir Herbert Samuel über die Palästinafrage. Da der JTA-Bericht über die Münchener Aeusserungen Sir Herbert Samuels durchaus irreführend gewesen, seien Samuels Ausführungen nach dem authentischen Berichte in der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung nochmals wiederholt: Nach der Balsour-Teklaration war eine große Unruhe unter den Arabern entstanden. Sie befürchteten, daß sic, die eingesessene Bevölkerung, ihres Landes beraubt und zu Unterdrückten der eingewanderten Juden gemacht würden. Diese Verwirrung wurde vermehrt durch die Zweideutigkeit des englischen Wortes „nationality", das gleichzeitig Nationalität und Staatsangehörigkeit bedeutet. Aber die englische Regierung hat durch das „Weißbuch" im Jahre 1922 klug vermittelt und die Ruhe wieder hergestellt. In diesem Weißbuch ist die B< lfour-Deklaration eindeutig interpretiert. Es gib:: keine jüdische Staatsangehörigkeit, sondern nur eine palästinische, und die palästinische Staatsangehörigkeit besitzen Juden, Christen und Araber gemeinsam. Die Errichtung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina soll die staatsbürgerliche Stellung der Juden in andern Sänbept keineswegs berühren. Die irrtümliche Auffassung, daß Palästina so jüdisch werden sollte, wie England englisch sei, wurde so durch dieses Weißbuch nochmals ausdrücklich richtig gestellt. „Es ist nicht wahrscheinlich", sagt Herbert Samuel wörtlich in der Diskussion, in der er nochmals ausdiesen Punkt zurückkam, „daß Palästina jemals das jüdisch-nationale Heist» sein wird, aber in Palästina wird den Juden! ein Heim geschaffen werden können". Das jüdische Heim könnte es nur sein,- wenn es ganz jüdisch wäre. Da aber ein so großer Prozentsatz von Ärabern darin ist, wiü> man immer nur sagen können, daß im Land ein jüdisches Heim begründet werden kanti". Bericht de- Israelitischen FSrsorgeamtes über de« Monat September. Das Israelitische Fürsorgeamt hat im Monat September unter Mitwirkung der üngeschloflenen Wohlfahrts Vereine folgende Tätigkeit entfaltet: Laufende Unterstützungen an 34 Familien und Einzelpersonen.ll 1716.75 Einmalige Unterstützungen. 332.99 Anstaltsfürsorge. 650.70 Erholungsfürsorge. 149.32 Gesundheitsfürsorge.„ 8.— Durchreisende.. „ 339.70 Neujahrsgaben. 869.92 An 2 Erwachsene und 2 Kinder wurden insgesamt 8 Kleidungs- und Wäschestücke abgegeben. An monatlichen Spenden erhielt das Fürsorgeamt Mk. 180.— von Herrn Dr. Otto Einstein, Herrn Julius Essinger. Herrn Albert Flegenheimer, Herrn Friede. Fuchs, Herrn Dr. F Rosenfeld, Herrn Jos. Schwarzschild, Herrn Jakob Stern, Herren Tiefenthal u. Halle, Herrn Felix Wolfs; an einmaligen Spenden Mk. 290.— von Herrn H. Benario, Herrn RechtSanw. Dr. Herrmann, Herrn Leo Goldschmidt, Herrn Alb. Mayer, Frau Luise Neuburger, Herrn OSkar Rothschild, Sammlung bei der Beschneidung seines Sohnes, Herrn Artur Sänger, anläßlich der Geburt seines Enkels, Herrn Artur Schloß. _ Israelitisches Fürsorgeamt Stuttgart, Hospttalstr. 36, Fernsprecher 21979 Abteilung Arbeitsnachweis Sprechstunde täglich von 10—12 Uhr vorm StellnngSsuchende 1. Kaufmännische Angestellte, männlich 1. Buchhalter und Verkäufer, 26 Jahre alt 2. Korrespondent und Lagerist, auch Reisender, 21 Jahre alt 3. 2 Lageristen, 36 und 20 Jahre alt 4. Stadtreisender, 40 Jahre alt 5. Reisender oder Lagerist, 20 Jahre all 6. 4 Kaufleute, drei 18 I. ynd einet 22 Jahre alt 7. Kaufmann. Lehrling, 15 Jahre alt. II. Kaufmännische Angestellte, weiblich 8. 4 Kontoristinnen, 32, 27, 24 und 19 Jahre alt 9. Stenotypistinnen, 18 und 22 Jahre alt leine übernimmt auch stundenweise Arbeit) 10. Verkäuferin, 55 Jahre alt, übernimmt auch jede andere Arbeit. 111. Handwerker. 11. 2 Mechaniker, 21 und 30 Jahre alt 12. Revolverdreher, 19 Jahre alt 13. 2 Schuhmacher, 38 und 25 Jahrealt 14. Modellschreiner, 20 Jahre alt 15. Schreiner, eventl. Hilfsarbeiter. 30 Jahre alt 16. Metalldrücker. 21 Jahre alt 17. Maschinenschlosser, 18 Jahre alt 18. Tapezier, 32 Jahre alt ° IV. Hausangestellte. 19. 4 Stützen, 41, 28, zwei 24 Jahre alt 20. Haustochter, 18 Jahre alt 21. HauSbeamtin, die bereits in einem ifr. Krankenhaus gearbeitet hat, 20 Jahre alt 22. Kinderfräulein, 19 Jahre alt 23. Kindermädchen, 22 Jahre alt. 24. Mädchen. 18 Jahre alt, in Hausarbeiten und im Kochen bewandert, sucht Stelle aK Stütze oder zu Kindern 25. Mädchen, 20 Jahre all, im Nähen und in Hausarbeiten bewandert, will kochen lemeu 26. Mädchen 16 Jahre all, sucht Lehrstelle im Nähen V. HilfSarbeller. 27. 6 Hiflsarbeiter, 53. 31. 41, 24, 21 und 20 I. alt.